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Hamiltons Mega-Pace: Hätte Ferrari mit der richtigen Strategie sogar gewonnen?

Sport

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton startete beim Großen Preis von Malaysia 2026 von Platz zwei - und Ferrari hatte damit eigentlich die perfekte Ausgangslage. Doch die Scuderia setzte beim Sttart des Rennens auf die falschen Reifen. Während Red Bull und Mercedes mit Intermediates auf die noch feuchte Strecke gingen, schickte Ferrari beide Autos auf Softs ins Rennen.

Die Entscheidung kostete beide Piloten enorm viel Zeit. Der Ferrari war mit den Slicks auf der feuchten Strecke praktisch nicht konkurrenzfähig und fiel weit zurück. Statt direkt hinter Max Verstappen um den Sieg zu kämpfen, musste Hamilton eine Aufholjagd durch das gesamte Feld starten.

Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur räumte anschließend ein, dass die Entscheidung falsch war. "Es ist klar, dass es besser gewesen wäre, mit Intermediates zu starten. Aber wir haben die Entscheidung mit den Informationen getroffen, die wir zu diesem Zeitpunkt hatten", erklärt der Franzose.

Hamilton selbst gab trotz des Rückschlags nicht auf. "Ich habe einfach den Kopf unten gehalten, weiter Druck gemacht und nicht aufgegeben", so der Ferrari-Pilot. Dass daraus am Ende noch Platz drei wurde, lag allerdings nicht nur an seiner Pace. Mehrere Safety-Car-Phasen, insbesondere nach dem Dreher von Valtteri Bottas, spielten ihm ebenfalls in die Karten.

Doch wie gut war Hamilton tatsächlich? Und hätte er mit der richtigen Strategie vielleicht sogar um den Sieg kämpfen können?

Daten: Verstappen wäre wohl nicht zu schlagen gewesen

Ein Blick auf die Pace im trockenen Teil des Rennens liefert eine ziemlich klare Antwort. Ab dem Zeitpunkt des Safety-Cars nach dem Bottas-Zwischenfall war Max Verstappen der mit Abstand schnellste Fahrer im Feld. Dahinter folgte Andrea Kimi Antonelli mit einem durchschnittlichen Rückstand von rund 0,35 Sekunden pro Runde.

Hamilton war in dieser Phase Drittschnellster. Auf Verstappen fehlten ihm im Schnitt 0,68 Sekunden pro Runde. George Russell lag mit 0,70 Sekunden Rückstand praktisch auf Hamiltons Niveau. Allerdings ist Hamiltons Wert mit Vorsicht zu betrachten.

Der Ferrari-Pilot musste sich in dieser Phase noch durch den Verkehr arbeiten und verbrachte entsprechend viele Runden hinter anderen Autos. Hamiltons tatsächliche Pace dürfte deshalb etwas besser gewesen sein, als es die reine Durchschnittszeit vermuten lässt. Für einen Sieg gegen Verstappen reicht das aber wohl trotzdem nicht.

Ein Indiz dafür sind die Runden nach dem letzten Safety-Car. Hamilton konnte schnell an Isack Hadjar vorbeigehen, doch eine Chance gegen Antonelli und Verstappen hatte er nicht mehr. Sieben Zehntel pro Runde war der Niederländer im kurzen finalen Stint schneller als der Ferrari.

Vasseur selbst will deshalb nicht behaupten, dass Hamilton bei einem Start auf Intermediates automatisch um den Sieg gefahren wäre. "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Das Rennen ist völlig anders, wenn du 20 Autos überholen musst, als wenn du vorne fährst", erklärt der Ferrari-Teamchef. Zudem seien Dirty-Air und Energiemanagement weitere Faktoren gewesen.

Hamilton hätte Russell wohl schlagen können

Interessant wird die Rechnung deshalb vor allem hinter Verstappen. Hamilton zeigte über seinen langen Soft-Stint eine starke Pace und konnte die Reifen trotz der hohen Belastung sehr lange am Leben halten. Vasseur lobt seinen Fahrer ausdrücklich: "Er ist ein sehr gutes Rennen gefahren. Er konnte einen sehr langen Sprint mit sehr gutem Reifenmanagement auf dem Soft-Reifen fahren."

Hamilton selbst war nach dem Rennen ebenfalls überrascht von seinem Ergebnis. "Ich hätte definitiv nicht erwartet, wieder auf Platz drei zu kommen. Es ist verrückt, wenn man bedenkt, dass wir mehr als eine Minute zurücklagen", sagt er.

Ein Kampf um Platz zwei mit Antonelli erscheint Allerdings unrealistisch, denn der Mercedes war in der reinen Pace schneller. In den letzten Rennrunden fehlten Hamilton rund drei Zehntel pro Umlauf auf den Italiener. Sein Mercedes-Teamkollege George Russell wäre bei einem normalen Rennverlauf jedoch schlagbar gewesen.

Hat die Malaysia-Strategie Ferrari gar nichts gekostet?

Mit den Plätzen drei und vier dürfte Ferrari am Ende sogar noch relativ glimpflich davongekommen sein. Trotz des strategischen Fehlers brachten mehrere Safety-Cars Ferrari wieder mit ins Rennen um die Spitzenplätze.

Die Einschätzung von Hamilton-Teamkollege Charles Leclerc passt zu den Renndaten: "Ich denke, dass wir auch mit einem normalen Rennen auf den Plätzen drei und vier gelandet wären. Die beiden Fahrer vorne waren einfach zu schnell für uns."

Auch Hamilton weiß um das Safety-Car-Glück trotz starker Pace: "Das Safety-Car am Ende war ein Segen und hat mir ermöglicht, auf das Podium zu kommen", so der Brite.

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