Handy-Powerbanks - jetzt ohne Kabel!
Powerbanks gibt es schon lange, „drahtloses“ Laden per Induktion ebenfalls – eine neue Generation induktiver Powerbanks bringt beide Technologien zusammen. Wirklich interessant werden die neuen steckerlosen Powerbanks aber erst durch eine andere technische Ergänzung: den integrierten Magnetring – den haben alle Powerbanks im Test.
Dank Magnetkraft schnappen Powerbank und Handyrückseite passgenau zusammen. Nur so ist eine bestmögliche induktive Ladung möglich. Und die Powerbanks haften dauerhaft an der Rückseite, sodass sich das Handy während des Ladens normal weiter nutzen lässt.
Welche Handys funktionieren?
Induktives Laden gelingt mit den meisten aktuellen Oberklasse-Handys, etwa allen iPhones und Galaxy-S- und Z-Modellen. Wer unsicher ist, findet die Infos in den technischen Daten oder im Handbuch unter Begriffen wie „Wireless Charging“. Günstige Handys sparen sich die dafür nötige Induktionsspule in der Rückseite in der Regel – abgesehen von einigen Ausnahmen wie dem Gigaset GX4. Doch induktives Laden alleine reicht nicht.
Um die Magnetfixierung der Powerbanks im Test zu nutzen, muss in der Rückseite auch ein magnetischer Ring verbaut sein. Aktuell ist das in allen iPhone-Modellen seit dem iPhone 12 (außer dem 16e) und in Google-Handys ab dem Pixel 10 der Fall. Bei anderen Android-Handys mit induktivem Laden lässt sich der Magnetring leicht per „MagSafe-Hülle“ nachrüsten.
Testsieger :Ugreen Magflow Air 10000
Die Ugreen MagFlow Air bringt mit 10.000 mAh (9.071 mAh nutzbar) genug Energie mit, um ein Smartphone unterwegs knapp zweimal voll aufzuladen. Trotz der hohen Kapazität bleibt die Powerbank mit 14 Millimetern Dicke handlich genug für längere Nutzung am Gerät. Der Magnet hält zuverlässig, und die drahtlose Ladung arbeitet konstant mit 15 Watt – auch wenn man sie länger nutzt.
Anders als die meisten dünnen Wireless Powerbanks lässt sich die Ugreen MagFlow Air auch als normale Powerbank nutzen, um Geräte ohne induktive Ladetechnik direkt per USB-C-Kabel aufzuladen. Clever: Das dafür nötige USB-C-Kabel ist fest in die Powerbank integriert. Die Ladeleistung per Kabel reicht mit 30 Watt auch für stärkere Smartphones und Tablets.
Preis-Leistungs-Sieger:Intenso MW5000
Die Intenso MW5000 ist die beste schlanke Wireless Powerbank im Kaufberater-Test – und außerdem so günstig, dass sie gleichzeitig als Preis-Leistungs-Sieger aus dem Vergleich hervorgeht.
Wer eine leichte und schlanke Powerbank sucht, die über den Tag hinweg dauerhaft am Handy verbleiben kann, ist mit ihr gut bedient: Mit 8 Millimetern ist die Intenso MW5000 erfreulich flach und haftet magnetisch sehr sicher am Handy. Beim kabellosen Laden liefert sie dauerhaft 13 Watt – kein Rekord, aber ausreichend, um das Handy über den Tag hinweg dauerhaft mit Saft zu versorgen. Per USB-Kabel sind bis zu 18 Watt möglich. Die nutzbare Kapazität liegt bei rund 4.100 mAh, damit lässt sich ein typisches iPhone etwa einmal voll aufladen (und viele Android-Handys zu etwa 80 Prozent).
So testen wir:Induktives Laden im Härtetest
Sämtliche Wireless Powerbanks werden im Kaufberater-Labor auf Herz und Nieren geprüft. Getestet wird sowohl die Leistung beim kabellosen (induktiven) Laden, als auch beim Laden per USB-C-Kabel, das alle Testkandidaten zusätzlich beherrschen.
Wie gut halten die Magnete?
Die Powerbanks werden anhand mehrerer Referenzhandys auf Halt geprüft– denn während der Nutzung sollen sie nicht abfallen. Auch das seitliche Verrutschen wird untersucht. Perfekt waren Halt und Positionierung nur bei der schlankeren Variante der Ugreen MagFlow Air (5.000 mAh) und den beiden Modellen von Baseus (PicoGo AM41 und AM52). Fast genauso gut hielten Ugreen, Ecoflow und Anker in der höheren Leistungsklasse. Das Schlusslicht bildete die Powerbank von Verbatim, die mit ihrer Klappaufstellung aber ohnehin eher als Standladegerät benutzt werden dürfte. Bei der UltraThin-Powerbank von Xiaomi und der Intenso MW1000 war der Halt etwas schwächer.
Ein Sonderfall ist Apples iPhone Air MagSafe Batterie – sie ist perfekt auf ein einziges Handy abgestimmt, das iPhone Air. Dort schmiegt sie sich auf der Rückseite unterhalb des Kamerablocks ein. Auf das iPhone 17 Pro aber passt sie nicht.
Wie gut klappt das Laden ohne Kabel?
Die ersten induktiven Ladegeräte für Handys (ab etwa 2009) schafften nur 5 Watt, aktuell sind 25 Watt das Maximum. Die meisten Powerbanks im Test aber laden induktiv mit maximal 15 Watt, nur die Baseus AM52 mit 25 Watt. Wichtiger aber ist ein stabil hoher Ladefluss. Im Test zeigten hier einige Powerbanks deutliche Schwächen. Bei Xiaomi, Ecoflow und dem größeren Ugreen-Modell etwa fiel die Ladeleistung schon nach wenigen Minuten von 15 auf 5 Watt ab.
Laden per USB-C-Kabel
Sämtliche Geräte im Test lassen sich auch als normale Powerbank nutzen. Neben der induktiven Ladefläche gibt es mindestens eine USB-C-Buchse, um Handys ohne Wireless Charging oder andere Geräte zu laden. An einigen Powerbanks der 10.000-mAh-Klasse (Testsieger Ugreen MagFlow Air 10k, Ecoflow Rapid) gibt es zusätzlich ein weiteres fest verbautes Ladekabel mit USB-C-Stecker – gut, wenn gerade kein Kabel zur Hand ist. Im Testlabor zeigte sich die Ladeleistung per Kabel aber auf recht niedrigem Niveau. Die Ladeleistung lag in der Leistungsklasse bei maximal 20 Watt, Xiaomi (11,3 Watt) und Apple (7,5 Watt) lagen noch deutlich drunter. Die Modelle der höheren Leistungsklasse (10.000 mAh) dagegen lieferten bis auf Intenso mindestens 30 Watt, die Baseus AM52 sogar 40 Watt.
Ist Hitze ein Problem?
Bei induktiver Übertragung entsteht mehr Abwärme als per Kabel. Entsprechend muss die
Powerbank zum Aufladen mehr Energie aufwenden als beim Laden per USB-Kabel an derselben Powerbank.
Wie hoch die Hitzeentwicklung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Einer ist die perfekte Ausrichtung der Sende- und Empfangsspulen in Powerbank/Ladegerät und Handyrückseite. Dafür sorgt eigentlich die normierte Position der Magnete. Ein anderer ist die Ladeleistung. Logisch: Je mehr Watt ins Handy gepustet werden, desto mehr Abwärme wird frei. Doch Theorie ist eine Sache, die Realität eine andere: Im Labor wurde die Temperaturentwicklung nach zehn Minuten Laden gemessen.
Dabei zeigten sich zwei Ergebnisse: Zum einen blieb die Hitzeentwicklung bei den meisten Powerbanks im Rahmen. Deutliche Steigerungen wurden nur beim Laden über die Baseus
PicoGo AM41 gemessen, nach zehn Minuten waren es hier immerhin schon 44 Grad. Gleichzeitig spielte die maximale Ladeleistung eine, aber nicht die entscheidende Rolle: Die „heiße“ AM41 etwa lädt nur mit 15 Watt. Wahr ist aber auch, dass die Powerbank mit der niedrigsten induktiven Ladeleistung (7,5 Watt) auch die geringste Erwärmung zeigte – gemessen wurden nur 35 Grad.
Wie viel Energie steckt in den Powerbanks?
Der Test ermittelte auch, wie oft die Powerbanks ein typisches Handy (Akkukapazität von 5.000 mAh) aufladen können. Die nutzbare Energie liegt unter der nominellen Angabe aus dem Datenblatt. So schafft es in der kleineren Leistungsklasse kein Kandidat, einen 5.000-mAh-Handyakku vollständig aufzuladen. Ankers Nano Powerbank (5k, Maggo, Slim) liefert in dieser Klasse mit einer nutzbaren Akkukapazität von 4.543 mAh die beste Leistung, gefolgt von Testsieger Intenso MW5000 (4.098 mAh).
Schlecht: Die Baseus AM41 kann den typischen Handyakku nur zu 60 Prozent aufladen. Ein Sonderfall ist erneut Apples iPhone Air MagSafe Batterie. Die spezialisierte Powerbank hat nominell dieselbe Kapazität wie der Akku im iPhone Air selbst. Die nutzbare Energie lag im Test aber 10,6 Prozent niedriger – das ist also nicht genug für eine volle Nachladung des iPhone Air.
Besser sieht es bei den Powerbanks der höheren Leistungsklasse aus: Die mit 9.434 mAh höchste Energieausbeute im Test lieferte die Intenso MW10000, gefolgt von der Ugreen MagFlow Air 10000 (9.071 mAh). Beide können ein typisches Handy 1,8 mal aufladen. Ecoflow (8.558 mAh für 1,7 Ladungen) ist fast genauso gut. Die Baseus AM52 (7.068 mAh) schafft nur 1,4 Aufladungen.
Das Aufladen der Powerbank per USB-C ging bei Ecoflow am schnellsten (1:14 Stunden mit bis zu 70 Watt). Bei den übrigen Powerbanks dauerte es bis zu zweieinhalb Stunden.
Unser Fazit:Wireless Powerbanks müssen dünn sein!
Induktive Powerbanks mit Magnethalterung sind praktisch, wenn man unterwegs etwas mehr Saft braucht, damit das Handy damit den ganzen Tag sicher durchhält. Dafür reicht eine dünnere Powerbank wie der Preis-Leistungs-Sieger Intenso MW5000 (und Testsieger kleineren Leistungsklasse). Sie kann ein typisches iPhone je nach Modell etwa einmal volltanken, andere Handys lassen sich via USB-C aufladen. Wer richtig viel Akku-Power braucht, greift zur Ugreen MagFlow Air 10000 – die für eine dauerhafte Verbindung mit dem Handy aber etwas dick ausfällt.
FAQ:Häufige Fragen zu Wireless Powerbanks
Was ist MagSafe?
MagSafe nennt Apple den seit dem iPhone 12 verbauten Magnetring in der Rückseite, der das Handy beim Laden auf der idealen Position fixiert. An MacBooks bezeichnet es die magnetische Halterung des Ladekabels.
Was ist der Qi-Standard?
Qi ist ein herstellerübergreifender Standard zum induktiven Laden. Qi 1.0 erlaubte nur eine Leistung von 5 Watt, Qi 1.2 kam auf bis zu 15 Watt. Qi 2.0 enthielt erstmals Apples MagSafe-Technologie. Ab Qi 2.2 werden Ladeleistungen bis 25 Watt unterstützt.
Stören Handyhüllen das Laden?
Normale Handyhüllen schwächen die Verbindung tatsächlich, das Laden wird ausgebremst oder unterbrochen, teils kommt es auch zu stärkerer Hitzeentwicklung. Besser sind MagSafe-Hüllen, die die induktive Ladung über ihren Magnetring weiterleiten.
Hohe Kapazität für knapp zwei volle Handy-Ladungen Starke 15-Watt-Ladung ohne Nachlassen Dicker als die kompakten 5000-mAh-Powerbanks Flach und handlich Hält magnetisch sehr gut Nur 13 Watt beim kabellosen Laden Lädt das Handy nicht ganz voll