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Händler erklärt die Chancen

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Neues Pokémon-Set „30 Jahre“ – Händler erklärt, wie man trotz Chaos und Angst noch drankommt

Von: Philipp Hansen

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Riesiger Hype um die Pokémon-Karten zu Pikachus 30. Geburtstag. Trotz knapper Ware erklärt ein deutscher Händler, warum man entspannt bleiben kann.

Bei einem der größten deutschen Händler für Pokémon-Karten brennt gerade die Hütte. Einen Tag vor dem großen Release stapeln sich bei Card-Corner die Pakete, das Telefon steht nicht still, die Vorbestelllisten sind lang. Am morgigen 16. September 2026 erscheint das neue Pokémon-Set „30 Jahre“ (international als „Pokémon 30th Celebration“ bekannt) für Händler Marvin der wohl wichtigste Verkaufsstart von Sammelkarten des Jahres. Zwischen Versandkartons nimmt er sich trotzdem Zeit. Warum ist das Jubiläumsset schon jetzt kaum zu bekommen– und was bedeutet das für Sammler und Käufer? Wir haben vorab exklusiv nachgefragt.

Das Set zum 30. Geburtstag von Pokémon erscheint am 16. September 2026 weltweit gleichzeitig, eine Seltenheit in all den Jahren. Der Hype ist gewaltig. Auf dem Zweitmarkt liegen die Aufschläge bei mehreren hundert Prozent: Eine Top-Trainer-Box mit einer Preisempfehlung um 55 Euro wird dort schon vor Erscheinen für über 200 Euro gehandelt. Das ist so als würde ein Kinoticket plötzlich 40 statt 10 Euro kosten.

Pokémon „30 Jahre“: Warum das Set gleichzeitig geliebt und gefürchtet wird

Die neuen Karten sind ein Sonderfall. Jede einzelne Karte im Booster ist glänzend foliert, in jedem Pack steckt garantiert eine von 30 verschiedenen Pikachu-Karten. Und es gibt eine völlig neue, schimmernde Kartenkategorie namens „Futuristic Rare“, die mit einem japanischen Künstler erschaffen wurde. Kurz: Wer ein Pack öffnet, geht praktisch nie leer aus. Ein wenig wie eine Wundertüte, in der immer mindestens ein garantiertes Highlight liegt.

Es sind alle bereit – für eine tolle Zeit, für tolle Openings, aber auch für viel Frust und Chaos.

Genau diese Mischung sorgt für die geteilte Stimmung. Die Begeisterung speist sich aus den Karten selbst, der Frust aus der Ungewissheit. Viele Sammler haben schlicht Angst, leer auszugehen, erklärt Händler Marvin. Wir waren zum Release von neuen Pokémon-Karten selbst in einem Laden hinter dem Tresen vor Ort und haben miterlebt, wie Fans noch vor Ladenöffnung Schlange stehen.

Ein Blick auf die Kartenliste von „Pokémon 30 Jahre“ zeigt das Beste aus alten und neuen Karten vereint. Seine eigenen Favoriten benennt Marvin klar: „Definitiv die Art-Rares und die alternativen Karten von Pikachu.“

Verfügbarkeit bei „30 Jahre“: So chaotisch wird der Start

Der Verkaufsstart läuft holprig, aber anders, als viele denken. Zum Start kommen noch gar nicht alle Produkte in die Läden, sondern wohl zunächst nur die Top-Trainer-Box (mit 9 Boosterpacks und weiteren Accessoires) und ein 2-Pack-Blister. Der Rest folgt in mehreren Wellen über die nächsten Monate. Woran man erkennt, ob man sich Sorgen machen muss oder eben nicht, schätzt der Profi so ein:

Kaum Ware zum offiziellen Preis? Normal zum Start, kein Grund zur Panik.

Hohe Marktpreise? Der empfohlene Preis ist laut Marvin „keine Benchmark, an die sich der Markt richtet“.

Nichts abbekommen? Über die kommenden Monate wird laut Marvin „massig“ nachgedruckt von Pokémon.

Vorsicht bei Bots: Sie sind laut Marvin das größere Problem als klassische Weiterverkäufer, über die viele in der Szene aber am lautesten schimpfen.

Ein Blick zum lokalen Fachhandel zeigt, wie unterschiedlich der Start ausfällt. Malte Jürgensen, Storeleiter des Kaiju Cards in Trier, berichtet auf Nachfrage von reichlich Ware: „Der Fachhandel wird massiv supportet bei dem Set. Ich war überrascht, wie viel ich gekriegt habe.“ Sein Verdacht: Dieses Mal würden gerade die reinen Online-Shops schlechter beliefert.

Die Planung kritisiert er aber ähnlich: „Der Release war chaotisch.“ Er wisse heute bisher nicht, ob der Laden morgen Ware von „Pokémon 30 Jahre“ verkaufen könne. Der Grund dahinter ist allerdings nachvollziehbar: Pokémon wolle wohl verhindern, dass Ware vor dem offiziellen Erstverkaufstag in den Umlauf gerät.

Pokémon ist 2026 so groß wie nie

Wie groß der Pokémon-Hype inzwischen ist, zeigte sich in diesem Jahr eindrucksvoll: Zum 30. Geburtstag füllte die Pokémon-Weltmeisterschaft in San Francisco ein komplettes Stadion – dort, wo sonst Basketball-Millionäre auflaufen. Zehntausende Fans, ausverkaufte Ränge. Pokémon ist längst das umsatzstärkste Medien-Franchise überhaupt und lässt Größen wie Star Wars oder Micky Maus hinter sich. Dass ausgerechnet im Jubiläumsjahr auch das passende Kartenset für Ausnahmezustand sorgt, passt ins Bild.

Jetzt kaufen oder warten? Der ehrliche Rat vom Händler

Und was heißt das konkret für alle, die zuschlagen wollen? Die Antwort von Händler Marvin ist erfrischend unaufgeregt: Wer die Produkte sofort will und bereit ist, mehr zu zahlen, sollte jetzt kaufen. Allen anderen rät er zur Geduld. Es sei gut möglich, dass man zum Hype am Erscheinen leer ausgehe, das sei unbestritten. Ein Set, das über Monate gedruckt werde, werde aber auch die globale Nachfrage decken. Oder kurz, im Marvin-Sprech: „abwarten und Tee trinken“.

Auch beim Mythos, Pokémon verknappe künstlich, winkt er ab (und bestätigt die Aussage des lokalen Fachhandels): Gerade zum Release sei die Nachfrage am Limit, wodurch es zunächst so wirke, als wäre nicht genug da. Wer den teuren Boxen entkommen will, für den hat er noch einen grundsätzlichen Rat, den er am liebsten selbst befolgt:

Ich bin immer ein Fan davon, Karten, die man haben möchte, selbst zu kaufen, anstatt zu versuchen, sie zu ziehen. Deutlich günstiger und oft deutlich weniger frustrierend.

Einen echten Geheimtipp hat der Profi zum Pokémon Karten kaufen dieses Mal aber nicht. Und das ist vielleicht eine überraschend entspannende Auskunft: Das Set habe eine derart massive Wahrnehmung, dass es schlicht keine Geheimtipps mehr geben könne.

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