Heiko Weber: Der letzte Torschütze der DDR ist tot
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Jena – Er hat bis zum Schluss tapfer gekämpft, blieb immer Optimist – doch nun trauert der Ost-Fußball um eine Legende. Am Montagmorgen ist Heiko „Benno“ Weber mit nur 61 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung gestorben. Erst im Februar wurde öffentlich bekannt, dass der einstige Stürmer und Trainer des FC Carl Zeiss Jena an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Weber ist der letzte Torschütze der DDR gewesen.
Im Juni war Heiko Weber ein letztes Mal Trainer
Im Sommer kehrte Weber noch ein letztes Mal auf die Trainerbank zurück. Bei einem Benefizspiel in Weida Anfang Juni kamen frühere Weggefährten zusammen, um für ihren alten Mitspieler und Trainer noch einmal auf dem Rasen zu stehen. Egal, ob Ex-Nationalspieler Bernd Schneider (52), Kais Manai (53), Alexander Maul (50) oder Marco Kämpfe (54) – sie alle waren da. Und sie luden Weber in die Kabine ein. Dort hielt er eine sehr emotionale Ansprache, es wurde gelacht, aber es flossen auch viele Tränen. Nach dem Spiel gegen die Traditionsmannschaft des FC Thüringen Weida – bei den Ostthüringern startete er im Jahr 2000 seine Trainerkarriere – saßen Weber und seine Schützlinge noch lange zusammen, tranken ein Bier und erinnerten sich an frühere Tage.
Heiko Weber hat seinen FC Carl Zeiss Jena zweimal in die Zweite Liga geführt. Erst am letzten Spieltag der DDR-Oberliga am 25. Mai 1991 mit einem Drama-Sieg bei Energie Cottbus, als Weber kurz vor Schluss das fürs Torverhältnis entscheidende 2:0 erzielte. Damit schrieb er obendrein Geschichte: Es war der letzte Treffer der DDR-Oberliga. Dann als Trainer, als er den in die Viertklassigkeit abgestürzten Verein 2004 übernahm und den direkten Durchmarsch ins Bundesliga-Unterhaus schaffte.
Zuletzt hat er als Lehrer gearbeitet
Später trainierte er den FC Erzgebirge Aue , saß beim FC Energie Cottbus sogar ein Spiel als Interimstrainer in der Bundesliga auf der Bank. Dies ausgerechnet beim FC Bayern (0:5). Zuletzt stand er bis Sommer 2023 beim ZFC Meuselwitz an der Seitenlinie. Danach zog sich Weber aus dem Fußball zurück, wurde Lehrer an einer Grundschule in Jena. Die Arbeit habe ihm viel Freude bereitet, erzählte er immer. Bis zu seiner Diagnose kurz vor Weihnachten 2025 war er für die Kinder da. „Eigentlich war ich immer die Person, die für andere da war, motiviert hat und Menschen auf dem Weg zu sportlichen Zielen begleitete. Meine neue Rolle zu akzeptieren, fällt mir daher immer noch schwer“, sagte Weber damals.
Heute trauern all jene, die er so geprägt hat – egal, ob als Familienvater, Opa, Mitspieler, Trainer, Lehrer. Ruhe in Frieden, Benno …