Heilpraktikerin für Psychotherapie eröffnet Praxis in Großeltern-Wohnung
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Heilpraktikerin für Psychotherapie eröffnet Praxis in Großeltern-Wohnung
Von: Judith Tausendfreund, Jens-Peter Wenck
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Daniela Depke praktiziert seit Januar 2025 in Daverden – in den ehemaligen Räumen ihrer Großeltern. Das erste Gespräch ist bei ihr kostenlos, doch 99 Prozent der Klienten kommen wieder.
Daverden – „Das war, das ist schon Familienteamwork hier“, sagt Daniela Depke mit Blick auf ihre Praxisräumlichkeiten. Seit Januar 2025 praktiziert sie als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Wer sich nun fragt, was das überhaupt ist, fragt zu Recht, schließlich handelt es sich um eine Therapieform, die das allgemeine Angebot ergänzt. Dahinter verbirgt sich die staatliche Erlaubnis, Psychotherapie eigenverantwortlich auszuüben, ohne ein Vollstudium der Medizin oder der Psychologie absolviert zu haben. Die Berufsbezeichnung erfordert das Bestehen einer amtsärztlichen Überprüfung beim zuständigen Gesundheitsamt. Gesetzliche Grundlage ist das Heilpraktikergesetz, die Patienten sind in der Regel Selbstzahler.
Männer müssen erst lernen, Gefühle auszudrücken, darüber zu reden. Frauen fällt das leichter.
Seit Beginn ihrer Tätigkeit war die gebürtige Achimerin auf der Suche nach idealen Räumen für eine Praxis. Fündig geworden ist sie in Daverden an der Berliner Straße. Es ist die ehemalige Wohnung ihrer Großeltern. Und das ist nicht zu übersehen. „Alle finden es ganz gut und gemütlich“, lacht die 41-Jährige.
Ursprünglich hat sie Spedition gelernt, erzählt Depke. Und die Zollabteilung in einem großen Verdener Unternehmen geleitet. Dann sei sie selbst in eine private schwierige Situation geraten, habe Hilfe gebraucht. Es hat gedauert, es hat eine komplette berufliche Neuorientierung bedeutet. Aber sie hat die Krise überstanden. „Ich weiß, dass es sich verändert.“ Sicherlich ist ihr Werdegang kein ganz gewöhnlicher. Rückblickend schildert sie ihre persönliche Erfahrung als einen wichtigen Schritt auf ihrem Weg.
Ihre Erfahrungen verbucht sie auf der positiven Seite. Sie habe wirkliches Verständnis für die Sorgen und Nöte der Menschen, die zu ihr kommen. „Ich habe das ganz große Glück, dass Frauen und Männer zu mir kommen. Und das bedeutet ganz unterschiedliche Anforderungen.“
Daniela Depke hat drei Jahre lang einen Gesprächskreis für Frauen geleitet und dabei auch sogenannte Trauerspaziergänge angeboten. Noch aus der Zeit habe sie ein gutes Netzwerk zu Selbsthilfegruppen im Raum Verden und Bremen. So kann sie im Bedarfsfall schnell weitervermitteln.
Wer mit einem Anliegen zu ihr kommt: „Das erste Gespräch ist immer kostenlos. Manchmal hilft das schon.“ Aber 99 Prozent kommen wieder, sagt sie. Es sind viele trauernde Menschen, Angehörige von Erkrankten, die Auswege, Hilfe in ihrer Situation suchen. Erst einmal eine Runde schnacken, reden. „Dann erzählen sie das, was sie können und mögen.“ Wobei das Männern schwerer fällt. „Männer müssen erst lernen, Gefühle auszudrücken, darüber zu reden. Frauen fällt das leichter.“ Da stellen sich die Fragen: Was habe ich da überhaupt für eine Emotion, wie kann ich da jetzt und in Zukunft mit umgehen?
Mehr über Daniela Depke, ihre Arbeit in der psychologischen Beratung und Kontaktmöglichkeiten finden sich im Internet unter beratung-danieladepke.de.