Hannover-Hamburg: CDU und SPD vertagen Entscheidung über Neubaustrecke
Stand: 21.09.2026 12:14 Uhr
Nach NDR Informationen haben die Fraktionsvorstände von Union und SPD beantragt, dass der Bundestag entgegen der ursprünglichen Planung nicht in dieser Woche über die Neubaustrecke entscheiden soll.
von Katharina Seiler
Das öffentliche Bekanntwerden des Beschluss-Entwurfs der Verkehrspolitiker von Union und SPD zur Neubaustrecke Hannover-Hamburg hatte in der vergangenen Woche heftige Diskussionen ausgelöst - vor allem bei den Wahlkreisabgeordneten der betroffenen Regionen. Wie der NDR erfahren hat, haben die Fraktionsvorstände von Union und SPD nun beantragt, den Punkt für diese Woche von der Tagesordnung des Bundestages zu nehmen.
CDU-Verkehrspolitiker steht hinter Neubaustrecke
In dem Entwurf der Beschlussvorlage, der dem NDR vorliegt, haben sich die Verkehrspolitiker von Union und SPD klar für den Bau einer zusätzlichen Neubautrasse bei gleichzeitigen Verbesserungen an der Bestandsstrecke ausgesprochen. Für den zuständigen CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth besteht dieser erarbeitete Kompromiss "aus langfristiger Infrastrukturverbesserung durch die Neubaustrecke und aus vielen Maßnahmen für kurzfristige Verbesserungen auf der Bestandsstrecke". Donth weiß, dass das Projekt nicht unumstritten ist. Deshalb habe man sich intensiv dazu ausgetauscht und werde das noch weiter tun. Donth strebt an, die parlamentarische Befassung zügig abschließen.
Grüne werfen CDU Zaudern vor
Die Grüne Bundestagsfraktion kritisiert die Absetzung der Neubaustrecke von der Tagesordnung scharf. Der Verkehrspolitiker Matthias Gastel sagt auf NDR Anfrage, Unions-Fraktionschef Frei zaudere bei einem der wichtigsten Bahnprojekte Deutschlands. Die CDU lasse damit die Fahrgäste in unpünktlichen Zügen im Stich. Der vorliegende Entwurf zur Beschlussvorlage sei ein guter Kompromiss, den die Grüne Fraktion mittrage. Der Bundestag könnte nun in der nächsten Sitzungswoche des Bundestages Anfang Oktober über die Neubaustrecke abstimmen.