Helsing und Hensoldt integrieren neues Flugkörperwarnsystem sowie Escort Support Jammer in autonomes Kampfflugzeug CA-1 Europa
Die deutschen Technologieunternehmen Helsing und Hensoldt bauen ihre Partnerschaft beim Bau des autonomen Kampfflugzeugs CA-1 Europa weiter aus. Nachdem im Februar eine strategische Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen vereinbart wurde, wurde jüngst eine Ausweitung des Memorandum of Understanding vereinbart. Wie Helsing in einer heutigen Mitteilung schreibt, wird die CA-1-Kampfdrohne nicht nur mit leistungsfähiger Sensorik von Hensoldt ausgestattet, sondern auch mit dem neuen Flugkörperwarnsystem CAIRAS (Compact Infrared Reconnaissance and Alert System). Mit dem passiven Infrarot-Warnsystem soll die Selbstschutzfähigkeit des unbemannten Kampfflugzeugs gestärkt werden. Zudem soll die auf der ILA vorgestellte „CA-1 Electronic Attack“, eine Escort Jammer-Variante des unbemannten Kampfflugzeugs, mit einem Escort Support Jammer von Hensoldt ausgerüstet werden. CAIRAS wurde Hensoldt zufolge für die Herausforderungen luftgestützter Einsätze entwickelt und erreicht durch die Zwei-Farben-Infrarot-Technologie im Raketenwarnsystem ein weitaus höheres Warnleistungsniveau als herkömmliche Systeme. Seine zentrale Recheneinheit mit bis zu sieben Infrarotsensoren der neuesten Generation gewährleistet dem Hersteller zufolge höchste Detektionswahrscheinlichkeit und große Erfassungsreichweiten bei gleichzeitig minimierter Falschalarmrate. Zu den Kapazitäten gehören die Detektion und Lokalisierung feindlichen Beschusses, eine vollständige 360°-Abdeckung sowie Echtzeit-Panoramabilder im Infrarotspektrum, schreibt Hensoldt auf seiner Webseite. Hensoldt zufolge wird CAIRAS für die CA-1 Europa in die Selbstschutz-Suite AMPS-MR (Airborne Missile Protection System) eingebettet. Sie kombiniert den Flugkörperwarner CAIRAS („M“) mit dem Radarwarner Kalætron („R“) und schließt ein Dispenser-System zur Ausbringung von Täuschkörpern ein. Es ist der erste Einsatz von AMPS auf einem unbemannten Luftfahrzeug, heißt es dazu in einer heutigen Mittelung des Sensorhauses. „Für die CA-1 Europa als unbemanntes System hat die passive Arbeitsweise von CAIRAS besondere Bedeutung: Da an Bord kein Pilot die Bedrohungslage manuell einordnet, ist die Plattform auf maschinell auswertbare, verlässliche und mit geringer Falschalarmrate arbeitende Sensordaten angewiesen, um autonom reagieren zu können. Die gewonnenen Daten können in die von HENSOLDT bereitgestellte Software-Suite MDOcore zur Datenfusion einfließen. Damit trägt CAIRAS zur Überlebensfähigkeit der CA-1 Europa in umkämpften Einsatzumgebungen bei, ohne die eigene Position durch aktive Emissionen preiszugeben“, schreibt Hensoldt weiter. Darüber hinaus nutzte Helsing die heutige Mitteilung, um über den Fortschritt beim Bau des autonomen Kampfflugzeuges CA-1 Europa zu informieren. Den Angaben von Helsing zufolge befindet sich das Vorhaben „voll im Plan“. Dem Unternehmen zufolge ist die Fertigung des V-Tail Leitwerks komplett abgeschlossen. Zudem sind bei den Flügeln alle Hauptkomponenten, unter anderem die Ober- und Unterschale, gefertigt und werden im nächsten Schritt zum Flügel zusammengesetzt. Wie es in der Mitteilung heißt, sind auch die Rumpfformen vollständig fertiggestellt, so dass in Kürze die Laminierung erfolgen soll. Auch der Preliminary Design Review (PDR) für das Fly-by-Wire-System ist bereits erfolgreich abgeschlossen, schreibt das Unternehmen. Waldemar Geiger