Harald Schmidt spottet über „Altparteien“ nach Sachsen
Startseite
Politik
„Die einzigen, die euch noch wählen“: Harald Schmidt spottet über „liebe, untergehende Altparteien“
Von: Hannes Niemeyer
Uns auf Google folgen
Im Osten profitiert die AfD bei den Wahlen. Für Harald Schmidt ist das kein Grund zur Sorge. CDU und SPD lassen den Entertainer in Sarkasmus abdriften.
Schwerin – In Sachsen-Anhalt hat die AfD den anderen Parteien einen Denkzettel verpasst. Bei den anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnte CDU, SPD und Co. ähnliches drohen. Was für viele in Deutschland Grund zur Sorge ist, lässt Entertainer Harald Schmidt hingegen kalt.
Der 69-Jährige war am 10. September im Podcast „Studio 9 – der Tag mit ...“ zu Gast. Das Gespräch mit Gastgeber Korbinian Frenzel wurde live im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin aufgezeichnet. Die Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns wird besonders am kommenden Sonntag (20. September) im Fokus stehen, wenn sich entscheidet, wer die dortige Landtagswahl gewinnt. In Umfragen ist die AfD auch hier vorn.
„Liebe untergehende Altparteien“: Harald Schmidt zieht über CDU und SPD her
Bevor aber auch hier ein möglicher Rechtsruck durch ein weiteres Bundesland geht, sprachen Frenzel und Schmidt noch über die Nachwehen der Wahl in Sachsen-Anhalt. Als es um die Ergebnisse ging, reagierte der Entertainer mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Besonders auf die alteingesessenen Parteien, etwa die CDU oder die SPD, hatte er es abgesehen.
„Liebe traditionelle, zum Teil untergehende Altparteien: Seid lieb zu uns, Generation 65 plus, wir sind die einzigen, die euch noch wählen“, sagte Schmidt in dem Gespräch und spielte damit auf die tief in der Krise steckenden CDU und SPD sowie die Grünen und die FDP an. Tatsächlich zeigt die Nachwahlbefragung von infratest dimap, dass es in Sachsen-Anhalt vor allem die ältere Generation war, die ein komplettes CDU-Desaster verhindert hat. In der Altersgruppe 70 und älter gewann zwar ebenfalls die AfD mit 31 Prozent. CDU (30 Prozent) und SPD (13 Prozent) fuhren hier jedoch ihr bestes Ergebnis aller Altersgruppen ein.
Alte Generation „rettet“ CDU und SPD in Sachsen-Anhalt – Schmidt legt fiesen Scherz nach
Auffällig: Schmidt verwendete hier den Begriff „Altparteien“. Auch wenn er CDU und SPD nicht nannte, dürfte dies als Anspielung zu verstehen sein. Der Begriff ist allerdings umstritten. Zum einen, weil er ursprünglich von der NSDAP verwendet wurde, um die etablierten Parteien der Weimarer Republik als „überholt“ darzustellen. Zum anderen, weil der Begriff in der Gegenwart von rechtspopulistischen Akteuren wie der AfD verwendet wird, um den Parteienblock aus CDU, SPD, Grüne und FDP zu diskreditieren.
Schmidt führte seinen sarkastischen Gedankengang über den Niedergang besagter Parteien fort: „Warum? Weil wir natürlich mit den Gelenken gar nicht weiter runterkommen auf dem Wahlzettel. Wir machen das Kreuz einfach oben, da geht es noch einigermaßen. Also Finger weg von unseren Renten“, scherzte er.
AfD-Aufschwung in Deutschland? Schmidt: „Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine“
Über den Siegeszug der AfD in Deutschland macht der Schauspieler und Moderator sich derweil keine großen Sorgen. Der Podcast war eigentlich auf Plattformen wie Spotify und auch auf der Website des „Deutschlandfunk Kultur“, zu dem das Format gehört, hörbar, wurde aber zwischenzeitlich (Stand: 14. September, 12.25 Uhr) dort entfernt und war nicht mehr abrufbar. Die Welt zitiert allerdings weiter aus dem Gespräch: „Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine“, soll Schmidt demnach weiter gesagt haben. Er verstehe, dass viele Menschen besorgt seien, „aber ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich keine habe“.
Besonders sei Schmidt laut dem Welt-Bericht die parteiübergreifende Anerkennung für Ulrich Siegmunds Wahlkampf aufgefallen. Dem AfD-Spitzenkandidaten aus Sachsen-Anhalt attestierte er „Street Credibility“. „Ulrich Siegmund auf dem Moped – glaubhaft, egal, wie sie politisch zu ihm stehen“, so Schmidt, der verglich: „Lars Klingbeil auf dem Fahrrad sieht aus, als ob der Medienberater gesagt hat: ‚Mach ihm für das Foto die Stützräder weg‘“.