Hessen am Morgen: Die Nachrichten im Ticker vom 27.08.2026
Kugelschreiber-Hersteller Senator gerettet
Kugelschreiber von Senator - seit 1920 gibt es sie, man kennt sie. Doch wissen viele vermutlich nicht, dass die Schreibgeräte im südhessischen Groß-Bieberau (Darmstadt-Dieburg) hergestellt werden. Seit März befindet sich das Traditionsunternehmen allerdings in der Insolvenz. Hohe Produktionskosten und Konkurrenz aus Asien hatten dem Kuli-Hersteller zugesetzt.
Doch jetzt konnte Bürgermeister Christopher Seibel (FWG) die gute Nachricht verkünden: Der Betrieb wird vom schweizerischen Unternehmen Pagani Pens übernommen. Die Marke Senator wird weitergeführt und die rund 150 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Das ist auch für den Wirtschaftsstandort Groß-Bieberau eine gute Nachricht.
Viel Lkw-Verkehr wegen Hochwasserschutz-Maßnahmen
Gute Nachricht für Bad Hersfeld - eigentlich: Der Hochwasserschutz soll hier verbessert werden. Doch für den Stadtteil Kohlhausen heißt das erst mal: viel Verkehr durch Lastwagen. Heute soll's losgehen: Am nördlichen Ufer der Fulda wird eine langgestreckte Senke zwischen Kohlhausen und dem Eichhof ausgehoben. Die soll als Überflutungsfläche dienen und den Hochwasserschutz verbessern.
Das Bauprojekt ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen für die Grunderneuerung der A4 bei Bad Hersfeld. Dafür brummen aber nun für zwei bis drei Wochen viele Lkw durch Kohlhausen. Um die Anwohner etwas zu schonen, geht's morgens nicht vor 7.30 Uhr los und abends nicht länger als 17 Uhr, wie die Autobahn GmbH mitteilte.
Aktion gegen Elterntaxis: "Laufbus" in Steinbach startet
Kurz nach halb acht - viele Kinder starten jetzt zur Schule oder sind schon auf dem Weg. Vielerorts in Hessen sind aber Elterntaxis zur Gewohnheit geworden. Die Eltern fahren schnell das Kind mit dem Auto zur Schule. In Steinbach (Hochtaunus) soll sich das nun ändern. Heute werden dort Haltestellen für Laufkinder eingeweiht. "Laufbus" nennt sich das Projekt. An neun Stellen im Ort sollen sich Kinder treffen und gemeinsam zur Geschwister-Scholl-Grundschule laufen.
In den ersten Wochen werden sie noch von Eltern begleitet, dann sollen sie den Schulweg selbst meistern. Das Ziel: Die Kinder werden selbständig und die Elterntaxis minimiert. So zumindest die Hoffnung der Stadt.
Malaria-Fälle am Frankfurter Flughafen: Zweiter Mitarbeiter tot
Tragische Todesfälle am Frankfurter Flughafen: Durch eine aus einem Malaria-Gebiet mitgereiste Mücke sind zwei Mitarbeiter gestorben, wie das Frankfurter Gesundheitsamt gestern mitteilte. Der erste Todesfall habe sich schon Anfang Juli ereignet, die Ursache sei jedoch erst nach dem Tod des Patienten festgestellt worden. Der zweite Todesfall war im August und wurde zuvor vom Flughafenbetreiber Fraport bekanntgegeben. Dass Flughafen-Mitarbeiter in Deutschland an Malaria erkranken, sei "ein seltenes Ereignis", teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Generell nehme die Zahl solcher Fälle aber zu. Für gewöhnlich sind Reisende von Malaria betroffen.
Wilke-Prozess zieht sich in die Länge
Der Prozess um die verseuchte Gammel-Wurst von Wilke aus Twistetal-Berndorf (Waldeck-Frankenberg) zieht sich in die Länge. Jetzt hat das Gericht bekannt gegeben, dass es mindestens 20 weitere Verhandlungstage brauche. Bis Dezember ist schon terminiert. Aber das ist erst die Hälfte. Ein Urteil ist damit erst im Laufe des nächsten Jahres zu erwarten. Seit Anfang Juli stehen drei Vertreter der ehemaligen Wurstfabrik in Kassel vor Gericht unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in elf Fällen.
Während also die juristische Aufarbeitung des Wilke-Wurst-Skandals noch länger dauern wird, wurden diese Woche die Weichen für die Zukunft des ehemaligen Standorts gestellt. Ein Investor aus Frankfurt bekam den Zuschlag, das Areal umzugestalten.
Hans Traxler, der Gentleman der Frankfurter Karikaturisten, ist tot
Hans Traxler, das Urgestein der Komischen Kunst und Wahlfrankfurter, ist gestorben. Einst hat er die Satiremagazine "Pardon" und "Titanic" mitbegründet und Helmut Kohl als "Birne" unsterblich gemacht. Gemeinsam mit Künstlern wie Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und F.K. Waechter war Traxler Teil der "Neuen Frankfurter Schule" (NFS), die in die Comic-Geschichtsschreibung eingingen.
Einer der legendärsten Werke der NFS wurde zu ihrem Leitspruch: "Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche" - getextet von F. W. Bernstein und gezeichnet von "Herrn" Traxler, um den nicht nur Frankfurter Fans für seinen feinen Humor trauern.
Staatsanwaltschaft prüft Auffälligkeiten bei Wahlen in Frankfurt
Ermittlungen in Frankfurt zu mutmaßlichem Wahlbetrug bei Oberbürgermeisterwahl vor drei Jahren und zu Auffälligkeiten bei der Kommunalwahl dieses Jahr: Die Staatsanwaltschaft sieht dabei personelle Überschneidungen, wie sie der hessenschau mitteilte. Betrüger sollen bei der Frankfurter OB-Wahl 2023 Briefwahlunterlagen in fremdem Namen ausgefüllt haben. Die Staatsanwaltschaft stieß auf Personen, die womöglich auch bei den Auffälligkeiten bei der diesjährigen Kommunalwahl eine Rolle spielten.
Vier Stadtverordnete von CDU, SPD und Grünen waren bei der Kommunalwahl durch ungewöhnlich viele Stimmen von Stimmzetteln einer kleinen Wählerliste in den Römer eingezogen. Durch die personellen Überschneidungen könnten derzeit jedoch keine Rückschlüsse auf Straftaten der Betroffenen gezogen werden, so die Staatsanwaltschaft.
Neuer DHL-Stützpunkt soll Paketflut abfedern
Online-Bestellungen gehören längst zum Alltag. Die Folge: immer mehr Pakete. Deshalb ist der Zustellstützpunkt der DHL in der Fürth (Bergstraße) zuletzt auch aus allen Nähten geplatzt. Abhilfe gibt's jetzt mit einem neuen Stützpunkt in Fürth, der heute eingeweiht wird. Und der ist sehr viel größer.
Von hier aus können die Zustellerinnen und Zusteller Pakete an fast 20.000 Haushalte in Fürth, Grasellenbach, Lautertal (Odenwald), Rimbach und Modautal (Darmstadt-Dieburg) ausliefern. Über 40 Menschen arbeiten da, Tendenz steigend, sagt ein DHL-Sprecher. Damit zeige sich auch im Weschnitztal ein Wandel - von immer weniger Briefen hin zu immer mehr Paketen, für die es Zustellende, Fahrzeuge und Platz brauche.
Abstimmung über Mega-Rechenzentrum in Gießen
In Gießen soll das erste große Rechenzentrum Mittelhessens entstehen mit einer Anschlussleistung von 65 Megawatt. Übers Jahr soll es fast eineinhalb mal so viel Strom verbrauchen wie gesamt Gießen. Kritik dagegen kommt von einzelnen Fraktionen im Stadtparlament und vom Gießener Energietechnik-Experten Stephan Lechner. Er warnt vor einem weltweiten Trend zu immer mehr Rechenzentren.
Die Zunahme an Rechenzentren erfolge, "ohne groß zu reflektieren, wofür genau, ob das alles nötig ist und wie sich das entwickeln kann und ob das auch gedeckt werden kann, was den Energiebedarf betrifft", sagt Lechner. Das Stadtparlament stimmt am Abend über das Bauvorhaben in Gießen ab. Erwartet wird, dass die Stadtverordneten dafür stimmen werden.
Aus für Siggis Hütte in Willingen beschlossen
Schnaps, Schlager, Siggi - das ist das beliebte Konzept von Siggis Hütte auf dem Ettelsberg in Willingen (Waldeck-Frankenberg). Doch damit ist bald Schluss. In eineinhalb Jahren, nach der Ski-Saison 2028, macht der Party-Tempel dicht. Dann endet der Pacht-Vertrag und wird nicht mehr verlängert. Das bestätigte uns Jörg Wilke von der Ettelsberg Seilbahn GmbH, dem Verpächter der Hütte. Siggis Hütte ist das Epizentrum des Après-Ski-Tourismus in dem Wintersport-Ort. Besonders an Samstagen ist dort regelmäßig reichlich was los. Entsprechend groß wird bei vielen die Enttäuschung sein, dass die Party (bald) zu Ende ist.
Große Solidarität nach tödlichem Arbeitsunfall in Kalbach
Der Arbeitsunfall in Kalbach (Fulda) am Montag erschüttert viele Menschen. Ein 34-Jähriger ist dort auf dem Gelände eines Basaltwerks bei Arbeiten an einem Lastwagen ums Leben gekommen. Auf den tragischen Unfall folgt nun eine große Welle der Solidarität, denn der Mann hinterlässt seine Frau und eine zweijährige Tochter.
Freunde haben für die beiden online eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Sie wollten ursprünglich 50.000 Euro sammeln. Diese Summe ist innerhalb weniger Stunden überschritten worden. Viele Menschen spenden, um Mutter und Tochter in der schweren Situation finanziell zu unterstützen, damit sie sich, so die Initiatoren, zumindest darum weniger Sorgen machen müssen.
Moin!
Hallöchen aus dem Funkhaus in Frankfurt! Hier ist euer Frühticker, heute mit mir, Meliha Verderber. Ich freue mich sehr, euch in den nächsten Stunden mit News und Themen aus Hessen zu versorgen - und ich hoffe, es wird ein spannender und abwechslungsreicher Donnerstagmorgen beziehungsweise Vizefreitag, wie manche auch sagen. Und so viel kann ich schon mal verraten: Der Sommer ist zurück, zumindest für ein paar Tage. Also die kurzen oder luftigen Sachen wieder rauskramen. ☺️
Wer möchte, kann mir gerne schreiben - konstruktive Anmerkungen, Feedback und schöne Fotos (bitte hier hochladen) sind immer willkommen. Los geht's!
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