Head Coach bestätigt NFL-Hammer: "Ja, wir haben für Marvin Harrison getradet"
Houstons Head Coach Demeco Ryans (42) bestätigte nach dem ersten Saisonsieg seiner Mannschaft gegen die Tennessee Titans (26:3) am Sonntag, dass seine Franchise für das einstige Ausnahmetalent getradet habe.
Zweimal verweigerte Ryans Nachfragen zu einem möglichen Deal mit den Cardinals für Harrison. Beim dritten Mal antwortete er:"Ihr Jungs wollt es wissen: Ja, wir haben für Marvin Harrison getradet. Wir sehen uns." Dann verließ er das Podium grinsend. Es wird erwartet, dass der Trade spätestens am Montag offiziell wird.
Wenig später schrieb NFL-Insider Adam Schefter bei X, wie das Geschäft aussehen soll: Demnach wandert neben Harrison auch ein Siebtrundenpick Arizonas im 2027er Draft nach Texas. Im Gegenzug erhalten die Cardinals im kommenden Draft einen Zweit- und einen Sechstrundenpick. Dass Harrison getradet wird, ist angesichts der Ereignisse der letzten Tage keine Überraschung mehr. Arizona hatte ihn wegen eines bevorstehenden Deals nicht in den Kader für das Spiel gegen die Detroit Lions am Sonntagabend berufen.
Allerdings war lange nicht bekannt, welcher Konkurrent sich den Passempfänger sichert. Gerüchte gab es unter anderem um die Pittsburgh Steelers und die Las Vegas Raiders. Lose wurden zunächst auch die Indianapolis Colts, wo sein Vater Marvin Harrison Sr. (54) zur Legende wurde, als Interessent gehandelt.
Der Wechsel nach Houston ergibt auf mehreren Ebenen Sinn. Zum einen trifft Harrison auf Quarterback CJ Stroud (25), seinen ehemaligen Mitspieler von der Ohio State University. Dazu können die Texans gute Wide Receiver gut gebrauchen. Hinter Top-Star Nico Collins gibt es gravierende Verletzungsprobleme: Tank Dell (26) hat nach seiner schweren Verletzung aus der vorletzten Saison nach wie vor kein Spiel absolviert und es ist ungewiss, wie stark er überhaupt zurückkommen wird. Dazu zog sich Hoffnungsträger Jayden Higgins (23) noch vor Saisonbeginn einen Kreuzbandriss zu und wird die komplette Saison verpassen.
Harrison dürfte also zu jeder Menge Einsatzzeit und damit zur Gelegenheit kommen, seinen großen NFL-Durchbruch doch noch zu schaffen. Als er 2024 von den Cardinals als vierter Pick des Drafts ausgewählt wurde, galt er als "Generational Talent". Zahlreiche Rekorde hatte er bei Ohio State gebrochen und war 2023 mit dem Fred Biletnikoff Award für den besten Wide Receiver der Saison ausgezeichnet worden.
Warum gilt Marvin Harrison Jr. in Arizona als Bust?
Die Erwartungen an ihn waren entsprechend riesig. Allerdings wurde er diesen nur selten gerecht. Er litt auch unter der allgemein schwachen Cardinals-Mannschaft mit wechselnden Quarterbacks (Kyler Murray, Jacoby Brissett) und einem auf Tight End Trey McBride und Receiver-Kollege Michael Wilson zugeschnittenen Scheme. Dazu verpasste Harrison einen Großteil der Vorsaison verletzungsbedingt.
In seinen gut zwei Jahren in der NFL bringt er es bei 108 Receptions auf 13 Touchdowns und 1.578 Yards Raumgewinn. In den vergangenen Wochen war MHJ vor allem bei Social Media ein großes Thema. Videos, die ihn vermeintlich lustlos während Angriffen seiner Mannschaft zeigen, wurden heiß diskutiert und Harrison teils hart kritisiert.
Die Texans stehen nach einem verkorksten Saisonstart bei einer Bilanz von 1:4. Arizona ist kaum besser gestartet und steht vor dem Detroit-Spiel bei 1:3.