Heizöl: Preis springt um 5,7 Prozent - Nahost-Konflikt treibt Kosten
Bestellung wird teuer
Heizölpreis steigt um bis zu 8 Euro
Von Jennifer Buchholz
09.07.2026 - 10:40 UhrLesedauer: 2 Min.
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Ein kräftiger Preissprung trifft Heizölkunden in vielen Bundesländern, besonders stark in Bremen und Hamburg. Die Lage am Persischen Golf erhöht das Risiko weiterer Aufschläge bei der Sommerbestellung.
Innerhalb von 24 Stunden ist der Heizölpreis stark gestiegen. Der bundesweite Durchschnittspreis liege aktuell bei 130 Euro, berichtet das Heizölportal Tecson. Gestern lag der Preis noch bei 123 Euro. Das ist ein Anstieg von 5,7 Prozent. So teuer war Heizöl zuletzt am 4. Juni (129,50 Euro).
Info
Bei den Angaben handelt es sich um bundesweite Brutto-Durchschnittswerte. Basis dafür ist eine Bestellmenge von 3.000 Litern Heizöl in Standardqualität.
Fast 8 Euro mehr in Bremen
Auch die Lieferanten in den einzelnen Bundesländern haben ihre Preise für Heizöl in den vergangenen Stunden deutlich erhöht. Den größten Zuschlag gab es in Bremen: 7,89 Euro müssen Kunden am Donnerstag mehr zahlen als am Mittwoch. In Hamburg liegt die Preiserhöhung bei 6,96 Euro und in Thüringen bei 6,49 Euro. Nur in Sachsen-Anhalt fällt die Preiserhöhung mit 1,83 Euro vergleichsweise gering aus.
Die Preise im Einzelnen:
Baden-Württemberg: 121,93 Euro
Bayern: 122,15 Euro
Berlin: 121,90 Euro
Brandenburg: 124,81 Euro
Bremen: 131,50 Euro
Hamburg: 126,98 Euro
Hessen: 125,64 Euro
Mecklenburg-Vorpommern: 128,09 Euro
Niedersachsen: 126,09 Euro
Nordrhein-Westfalen: 124,48 Euro
Rheinland-Pfalz: 122,69 Euro
Saarland: 122,86 Euro
Sachsen: 126,62 Euro
Sachsen-Anhalt: 122,21 Euro
Schleswig-Holstein: 127,59 Euro
Thüringen: 128,06 Euro
Die aktuelle Situation
Jüngst hatte Trump am Rande des Nato-Gipfels die Waffenruhe mit dem Iran für beendet erklärt. Er ließ jedoch eine kleine Hintertür offen: Seine Unterhändler dürften weiter mit dem Iran reden, wenn sie es wünschten, hieß es gestern.
Nun flogen US-Streitkräfte in der zweiten Nacht in Folge Luftangriffe auf Ziele im Iran. Die iranischen Revolutionsgarden griffen im Gegenzug erneut US-Stützpunkte in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain an. Trump drohte auf Truth Social mit noch härteren Angriffen – die US-Attacken seien Vergeltung für vom Iran beschossene Schiffe.
Marktanalysten haben ihre Prognosen für den Herbst und Winter zuletzt allerdings nach unten korrigiert. HSBC erwartet 75 bis 80 Dollar pro Barrel, Morgan Stanley und Goldman Sachs je 70 Dollar, die Citi Group sogar nur 60 bis 65 Dollar. Ein Teil des Marktes setzt also mittelfristig durchaus wieder auf Entspannung – vorausgesetzt, die Lage am Persischen Golf spitzt sich nicht weiter zu.
Das sind die Top-Fragen des Tages:
Kaufen oder warten?
Mit Trumps jüngster Erklärung und den zunehmenden Angriffen in Nahost hat sich die Risikolage für Heizölkäufer deutlich verändert. Wer bislang auf eine rasche Entspannung der Eskalation und somit fallende Preise hoffte, wird womöglich enttäuscht sein. Auch neue Blockaden des Seewegs sind nicht ausgeschlossen.
Besitzer von Ölheizungen könnten daher bei ihrer Sommerbestellung unter Druck geraten. Wer nicht darauf vertraut, dass sich die Lage wieder entspannt und einen Anstieg wie zuletzt Anfang April befürchtet (16,5 Euro am 4. April), sollte einen Kauf zum aktuellen Preis in Betracht ziehen.