Handel: EU und Philippinen verständigen sich über Freihandelsabkommen
Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Das bestätigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem X-Post. Es soll Zölle auf beiden Seiten abbauen und den Marktzugang verbessern, wie die EU-Kommission mitteilte . Nach der grundsätzlichen Einigung müssen sich beide Seiten nun noch über die Umsetzung und technische Details verständigen.
Im Ringen um mehr Unabhängigkeit von den USA ist die EU auf der Suche nach neuen Handelspartnern. Anfang Mai trat das Mercosur-Abkommen in Kraft, das eine Freihandelszone zwischen der EU und Argentinien, Brasilien, Paraguay sowie Uruguay regelt. Auch mit Indien, Mexiko und Australien einigte man sich, Handelshemmnisse abzubauen.
Die EU und die Philippinen hatten 2015 begonnen, über ein Freihandelsabkommen zu sprechen. Zwischenzeitlich lagen die Verhandlungen auf Eis, seit März 2024 wurde weiter daran gearbeitet. Nun habe man vereinbart, »über 94 Prozent der Zolltarifpositionen zu liberalisieren, die mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten abdecken«, sagte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič. Das Abkommen sei zudem ein klares Signal, dass die EU ihr Engagement im indopazifischen Raum verstärke.
Regelungen zu Nachhaltigkeit und Schutzstandards
Erstmals soll sich laut der Brüsseler Behörde der philippinische Markt für öffentliche Aufträge ausländischer Bieter öffnen. Zudem gebe es unter anderem Regelungen zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen sowie zum Schutz Hunderter europäischer Lebensmittel mit geschützter Herkunftsbezeichnung. »Zudem sorgt dies für stärkere und diversifiziertere Lieferketten in einer Zeit, in der Widerstandsfähigkeit zu einer strategischen Priorität geworden ist – Halbleiter sind hierfür ein deutliches Beispiel«, sagte Šefčovič. Neues Investitionspotenzial ergebe sich im Bereich der erneuerbaren Energien, in dem die Philippinen den Ausbau ihrer Kapazitäten vorantreiben wollten.