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Hat Trump seine Drohung wahr gemacht?: Ukraine meldet fehlende Warnung vor Raketenstarts – und Drosselung von Musk

Welt

Kyjiws Armee hat offenbar Probleme: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX des Trump-Unterstützers und Billionärs Elon Musk hat die Nutzung seines Satellitennetzwerks Starlink für das ukrainische Militär eingeschränkt, heißt es aus der Ukraine. Die militärische Version des Kommunikationsdienstes funktioniere nicht mehr bei Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern pro Stunde, teilt der Berater des ukrainischen Präsidenten, Serhij Beskrestnow, auf Telegram mit.

Dies habe Kampfeinsätze beeinträchtigt. „Unsere Verteidigungsstreitkräfte haben keine Vorwarnung über diese Einschränkung erhalten, und dies hat zur Unterbrechung mehrerer Missionen geführt“, schreibt er. Ein Insider aus dem an der südöstlichen Front eingesetzten 7. Schnellen Reaktionskorps bestätigt Ausfälle der Starlink-Verbindungen.

Soldaten berichten von Problemen

Auch der Tagesspiegel konnte direkt mit ukrainischen Soldaten über die Lage vor Ort sprechen. Zu ihrem Schutz sollen sie anonym bleiben. Die Berichte unterscheiden sich je nach Position und Einsatzort. Ein Soldat einer Flugabwehreinheit sagt, an seiner Position gebe es keine Einschränkungen. Ein anderer Soldat berichtet hingegen, dass das Starlink-Internet zwar funktioniere, aber schlechter geworden sei.

Trägerobjekte, die mit 60 oder 70 Kilometern pro Stunde unterwegs sind, könnten noch mit dem gedrosselten Internet manövriert werden. Doch Drohnen- und Aufklärungsoperationen seien seit Dienstag maßgeblich eingeschränkt. Besonders in der sogenannten „Todeszone“, einem mehrere Dutzend Kilometer breiten Streifen auf beiden Seiten der Front, machen diese Einsätze den wichtigsten Teil der militärischen Arbeit aus.

Eine andere Quelle in den ukrainischen Streitkräften sagte, viele Operationen seien gestoppt worden, weil die Internetverbindung für Drohnen schlecht funktioniere und daher große Ungewissheit herrsche.

Eine infolge des schlechten Internets geringere Fluggeschwindigkeit mache die Drohnen anfälliger für die gegnerische Abwehr, heißt es zur Erklärung auf dem ukrainischen Portal „NV“. Einige Drohnen müssten bereits beim Start hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Die Soldaten sagten dem Tagesspiegel zwar, dass es Alternativen zu Starlink gebe. Diese seien aber bei Weitem nicht so gut. „Viele Systeme wurden extra so hergestellt, dass sie mit Starlink funktionieren“, meinte ein Soldat. „Andere Lösungen zu finden, wäre kostspielig und würde viel Zeit in Anspruch nehmen“, sagte ein anderer.

Unterdessen wurde bekannt, dass es in Bulgarien zu einem Brand in einer Anlage des Satelliteninternetdienstes gekommen ist. Regierungschef Rumen Radew bestätigte in der Fragestunde des Parlaments in Sofia den Vorfall in der Nähe der Hauptstadt. In einer geheim gehaltenen Anlage von Starlink in der Nähe der bulgarischen Hauptstadt Sofia sollen dem Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien (DB) zufolge elf von 17 Antennen am 9. Oktober vorsätzlich in Brand gesetzt worden sein. Diese Antennen dienten als Hauptverbindung zu SpaceX und würden im Ukraine-Krieg genutzt, so DB. Prowestliche Oppositionsparteien vermuten eine Verbindung zu Russland.

Am 23. September war in einem Starlink-Terminal südlich von Warschau ebenfalls ein Brand ausgebrochen. Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat. Für die derzeitigen Verbindungsprobleme des ukrainischen Militärs macht Polen jedoch Musk verantwortlich. Außenminister Radosław Sikorski schrieb auf X: „Hey, Elon Musk, großer Mann, spielst du mal wieder Politik mit deinen Produkten?“

Selenskyj moniert fehlende Frühwarnungen

Ferner beklagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die Ukraine durch seine Verbündeten ein weiteres Mal nicht vor Raketen aus Russland gewarnt worden sei. Hauptziel des Angriffs seien Energieanlagen gewesen, darunter ein Heizkraftwerk. Die ukrainische Luftwaffe teilt mit, dass in der Nacht nur vier von 39 russischen Raketen abgefangen werden konnten.

Die Ukraine ist zur Früherkennung von Raketenstarts auf ausländische Geheimdienstinformationen angewiesen. Die Amerikaner verfügen über die beste Satellitenüberwachung. Fabian Hoffmann, Experte für Raketentechnologie, bestätigte dem Tagesspiegel: „Die direkte Frühwarnung für ballistische Raketenstarts gibt es so nur von den Amerikanern.“ Deutsche, Franzosen oder Briten könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht einspringen.

Zuvor war berichtet worden, dass die Trump-Regierung der Ukraine unter anderem gedroht habe, keine Geheimdienstinformationen mehr weiterzugeben, damit Kyjiw mit dem Bombardement russischer Ölraffinerien aufhört. Am Dienstag behauptete der US-Präsident dann, dass weiterhin Erkenntnisse geteilt würden. Diese Behauptung bestätigte Selenskyj in einem am selben Tag geführten Interview, also bevor er sagte, man habe ihn erneut nicht vor Raketen gewarnt. (mit Yulia Valova/Reuters/dpa)

Korrektur: Das Wort „keine“ fehlte zunächst im Satz zur angeblichen Drohung der Amerikaner.

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