Handelsstreit: USA wollen Kalisalz aus Belarus kaufen
Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump künftig verstärkt Kalisalz aus Belarus kaufen. Die US-Regierung arbeite an einem umfangreichen Abkommen dazu, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform. Der Preis für den wichtigen Düngemittelbestandteil aus Belarus werde deutlich unter dem liegen, den die USA derzeit an Kanada zahlten.
Bislang beziehen die USA den Großteil ihres Kalis aus Kanada. Zuletzt hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten allerdings durch den Handelsstreit deutlich verschlechtert. Nach der jüngsten Eskalation in dem Konflikt teilte die kanadische Regierung mit, engere Handelsbeziehungen unter anderem mit der Europäischen Union aufnehmen zu wollen.
Belarus und Russland gehören zu den weltweit größten Produzenten von Kali. Der Export des Düngemittels wird durch logistische Hürden sowie Sanktionen unter anderem durch die Europäische Union bislang allerdings erschwert. Die EU wirft Belarus unter anderem vor, Russland im Krieg mit der Ukraine zu unterstützen.
Ukrainekrieg treibt Kalipreise in die Höhe
Die USA haben ihre Sanktionen gegen Belarus zuletzt hingegen aufgehoben und bemühen sich seit Monaten um bessere Beziehungen zum belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Seither ließ Lukaschenko im Zuge mehrerer Vereinbarungen mit den USA Hunderte politische Gefangene frei, darunter auch prominente Oppositionelle.
Lukaschenko hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, sein Land habe den Verkauf von Kali an die USA wieder aufgenommen. Zugleich forderte er die USA auf, weitere Sanktionen aufzuheben. Lukaschenko zufolge wollen die beiden Länder ihre gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen verbessern.
Tichanowskaja warnt vor Geschäften mit Lukaschenko
Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja warnte vor jeglichen Handelsvereinbarungen mit Belarus. »Jedes Geschäft mit dem Regime ist mit großen Risiken verbunden«, sagte Tichanowskaja der Nachrichtenagentur AFP am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Sie bezog sich mit ihrer Äußerung auf die Regierung von Lukaschenko.
Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für solche Handelsgeschäfte, solange »sämtliche Einnahmen aus dem Kaligeschäft in die Unterdrückung und die Unterstützung der russischen Kriegsmaschinerie fließen«, sagte Tichanowskaja. Gleichzeitig zeigte sie sich überzeugt davon, dass die USA »wissen, wer Lukaschenko ist«, und dass Trump wisse, was er tue.
Kalisalze sind etwa in Form von Kaliumchlorid eine zentrale Komponente für viele Düngemittel. Der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hatte die Preise für Kalisalz auf dem Weltmarkt stark ansteigen lassen. Zwar sind sie seither etwas gesunken, bewegen sich aber weiterhin auf hohem Niveau.