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Heizölkauf ist laut Experte aktuell ein „Pokerspiel“

Wirtschaft

Die Heizölpreise sind in Deutschland in diesem Jahr kräftig gestiegen – besonders die vergangenen Wochen haben Haushalte mit Ölheizung hart getroffen, die Ölpreise sind förmlich explodiert. Wer jetzt Heizöl tanken muss, steht deshalb vor einer schwierigen Entscheidung: bestellen oder auf wieder sinkende Preise hoffen? Alexander von Gersdorff, Sprecher des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie (en2x), bezeichnet den Heizölkauf im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern derzeit als „Pokerspiel“.

Noch zu Jahresbeginn sah die Lage deutlich entspannter aus. Die Heizölnotierungen der IHK Frankfurt zeigen beispielsweise für Januar bei größeren Abnahmemengen Preise von meist unter 100 Euro je 100 Liter. Auch der Marktbericht des Vergleichsportals esyoil weist Anfang Januar Werte von weniger als 90 Euro aus.

Heizölpreise legen 2026 kräftig zu

Inzwischen hat sich das Bild drastisch verändert. Am 23. September kostet Heizöl im bundesweiten Durchschnitt 167,79 Euro je 100 Liter bei einer Abnahme von 3.000 Litern. Eine komplette Tankfüllung dieser Größenordnung schlägt damit mit gut 5.000 Euro zu Buche.

Besonders turbulent waren die vergangenen Wochen. Am 16. September wurden bundesweit durchschnittlich 182,59 Euro je 100 Liter aufgerufen. Regional lagen die Preise teilweise noch höher. Die IHK Frankfurt notierte für Liefermengen zwischen 2.501 und 3.500 Litern am selben Tag Preise zwischen 184,39 und 195,16 Euro je 100 Liter.

Nahostkonflikt entscheidet über weitere Preisentwicklung

Wie es mit den Heizölpreisen weitergeht, hängt nach Einschätzung von Alexander von Gersdorff vor allem von der geopolitischen Lage ab. „Die Entwicklung am Ölmarkt und bei den Produkten wie Heizöl hängt derzeit vor allem vom Fortgang des Nahostkonflikts ab“, erklärt der Sprecher des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie.

Im besten Fall komme es zu einer Einigung, so von Gersdorff weiter, „im schlimmsten Fall zu einer weiteren Verschlechterung der Versorgungssituation durch zusätzliche kriegsbedingte Seetransport-, Pipeline- und Raffinerieausfälle“.

Gerade Heizöl trifft die Situation besonders. „Ohne Frage sind gerade die Heizölpreise in jüngster Zeit stark gestiegen“, sagt von Gersdorff. Das liege daran, dass Heizöl von der globalen Knappheit an Öl und Mineralölprodukten besonders betroffen sei, weil es im Raffinerieprozess mit dem ebenfalls stark nachgefragten Diesel konkurriere.

Heizöl tanken oder lieber noch warten?

Wer eine Ölheizung besitzt und dessen Tank langsam leer wird, steht damit vor einem Dilemma. „Wenn der Heizöltank aktuell Richtung Leerstand geht, könnten Kunden überlegen, nur die nötigsten Mengen zu bestellen und darauf zu setzen, dass sich die Situation am Weltmarkt in nächster Zeit verbessert“, erklärt von Gersdorff. Gleichzeitig warnt er vor vermeintlich sicheren Prognosen: „Das zu prognostizieren ist unmöglich.“

Im Telefonat mit unserer Redaktion bringt er die Lage noch kürzer auf den Punkt: Der Heizölkauf sei aktuell ein „Pokerspiel“ – letztlich eine Frage von „Pokern und Hoffen“.

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Millionen Haushalte heizen mit Öl

Das Problem betrifft Millionen Haushalte. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es in Deutschland rund 4,8 Millionen Wohngebäude mit Öl-Zentralheizung. Betrachtet man die Wohnungen, wurden 2024 noch 17,3 Prozent des deutschen Wohnungsbestands mit Heizöl beheizt. Bei insgesamt 43,6 Millionen erfassten Wohnungen entspricht das rechnerisch rund 7,5 Millionen Wohnungen.

Entsprechend hoch bleibt der Heizölbedarf. Allein ein typisches Einfamilienhaus kann abhängig von Größe, Alter und energetischem Zustand jährlich etwa 2.000 bis 3.000 Liter Heizöl benötigen.

Entlastung beim Sprit – nicht beim Heizöl

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