Hertha BSC: Expertenkommission spricht sich für Stadionneubau aus
Das geplante neue Stadion von Hertha BSC könnte am südwestlichen Rand des Olympiaparks gebaut werden. Zu diesem Schluss ist die vom Senat eingesetzte Expertenkommission nach fast vier Jahren gekommen. Am Standort entlang der Jesse-Owens-Allee liegt zurzeit noch das alte Reiterstadion, das allerdings schon lange nicht mehr für Wettkämpfe genutzt wird.
Die Kommission empfiehlt Hertha BSC nun, eine Bauvoranfrage beim Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zu stellen. Erlässt das Bezirksamt in der Folge einen Bauvorentscheid, hat Hertha Aufschluss darüber, wie ein Stadionbau durch die tatsächlichen bau-, verkehrs- sowie umweltrechtlichen Anforderungen zu realisieren wäre.
"Wir bedanken uns für die intensive Arbeit aller Beteiligten. Die Eigentümerzustimmung zur Einreichung einer Bauvoranfrage ermöglicht nun die Prüfung zentraler planungsrechtlicher Fragestellungen. Auf dieser Grundlage können die weiteren Rahmenbedingungen des Projekts bewertet werden", sagte Herthas Vereinspräsident Fabian Drescher rbb|24 am Mittwoch.
Laut Informationen des "Tagesspiegel" hat Hertha die entsprechende Bauvoranfrage bereits fertig vorbereitet.
Sollte das Bezirksamt den Vorbescheid erlassen, wird der Verein ein Finanzierungskonzept für die Arena vorlegen müssen, die bis zu 52.000 Sitzplätze haben soll. Ebenfalls vom Senat gefordert wird ein Plan, wie das neue Stadion mit dem benachbarten Olympiastadion wirtschaftlich koexistieren kann. Darüber hinaus stellt der Senat die klare Forderung, dass für die Erschließung des Baugrundstücks keine Kosten beim Land Berlin enstehen.
Bezahlen müsste Hertha BSC den Bau aus eigenen Mitteln. Unklar ist bislang, ob der Zweitligist die nötigen Investoren finden kann. Den Verein plagen Schulden in zweistelliger Millionenhöhe, die Klubführung spricht von einer angespannten wirtschaftlichen Situation.
"Mit der Empfehlung der Expertenkommission kann der Verein einen nächsten Schritt für den Bau des Stadions nehmen. Ich danke sowohl der Senats-internen Prüfgruppe als auch der Expertenkommission für ihre gewissenhafte und konstruktive Arbeit", wird Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) in der Pressemitteilung zitiert.
Das Ergebnis zeige auch, "wie sorgfältig wir mit dem Olympiapark umgehen, und wie es gelingen kann, eine Balance zwischen Entwicklung und Bestand zu finden".
Die Expertenkommission wurde bereits im Oktober 2022 eingesetzt. Damals hatte Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) vorgeschlagen, das Stadion im "Lindeneck" am nördlichen Rand des Maifelds zu bauen, wofür aber ein Reitverein hätte weichen müssen.
Die Kommission lehnte diesen Vorstoß allerdings ab. Stattdessen brachte sie den Standort an der Jesse-Owens-Allee ins Spiel. Seit 2024 wurde es ruhig um die Kommission und angekündigte Entscheidungen oder ein Abschlussbericht blieben aus.