Hinrichtung geht schief: Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen
Es wäre die erste Hinrichtung einer Frau in dem US-Bundesstaat seit mehr als 200 Jahren gewesen. Doch nach der Vollstreckung lebte die 50-Jährige weiterhin – was dann geschah, wirft Fragen auf.
Bei der ersten geplanten Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren ist es zu Komplikationen gekommen. Nach Darstellung von Christa Pikes Verteidigern lebte die 50-Jährige auch nach der Verabreichung zweier Giftspritzen zunächst noch, wie aus einem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht. "Um 20:26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche", heißt es.
Pike wird in Krankenhaus geliefert
Wenig später teilte Richter Kyle Hixson mit, in einer Telefonkonferenz mit den Anwälten aller Beteiligten habe der Staat das Gericht informiert, "dass Frau Pike nicht für tot erklärt worden sei". Die Justizvollzugsbehörde habe zudem die medizinische Notfallversorgung und den Transport von Pike in ein Krankenhaus angeordnet.
Für Mord 1996 verurteilt
Pike war 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.
Empfehlungen der Redaktion
Gericht stoppt historische Hinrichtung einer Frau in Tennessee
Mordurteil mit 20 Jahren Verspätung
Gericht verringert Strafe für Maja T. auf sieben Jahre
Pike war nach Angaben der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Bundesstaates eine Strafe verbüßte. Sie ist laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet werden sollte. (dpa/bearbeitet von phs)