Heimerfolg gegen Fürth: Hertha dreht nach der Pause auf
Fußball-Zweitligist Hertha BSC ist mit einem Erfolg aus der Länderspielpause zurückgekehrt und konnte seine Tabellenführung ausbauen. Gegen die SpVgg Greuther Fürth gewannen die Berliner ihr Heimspiel am Sonntag mit 2:1 (0:0). Die Treffer für Hertha erzielten Mads Pedersen (65. Minute) und Paul Seguin (80.). Auf der Gegenseite konnte Jannis Heuer kurz vor Schluss für die Gäste nur noch verkürzen (90.).
"Wahnsinn, Wahnsinn, was wir hier machen", sagte Abwehrspieler und Torschütze Pedersen nach der Partie, angesprochen auf den Saisonstart mit dem nun siebten Sieg im siebten Spiel. Die drei Punkte gegen Fürth waren hart erarbeitet. "Man weiß nach einer Länderspielpause, dass die Spiele ein bisschen eklig sein können. Und so war es heute. Wir sind nicht zufrieden mit unserem Spiel. Aber wir kämpfen bis zum Ende", so Pedersen.
Mit dem Sieg vergrößerte das Team von Trainer Stefan Leitl seinen Vorsprung auf den ersten Verfolger 1. FC Nürnberg auf vier Punkte. Auf den Relegationsplatz beträgt der Abstand sogar schon sieben Punkte.
Bei trüb-kühlem Herbstwetter geriet Hertha in den ersten Minuten allerdings ordentlich unter Druck und musste einige Defensivarbeit am eigenen Sechzehner verrichten. Brenzlig wurde es nach gut 20 Minuten, als Flügelspieler Felix Klaus den Berliner Verteidiger Mads Pedersen stehenließ und im Strafraum auf Omar Sillah zurücklegte – doch Herthas Keeper Marius Gersbeck hechtete mit vollem Risiko vorwärts und fischte dem Angreifer den Ball vom Fuß (22.).
Von da an stieg die Betriebstemperatur: Zunächst musste Gersbeck erneut einen Fürther Abschluss – diesmal aus der Ferne – vereiteln (23.). Im direkten Gegenzug setzte Luca Schuler eine scharfe, aussichtsreiche Hereingabe von Julian Eitschberger deutlich neben das Gehäuse (24.).
Die gut 58.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion sahen nun eine zunehmend dominante Hertha, angetrieben vom erneut starken, bälle-verteilenden Dirigenten Josip Brekalo. Die größte Chance im ersten Durchgang hatte Oluwaseun Adewumi: Nach einem langen Ball entwischte der 21-jährige Offensivspieler zwei Bewachern, scheiterte dann aber beim Abschluss ebenso wie bei seinem Nachschuss an Keeper Florian Hellstern (41.). Torlos ging es in die Kabinen.
Nach Wiederanpfiff waren es die Gäste, die sich die Gelegenheiten erspielten, dem Leitl-Team fiel offensiv wenig ein. Nach rund einer Stunde schlug der Ball dann im Netz der Hertha ein und der Fürther Torschütze Omar Sillah führte an der Eckfahne bereits seinen Jubeltanz auf. Doch Referee Tobias Stieler kassierte das Tor ein, denn in der Entstehung hatte der Angreifer denkbar knapp mit der Hacke im Abseits gestanden.
Hertha im Glück – und wenige Minuten später im Freudentaumel: Bei einem blitzschnellen Angriff passte Kevin Sessa auf Brekalo, der an der Strafraumkante auf den einsprintenden Pedersen durchstecke. Der Däne verwandelte direkt und platziert ins lange Eck zur Berliner Führung (65.).
Die Berliner übten nun weiter Druck aus, kamen zu noch mehr Möglichkeiten. Seguin sorgte dann für die Vorentscheidung: Unbedrängt machte der Mittelfeldspieler Meter im Zentrum und zog aus gut 20 Metern flach ab und traf zur 2:0-Vorentscheidung. Die Kugel war unhaltbar, weil noch abgefälscht durch einen Fürther Verteidiger.
Nach einem Eckstoß köpfelte Heuer in der Schlussminute zum Anschlusstreffer ein – doch am Sieg der Berliner änderte das nichts mehr.