Hand-Fuß-Mund-Krankheit breitet sich in Japan aus
In Japan steigt die Zahl der Kinder, die an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken, in der Präfektur Osaka hat die Zahl der gemeldeten Fälle mittlerweile den Warnwert überschritten. Die Präfekturverwaltung ruft daher Eltern, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen zu gründlichem Händewaschen und getrennten Handtüchern auf. Bei kleinen Kindern können die Beschwerden im Mund das Trinken erschweren und zu Flüssigkeitsmangel führen. Zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli meldeten die Kinderarztpraxen und medizinischen Einrichtungen in Osaka durchschnittlich 5,96 Patienten pro Einrichtung. Der Warnwert liegt bei fünf Patienten. In ganz Japan wurden bereits in der Vorwoche durchschnittlich 4,61 Patienten je meldender Einrichtung registriert. Hand-Fuß-Mund-Krankheit betrifft Kinder bis zwei Jahre Den größten Anteil der gemeldeten Erkrankungen in Osaka machen Kinder im Alter von einem Jahr aus. Danach folgen Zweijährige und Kinder, die noch kein Jahr alt sind. Auch landesweit entfällt etwa die Hälfte der gemeldeten Fälle auf Kinder bis zwei Jahre. Ausbrüche können allerdings auch bei Grundschülern auftreten. Japan erfasst die Hand-Fuß-Mund-Krankheit über rund 3.000 ausgewählte Kinderarztpraxen und medizinische Einrichtungen. Die wöchentlichen Angaben zeigen daher nicht die Gesamtzahl aller erkrankten Kinder, sondern die durchschnittliche Zahl der Patienten pro teilnehmender Einrichtung. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit tritt in Japan jedes Jahr hauptsächlich bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu einem Alter von etwa vier Jahren auf. Die meisten Fälle werden während der Sommermonate registriert, wenn sich die Viren in Kindergärten und anderen Betreuungseinrichtungen leichter verbreiten können. Beschwerden treten nach wenigen Tagen auf Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Beschwerden liegen gewöhnlich drei bis fünf Tage. Im Mund sowie an den Handflächen, Fußsohlen und Fußrücken können sich mehrere zwei bis drei Millimeter große Bläschen bilden. Zusätzlich kann Fieber auftreten. Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums bekommt etwa ein Drittel der Erkrankten Fieber. Die Körpertemperatur bleibt dabei in der Regel unter 38 Grad. Die meisten Patienten erholen sich innerhalb von drei bis sieben Tagen. Starke Beschwerden im Mund können dazu führen, dass kleine Kinder nicht mehr ausreichend essen und trinken. Nehmen sie zu wenig Flüssigkeit auf, können sie austrocknen. Eltern und Betreuungspersonen sollten deshalb darauf achten, ob ein erkranktes Kind genug trinkt. In seltenen Fällen verursacht die Hand-Fuß-Mund-Krankheit schwere Komplikationen. Dazu gehören Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns oder des Herzmuskels. Das japanische Gesundheitsministerium empfiehlt deshalb, den Zustand erkrankter Kinder auch bei einem zunächst milden Verlauf genau zu beobachten. Viren bleiben nach der Genesung im Körper Die Krankheit wird durch Tröpfchen, direkten Kontakt und über Viren aus dem Stuhl übertragen. Tröpfchen entstehen unter anderem beim Husten und Niesen. Bei einer Kontaktinfektion gelangen die Erreger über Hände oder gemeinsam benutzte Gegenstände zu anderen Menschen. Auch nach dem Abklingen der sichtbaren Beschwerden können die Viren noch zwei bis vier Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Ein Kind kann den Erreger daher noch weitergeben, obwohl Ausschlag und Fieber bereits verschwunden sind. Die Präfekturverwaltung von Osaka empfiehlt gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife nach dem Toilettengang, dem Windelwechsel und dem Kontakt mit Ausscheidungen. Familien, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen sollen Handtücher nicht gemeinsam verwenden und Windeln sowie andere Ausscheidungen sorgfältig entsorgen. Gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt es keinen Impfstoff und kein Medikament, das eine Erkrankung verhindern kann. Ärzte behandeln daher die jeweiligen Beschwerden. Da die Viren auch von Menschen ohne erkennbare Symptome ausgeschieden werden können, lässt sich ihre Ausbreitung nicht allein durch die Trennung erkrankter Kinder verhindern.