DAX +0,87 % 26.226,64 Pkt 13:43:53 MDAX +0,15 % 32.558,37 Pkt 13:43:53 Euro Stoxx 50 +0,06 % 6.490,84 Pkt 13:43:45 Dow Jones +3,05 % 54.085,88 Pkt 22:42:17 S&P 500 +3,30 % 7.736,52 Pkt 22:42:18 Nasdaq +4,77 % 26.584,99 Pkt 23:15:59 Nikkei +3,66 % 66.300,44 Pkt 08:45:02 Gold +3,69 % 4.246,60 USD 13:48:50 Silber +3,53 % 62,18 USD 13:48:48 Brent +1,08 % 80,22 USD 13:48:46 WTI +0,51 % 76,16 USD 13:48:53 Bitcoin -0,06 % 64.020,23 USD 13:58:47 EUR/USD +0,43 % 1,15570 USD 13:57:53 EUR/GBP 0,00 % 0,85700 GBP 13:58:53 EUR/CHF +0,18 % 0,93420 CHF 13:58:53 EUR/JPY +0,41 % 182,026 JPY 13:58:52

Heizölpreise: Die Talfahrt geht weiter

Wirtschaft

Die Hoffnung auf ein Abkommen über die Schifffahrt in der Straße von Hormus hat die Ölpreise gestern nach unten gezogen. Besonders der Gasölkontrakt, an dem sich der Heizölpreis orientiert, gab kräftig nach. Am Morgen holen die Rohölnotierungen einen Teil der Verluste zurück, doch die Entspannungsfantasie prägt den Handel weiter. Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich geben weiter nach. In der Schweiz legen diese leicht zu. Nach den kräftigen Abschlägen der vergangenen Tage können sich die Ölpreise am Mittwochmorgen leicht erholen. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 80,13 US-Dollar pro Barrel (+ 1,7 %), die US-Sorte WTI kommt auf 76,01 US-Dollar (+ 1,2 %). Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE fällt dagegen deutlich auf 1.119,75 US-Dollar pro Tonne. Auslöser der Talfahrt sind Meldungen über eine mögliche Einigung im Iran-Krieg. Noch gestern wies Teheran jedes direkte Gespräch mit Washington zurück und verwies allein auf den Oman, mit dem man über die Schifffahrt durch die Meerenge rede. Genau dieser Kanal trägt nun offenbar erste Früchte. Das US-Nachrichtenportal Axios berichtet, dass die USA, der Iran und der Oman kurz vor einer Übergangslösung für die Straße von Hormus stehen. Eine Ankündigung könnte bereits heute erfolgen. Der Entwurf sieht eine auf 60 Tage befristete Regelung vor. Einlaufende Schiffe sollen eine Route nahe der iranischen Küste nehmen, auslaufende eine Fahrrinne vor dem Oman. Für die Durchfahrt sollen zunächst keine Gebühren anfallen. Iran und Oman sollen zugleich damit beginnen, die Minen in der Meerenge zu räumen. An dieser Linie hält Teheran auch heute fest. Trump sprach im Sender Fox News von „sehr guten" Gesprächen mit dem Iran, den Teheran nur nicht zugeben wolle, und verband das wie so oft mit einer Drohung für den Fall des Scheiterns. Aus den Reihen der iranischen Revolutionsgarden, kurz IRGC, hieß es dagegen, verhandelt werde einzig mit dem Oman. Ein Abkommen allein zwischen beiden Ländern reiche ohnehin nicht, solange die USA ihre Angriffe fortsetzten. Die beiden Darstellungen decken sich also weiterhin nicht, und Vorsicht bleibt angebracht. Wie brüchig die Lage ist, führte der Dienstag vor Augen. Nahe der omanischen Küste wurde ein Frachter von einem Geschoss getroffen, die Besatzung musste von Bord, ein Seemann wird noch vermisst. Für etwas Gelassenheit sorgen die Lagerdaten. Neue Daten des American Petroleum Institute, kurz API, deuten auf einen leichten Anstieg der US-Rohölvorräte hin und damit auf eine kleine Entlastung. Der Puffer bleibt allerdings dünn, denn erst in der Vorwoche waren die Bestände auf den tiefsten Stand seit September 2018 gefallen. Am Nachmittag müssen die offiziellen Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) das Bild bestätigen. In dem Bericht werden auch Daten zur Nachfrage, Importen und Exporten geliefert, sodass sich daraus bessere Schlüsse ziehen lassen. In Deutschland rauscht der Literpreis für Heizöl im Bundesschnitt auf 1,22 Euro herunter. Gegenüber gestern geben die Preise damit knapp drei Cent je Liter nach. Der Blick auf die Bundesländer zeigt jedoch eine uneinheitliche Preisstruktur. Während in Sachsen der Literpreis nur um gut einen Cent schrumpft, fällt der Preisrutsch in Nordrhein-Westfalen mit rund vier Cent deutlich kräftiger aus. Auch das Niveau selbst liegt weit auseinander. Im Saarland zahlt man mit rund 1,19 Euro je Liter am wenigsten, in Schleswig-Holstein mit gut 1,32 Euro am meisten. Indes machen die niedrigen Wasserstände des Rheins weiterhin Sorge. Der Pegel an der Engstelle Kaub ist auf ein Rekordtief gefallen. Laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) beträgt der Wasserstand heute nur noch 21 Zentimeter, tiefer als je zuvor seit Beginn der Messungen. Bei anhaltend hohen Temperaturen und wenig Regen sinkt der Pegel weiter. Für die Tankschiffe heißt das, sie dürfen nur einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung mitnehmen. Das verursacht höhere Frachtkosten, Transportkosten und Lieferzeiten. In Österreich geben die Heizölpreise ebenfalls ab. Am Vormittag kostet der Liter knapp 1,59 Euro. Das sind seit Wochenbeginn rund drei Cent weniger. Verbraucher in der Schweiz zahlen heute 0,6 Rappen mehr pro Liter. Dort konnte sich die Abwärtsbewegung vom Morgen noch nicht durchsetzen.

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