DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,74 % 63.273,96 Pkt 06:25:00 Gold -0,52 % 4.017,60 USD 06:29:57 Silber -1,54 % 53,28 USD 06:29:59 Brent -5,36 % 109,60 USD 06:29:45 WTI -1,11 % 100,63 USD 06:29:55 Bitcoin -0,35 % 79.727,65 USD 06:39:57 EUR/USD -0,42 % 1,11710 USD 06:39:42 EUR/GBP -0,12 % 0,83750 GBP 06:40:00 EUR/CHF +0,03 % 0,92440 CHF 06:40:00 EUR/JPY +0,08 % 176,059 JPY 06:40:00

Hauterkrankung kann Risiko für Netzhautablösung erhöhen

Gesundheit

Viele Menschen halten Neurodermitis für eine reine Hautkrankheit – doch eine aktuelle Studie belegt: Das chronische Ekzem kann auch die Augen gefährden. Betroffene tragen ein deutlich höheres Risiko für eine Netzhautablösung.

Trockene, juckende und entzündete Haut – damit verbinden die meisten Menschen Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt. In Deutschland handelt es sich um die verbreitetste chronische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Bei mindestens 30 Prozent der Betroffenen halten die Beschwerden auch im Erwachsenenalter an oder kehren phasenweise zurück. Doch die Krankheit kann auch weit über die Haut hinaus Folgen haben.

Ein Forschungsteam der Keck School of Medicine an der University of Southern California (USC) in Los Angeles hat herausgefunden, dass Neurodermitis-Patienten häufiger eine Netzhautablösung erleiden – und dass die Erkrankung auch den Heilungsverlauf nach einer entsprechenden Operation beeinflusst. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Ophthalmology Retina" veröffentlicht.

Netzhautablösung – ein augenärztlicher Notfall

Bei einer Netzhautablösung löst sich die lichtempfindliche Schicht im Auge von ihrer Unterlage – meist ausgelöst durch Risse oder Löcher in der Netzhaut. Zu den bekannten Risikofaktoren zählen hohes Alter, ausgeprägte Kurzsichtigkeit sowie Gefäßschäden infolge von Diabetes. Typische Warnsignale sind eine plötzliche, schmerzfreie Verschlechterung des Sehvermögens, Lichtblitze, ein sogenannter "Rußregen" oder vermehrt wahrgenommene "fliegende Mücken". Ohne rasche Behandlung droht die Erblindung.

Was ist eine Netzhautablösung (Ablatio bzw. Amotio retinae)?

Was passiert: Bei einer Netzhautablösung löst sich die innere Netzhaut von der darunterliegenden Gefäßschicht ab. Unbehandelt kann das Sehvermögen dauerhaft geschädigt werden, bis hin zur Erblindung.

Symptome: Plötzliche Lichtblitze, viele neue schwarze Punkte oder "Mücken", Schatten oder ein dunkler Vorhang im Sichtfeld, Sehstörungen.

Wann zum Arzt: Bei plötzlich auftretenden oder zunehmenden Beschwerden sofort augenärztlich abklären lassen. Bei einem dunklen Vorhang oder akutem Sehverlust: Notfall.

Behandlung: Eine Netzhautablösung muss meist operativ behandelt werden. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten.

Daten von mehr als 500.000 Erwachsenen ausgewertet

Für ihre Untersuchung griffen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf elektronische Gesundheitsakten aus 72 US-amerikanischen Gesundheitseinrichtungen zurück. Insgesamt flossen die Daten von 549.094 Erwachsenen ab 18 Jahren in die Analyse ein – die Hälfte mit einer dokumentierten Neurodermitis-Diagnose, die andere Hälfte ohne.

Um die Vergleichbarkeit sicherzustellen, wurden die beiden Gruppen mittels sogenanntem Propensity-Score-Matching angeglichen – dabei berücksichtigte das Team demografische Merkmale, Augenerkrankungen, Tabakkonsum und die Einnahme systemischer Kortikosteroide. Laut der Originalstudie auf "ScienceDirect" verblieben nach dem Abgleich jeweils 274.547 Personen in beiden Kohorten.

Fast dreifach erhöhtes Risiko nach fünf Jahren

Die Resultate sprechen eine deutliche Sprache: Innerhalb von fünf Jahren erhielten 0,7 Prozent der Neurodermitis-Patienten eine Netzhautablösungs-Diagnose – in der Vergleichsgruppe waren es lediglich 0,2 Prozent. Das entspricht einem fast dreifach erhöhten Risiko.

Noch drastischer fiel der Unterschied bei der tatsächlich erforderlichen operativen Behandlung aus: Hier lag die Rate bei den Neurodermitis-Betroffenen bei 0,2 Prozent gegenüber 0,04 Prozent in der Kontrollgruppe – ein nahezu fünffach gesteigertes Risiko.

Auch nach der Operation schlechtere Prognose

Die Studie beleuchtet darüber hinaus den weiteren Verlauf nach einer Netzhaut-Operation. Dabei zeigte sich, dass Neurodermitis-Patienten innerhalb von sechs Monaten nach dem Eingriff häufiger eine sogenannte proliferative Vitreoretinopathie (PVR) entwickelten – eine Narbenreaktion der Netzhaut, die zu einer erneuten Ablösung und weiterem Sehverlust führen kann. Die PVR-Rate lag bei 5,9 Prozent gegenüber 4,0 Prozent in der Kontrollgruppe. Zudem benötigten 8,9 Prozent der Betroffenen mit Neurodermitis eine komplexe Zweitoperation, verglichen mit 6,6 Prozent bei Patienten ohne die Hauterkrankung.

Empfehlungen der Redaktion

Sind das die Hormone oder steckt mehr dahinter?

Große Nachfrage nach Impfung auf dem Oktoberfest

Jucken, Brennen, Rötung: Dahinter können kleine Spinnentierchen stecken

Was Betroffene daraus ableiten können

Die Forschenden betonen, dass Neurodermitis als bislang unterschätzter Risikofaktor für Netzhautablösungen stärker in den Fokus rücken sollte. Ihre Empfehlung: Menschen mit atopischem Ekzem sollten auf mögliche Warnsignale wie plötzliche Sehstörungen, Lichtblitze oder "fliegende Mücken" besonders achten und diese zeitnah augenärztlich abklären lassen. Nach einer Netzhaut-Operation sei zudem eine engmaschigere Nachsorge ratsam, um Komplikationen wie eine PVR frühzeitig zu erkennen. (red)

Redaktioneller Hinweis

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt.

Verwendete Quellen

sciencedirect.com: Association of Atopic Dermatitis with Retinal Detachment and Postoperative Proliferative Vitreoretinopathy Risk

t-online.de: Neurodermitis: Studie zeigt erhöhtes Risiko für Netzhautablösung der Augen

Transparenzhinweis

Dieser Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Unsere Redaktion hat ihn geprüft und trägt die inhaltliche Verantwortung. Hier finden Sie Informationen dazu, wie unsere Redaktion mit KI umgeht.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren