Handys, Uhr, Schlüsselfinder: Googles Pixel-Neuheiten zielen auf Apple
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Gut einen Monat vor Apples traditioneller iPhone-Präsentation hat Google seine neue Pixel-Flotte vorgestellt: vier neue Pixel-Smartphones, eine neue Smartwatch und erstmals einen eigenen Schlüsselfinder. Das Ziel ist klar: Google bringt sich gegen Apple in Stellung. Mit Aussichten auf Erfolg? Alle Infos und erste Eindrücke zu den Pixel-Neuheiten. Vier neue Pixel-Handys starten 2026 Google bringt gleich vier neue Smartphones auf den Markt: Pixel 11: 6,3 Zoll; ab 999 Euro Pixel 11 Pro: 6,3 Zoll; ab 1199 Euro Pixel 11 Pro XL: 6,8 Zoll; ab 1399 Euro Pixel 11 Pro Fold: Falthandy (6,4 Zoll außen, 8 Zoll innen; ab 1999 Euro) Alle Modelle erhalten den neuen Tensor-G6-Prozessor, überarbeitete Kameras sowie schnelleres Laden. Kabelgebunden sind bei den Pro-Modellen bis zu 45 Watt möglich, kabellos laden alle neuen Pixel-11-Modelle bis zu 25 Watt. Selten bei Android-Handys ist außerdem die in das Gehäuse integrierte Magnettechnik nach dem Qi2.2-Standard. Google nennt das System „PixelSnap“. Technisch verfolgt es denselben Ansatz wie Apples MagSafe und ermöglicht die einfache Befestigung von Ladegeräten und Zubehör per Magnet. Pixel 11: Sprachnachrichten adé? Bereits beim ersten Ausprobieren des Pixel 11 fallen die neuen Farben und die erweiterten KI-Funktionen auf. Die Pro-Modelle haben etwas gesetztere Farben, zeichnen sich zudem durch eine bessere Telekamera aus – sowie durch das größere 6,8-Zoll-Display des Pixel 11 Pro XL. Die wichtigste technische Neuerung steckt jedoch im Inneren. Der neue Tensor G6 soll nicht nur für mehr Leistung sorgen, sondern auch deutlich mehr KI-Aufgaben direkt auf dem Smartphone erledigen. Ein wichtiger Fortschritt, denn gerade die Rechenleistung galt bei älteren Pixel-Modellen nicht immer als Stärke. Besonders interessant sind die neuen KI-Funktionen im Alltag. Im Praxistest hinterließ vor allem die überarbeitete Diktierfunktion einen starken Eindruck. Sie erkennt Versprecher, filtert störende Hintergrundgeräusche heraus und korrigiert laufende Eingaben automatisch. Der Clou: Die Funktion arbeitet in praktisch jeder App, in der Texte eingegeben werden können. Sind die Tage nerviger 15-minütiger Sprachnachrichten auf WhatsApp damit gezählt? Googles Falthandy wirkt altbacken Erstaunlich: Während Samsung mit dem breiteren „Reisepass“-Format im Fold 8 gerade für viel Aufsehen gesorgt hat und auch Apple angeblich an einem ähnlichen Design arbeitet, sieht das Pixel 11 Pro Fold aus wie der Vorgänger: Außen ein schmales 6,4-Zoll-Display, innen ein riesiger 8-Zoll-Faltbildschirm. Das funktioniert, wirkt aber etwas altbacken – zumal die Knickfalte deutlich sichtbar bleibt und die Displayränder recht dick ausfallen. Ein Vorteil gegenüber Samsung hat das Pixel 11 Pro Fold immerhin: Das Gerät ist anders als das Fold 8 nicht nur wasserdicht, sondern auch gegen Staub geschützt (IP68). Pixel Watch 5: Blutdruck und Diabetes im Blick Optisch ähnelt die neue Pixel Watch 5 stark dem Vorgänger. Im Inneren gibt es jedoch einige wichtige Verbesserungen. Google verspricht erstmals eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Tagen. Außerdem erhält die Uhr einen neuen Prozessor, der bestimmte KI-Funktionen direkt auf dem Gerät ausführen kann. So greift der Sprachassistent Gemini mit eigenen Vorschlägen ein, etwa beim Verfassen von Antworten auf Nachrichten. Spannend ist der neue Gesundheitswächter, der bei folgenden Situationen Alarm schlägt: Deutlich erhöhter Blutdruck Anzeichen einer Insulinresistenz Unregelmäßige Atmung (inklusive automatischem Notruf) Einige dieser Funktionen sollen allerdings erst nach dem Marktstart im September und Oktober freigeschaltet werden. Ob diese dann gleich in Deutschland verfügbar sind, ist noch offen. Preislich startet die Pixel Watch 5 bei 419 Euro und kostet damit 20 Euro mehr als das Vorgängermodell. Pixel Tag: Googles Antwort auf den AirTag Mit dem Pixel Tag bringt Google erstmals einen eigenen Bluetooth-Tracker auf den Markt. Das Prinzip ist bekannt: Verlorene Schlüssel, Taschen oder Rucksäcke werden über Millionen Android-Geräte im Suchnetzwerk geortet. Der aktuelle Standort wird anschließend an den Besitzer übermittelt. Der Pixel Tag ist staub- und wasserdicht (IP67), die wechselbare CR2032-Batterie soll ein Jahr durchhalten. Damit tritt er direkt gegen Apples AirTag und Samsungs SmartTag an, die im großen Schlüsselfinder-Test vorn liegen. Wie gut sind Googles Chancen gegen Apple? Google verfolgt bei seinen neuen Geräten eine interessante Strategie. Einerseits setzt das Unternehmen auf eigene Stärken wie KI und Fotografie. Andererseits übernimmt Google zunehmend Funktionen, die Apple erfolgreich gemacht haben. Das zeigt sich etwa bei PixelSnap, das dem von Apple eingeführten MagSafe entspricht, oder beim Pixel Tag, der als direkte AirTag-Alternative an den Start geht. Auch bei den Gesundheitsfunktionen der Pixel Watch orientiert sich Google an der Gesundheitsstrategie der Apple Watch. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, sich mit Funktionen wie der angekündigten Erkennung möglicher Diabetes-Risiken von der Konkurrenz abzuheben. Zwei Punkte fallen dabei besonders auf: Das neue Pixel 11 (UVP 999 Euro) ist 50 Euro teurer als das iPhone 17. Das Pixel 11 Pro Fold ist technisch solide, das Design ist aber nicht mehr zeitgemäß.