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Handball-Bundesliga: THW Kiel kassiert in Magdeburg die erste Saisonniederlage

Sport

Handball-Bundesliga

Klatsche im Top-Spiel - THW Kiel verliert beim SC Magdeburg

Stand: 30.09.2026 21:46 Uhr

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat die erste Saisonniederlage kassiert. Die "Zebras" unterlagen am Mittwochabend im Bundesliga-Topspiel beim Titelverteidiger SC Magdeburg mit 26:32 (9:15). Für den THW riss damit eine längere Erfolgsserie gegen den SCM.

von Christian Görtzen

Für Kiel war es die erste Niederlage gegen Magdeburg seit dem 7. Februar 2024, als es in eigener Arena 26:33 hieß. Danach hatten die Norddeutschen wettbewerbsübergreifend sechs Mal in Folge nicht gegen die Sachsen-Anhalter verloren. Die wiederum sind nun seit 28 Heimspielen in Folge unbesiegt.

Nach dem Derby-Remis gegen die SG-Flensburg-Handewitt (31:31) ist die Pleite beim SCM eine weitere Enttäuschung für den THW. Mit jetzt 11:3 Punkten fallen die Schleswig-Holsteiner in der Tabelle hinter den Meister (12:2) auf Rang drei zurück. Magdeburg übernahm durch den Erfolg in der vom 16. Spieltag vorgezogenen Partie auch von der SG (11:1) zumindest vorübergehend die Tabellenführung.

Verpatzter Beginn: Kieler vergeben zuhauf ihre Chancen

THW-Coach Börge Lund musste bei der extrem schwierigen Aufgabe auf Rückraumspieler Emil Madsen verzichten. Der Däne, der gegen Flensburg-Handewitt fünf Tore erzielt hatte, fällt wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich sogar mehrere Wochen lang aus. Madsens Teamkollege Eric Johansson hatte im Vorfeld der Partie gesagt, worauf es für die Kieler angesichts des akustischen Drucks durch 6.600 Zuschauer ankommt: "Wir haben uns vorgenommen, uns nicht provozieren zu lassen und die Ruhe zu bewahren."

Das mit der Ruhe funktionierte in einem Bereich schnell nicht - in der Offensive. Die "Zebras" vergaben reihenweise ihre Gelegenheiten, so etwa Lukas Zerbe per Siebenmeter, Julian Köster mit einem freien Wurf und vor allem der im kommenden Sommer zu Aalborg Handbold wechselnde Spielmacher Elias Ellefsen á Skipagötu, der den Ball freistehend aus der Nahwurfzone per Aufsetzer deutlich über das SCM-Tor setzte.

THW nur mit neun Toren in Hälfte eins

Nach zwölf Minuten stand der THW bei einer Wurfquote von gerade einmal 27 Prozent, und kurz darauf lagen die Norddeutschen mit 3:8 hinten (15.). Immer wieder scheiterten die Kieler mit ihren Würfen am Magdeburger Torhüter Matej Mandic (Paradenquote zu dem Zeitpunkt: 57 Prozent). So deutlich der THW auf der Anzeigetafel im Hintertreffen war - an Andreas Wolff lag es nicht. Der Nationaltorwart entnervte etwa SCM-Linksaußen Matthias Musche mit seinen Paraden.

Trotzdem: Nach 23 Minuten war es ein Sechs-Tore-Rückstand für die "Zebras", die selbst bis dahin nur fünf Treffer zustande gebracht hatten. Der THW rieb sich an der extrem beweglichen, zupackenden 3-2-1-Deckung der Sachsen-Anhalter auf, konnte kaum Lücken reißen. Immerhin war im Angriff auf den für Ellefsen á Skipagötu gekommenen Domen Makuc Verlass. Der Slowene war viermal in Folge der Kieler Torschütze. Nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand (6:13, 26.) ging es mit einem 9:15 in die Kabine.

"Zebras" verzweifeln an SCM-Torwart Kuzmanovic

Lund brachte zu Beginn der zweiten Hälfte Gonzalo Perez de Vargas für Wolff (Paradenquote: 25 Prozent). Es ging aber erneut nicht gut los: Makuc scheiterte per Siebenmeter an Dominik Kuzmanovic, Johansson danach ein weiteres Mal mit einem Wurf aus der Distanz. Und kurz darauf hatte Makuc ein weiteres Mal bei einem Strafwurf das Nachsehen gegen den kroatischen Nationaltorwart.

Lund versuchte es nun mit dem taktischen Mittel der 7:6-Überzahl. Aber was die Kieler vor den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason auch probierten, es zeigte nicht die Wirkung, um wieder in Schlagdistanz zu kommen. Im Gegenteil: Knapp zehn Minuten vor der Schlusssirene war es ein Acht-Tore-Rückstand (22:30) - damit war die Sache praktisch schon durch.

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