Heizungsmarkt 2026: Vier Millionen veraltete Heizungen - Branche warnt
Heizungsmarkt 2026 Vier Millionen veraltete Heizungen: Branche warnt Von t-online, jb Aktualisiert am 12.08.2026 - 07:10 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Millionen Heizungen in Deutschland sind veraltet. Der Modernisierungsbedarf ist enorm. Nun warnt die Branche vor den Folgen für Verbraucher und Klimaschutz. Der Heizungsmarkt hat sich zwar erholt. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Besonders bei Wärmepumpen sei der Absatz kräftig gestiegen. Dennoch wurden insgesamt deutlich weniger Heizungen verkauft als in früheren Jahren. Der Branchenverband warnt vor den Folgen für Industrie, Verbraucher und Klimaschutz, wenn der Austausch alter Geräte nicht schneller voranschreitet. Von Januar bis Juni 2026 wurden insgesamt 352.000 Wärmeerzeuger verkauft. Das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 194.500 davon waren Heizungswärmepumpen (plus 40 Prozent). Der Absatz von gasbasierten Wärmeerzeugern stieg um ein Prozent auf 134.000 Geräte. Für ölbasierte Systeme (9.500; minus elf Prozent) und Biomasseheizungen (14.000; minus ein Prozent) war das Kaufinteresse im ersten Halbjahr jedoch geringer. Angesichts der Zahlen waren Wärmepumpen im ersten Halbjahr der wichtigste Wachstumstreiber. Sie machten mehr als die Hälfte des Gesamtabsatzes aus. Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer beim BDH, erklärt in einer Pressemitteilung: "Das kräftige Wachstum bei Wärmepumpen ist ein wichtiges positives Signal und zeigt, welches Potenzial im Markt vorhanden ist." Nun gelte es, diese Entwicklung zu verstetigen und auf den Gesamtmarkt auszuweiten. Jahresprognose bleibt hinter den Klimazielen zurück Setzt sich die Entwicklung des ersten Halbjahres fort, könnte der Absatz von Wärmeerzeugern im Gesamtjahr 2026 bei rund 700.000 Geräten liegen, prognostiziert der BDH. Das wäre eine leichte Stabilisierung gegenüber 2025, als der Markt mit 627.000 verkauften Anlagen den niedrigsten Stand seit 15 Jahren erreichte. Von den Modernisierungsraten, die für die Erreichung der Klimaziele notwendig wären, bleibt die Branche jedoch weiterhin weit entfernt. Laut BDH müssten jährlich rund eine Million Heizungen modernisiert werden, um die CO2-Emissionen im Gebäudesektor signifikant zu senken. Nach wie vor sind etwa vier Millionen Heizungen in Deutschland älter als 30 Jahre, und über 40 Prozent der insgesamt 21,5 Millionen Anlagen entsprechen nicht dem Stand der Technik. "Verlässliche Rahmenbedingungen geben Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung und ermöglichen den Unternehmen, ihre Kapazitäten langfristig zu planen", so Staudt. Das sind die Top-Fragen des Tages: Politische Unsicherheiten belasten den Markt Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und der angepassten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurden zwar klare ordnungspolitische Leitplanken geschaffen, die Investitionssicherheit bieten sollen. Doch der BDH warnt, dass diese Regelungen langfristig Bestand haben müssen, um das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Modernisierung ihrer Wärmeversorgung zu stärken. "Die Leitplanken für einen klimaneutralen Gebäudebestand dürfen nicht mit jeder Wahlperiode neu verhandelt werden", betonte Staudt. Auch die Entscheidungsfreiheit der Gebäudeeigentümer spielt laut dem BDH eine zentrale Rolle. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte dazu: "Wir schaffen einen technologieoffenen Rahmen, in dem Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer wieder selbst entscheiden können, welche Heizung am besten zu ihrem Gebäude passt." Diese Wahlfreiheit dürfe nicht durch eine einseitige Förderung des Wärmenetzausbaus eingeschränkt werden. Stattdessen müsse ein fairer Wettbewerb zwischen zentralen und dezentralen Lösungen gewährleistet sein.