Heizölpreise fallen endlich - deutlich: Heizölkunden kaufen Heizöl - für den Winter
Die Heizölpreise fallen mit den Ölpreisen endlich deutlich. Allerdings halten sich die Gasölpreise auf hohem Niveau und bremsen den Preisrückgang bei Heizöl etwas ab (siehe unten). Die Nachfrage nach Heizöl hat kräftig angezogen. In vielen Bundesländern sind die Sommerferien zu Ende und die Heizsaison rückt immer näher. Heizöl kostet am Mittwochmorgen noch 129 Euro je 100 Liter und erreichen damit den niedrigsten Stand seit Anfang August.
Im Vergleich zur vorigen Woche sind die Heizölpreise damit immerhin 6,50 Euro niedriger. Der Preis für Brent-Rohöl fiel am Mittwoch unter 87 US-Dollar pro Barrel und setzte damit seine Talfahrt im dritten Handelstag in Folge fort – und zog die Heizölpreise weiter mit nach unten. Auslöser waren Berichte, wonach der Iran und der Oman über die Einrichtung eines „vorübergehenden gemeinsamen Seekorridors“ in der Straße von Hormus beraten haben.
Die technischen Gespräche zwischen beiden Seiten sollen fortgesetzt werden, während man auf einen dauerhaften Seekorridor hinarbeitet, der unter anderem die künftige Verwaltung der Meerenge, Mechanismen zum Informationsaustausch, das Verkehrsmanagement sowie die Bereitstellung von maritimen Dienstleistungen und Sicherheitsleistungen umfasst.
Die Ölpreise waren in dieser Woche massiv unter Druck geraten, nachdem sich die jüngsten Maßnahmen Washingtons zur Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks auf den Iran als weniger drastisch erwiesen hatten als von den Märkten erwartet; so verzichteten die USA darauf, Sekundärsanktionen gegen Handelspartner des Iran zu verhängen.
Trotz des Preisrückgangs bei Rohöl und Heizöl zeigen die hohen Raffineriemargen für Diesel und Heizöl und niedrige Destillatbestände die anhaltende Knappheit auf den Märkten für Mineralölprodukte. Das begrenzt natürlich das Potential für weitere Preisrückgänge bei Heizöl. In den USA lagen die Lagerbestände für Destillate im Vorfeld der herbstlichen Wartungsarbeiten und der winterlichen Heizsaison rund 12 bis 13 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt.
Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE, an dem der Heizölpreis hängt, ist nach einem scharfen Rückgang wieder deutlich gestiegen auf 1325 US-Dollar je Tonne und hat damit binnen weniger Tage wieder um 300 US-Dollar zugelegt.
In der Spitze kostet Heizöl in Deutschland am Mittwoch 143 Euro in Bremen und 139 Euro in Schleswig-Holstein. Die Tiefpreise liegen bei 128 Euro in Baden-Württemberg. Im Norden Deutschlands ist Heizöl also weiterhin erheblich teurer als im Süden. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegen aktuell 15 Euro je 100 Liter. Die norddeutschen Länder verzeichnen heute auch die kräftigsten Preisrücknahmen mit rund 4 Euro je 100 Liter.
Auf dem Heizölportal Heizöl24 glauben am heutigen Mittwoch (26.08) immerhin 26 % Prozent der Kunden, dass es sinnvoll ist, sein Heizöl jetzt zu kaufen, während 74 % der Heizölkunden den Einkauf auf später verschieben wollen. Vorige Woche waren gerade einmal 6 Prozent der Käufer überzeugt, dass ein sofortiger Heizölkauf besser ist, also deutlich weniger. Gleichzeitig zeigen die Daten auf Heizöl24 das die Marktbeobachtung der Heizölkunden „sehr hoch“ ist und ebenso wird die Kaufaktivität mit „sehr hoch“ angegeben.
Man will und muss also noch vor der Heizsaison kaufen – und hofft auf einen weiteren Rückgang der Heizölpreise, wonach es derzeit jedenfalls aussieht. Die Lieferfristen liegen aktuell bei 19 Tagen und damit 1 Tag höher als vorige Woche - und zeigen das die Heizölhändler wieder mehr Aufträge abwickeln müssen. Die in den Sommerferien sehr schwache Nachfrage der Verbraucher zeigt sich mit dem Ferienende deutlich belebter.