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Hitze: Nord- und Ostsee waren im Sommer deutlich zu warm

Wissenschaft

Die Temperaturen in Nord- und Ostsee lagen dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zufolge in den Monaten Juni bis August deutlich über den langjährigen Mittelwerten. Insgesamt sei es der fünftwärmste Sommer für die Nordsee und der siebtwärmste für die Ostsee jeweils seit dem Jahr 1997 gewesen. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Nordsee betrug demnach 15,6 Grad, in der Ostsee waren es 17,2 Grad.

Die Werte lagen damit jeweils knapp einen Grad über den Mittelwerten der Vergleichsperiode von 1997 bis 2021. Besonders die südliche Nordsee und der Ärmelkanal waren deutlich wärmer. Dort lag die Temperatur zwei Grad oder mehr über dem langjährigen Mittel. Einzelne Gebiete stellten neue Höchstwerte auf.

Marine Hitzewelle um Helgoland

In der Region um Helgoland kam es laut BSH insgesamt 66 Tage zu einer sogenannten marinen Hitzewelle. Im Juli lag die Oberflächentemperatur dort sogar fast vier Grad Celsius über dem Mittelwert, der für die Zeit seit Inbetriebnahme der Messstation 2009 errechnet wurde. Durch solche Hitzewellen sind Flora und Fauna bedroht.

In der Ostsee waren die Abweichungen vom Mittelwert laut Bundesamt vor der schwedischen, deutschen und polnischen Küste sowie im äußersten Norden am größten. Dort lagen die Temperaturen etwa 1,5 Grad Celsius über dem Mittel. Nord- und Ostsee seien in diesem Sommer »deutlich zu warm« gewesen, fasste die Behörde das Ergebnis der Messungen zusammen.

Drastische Folgen für Lebensräume

Das BSH warnte vor den Folgen der hohen Temperaturen. Dadurch änderten sich Lebensräume drastisch, einige Tierarten würden in kühlere Gewässer weiterziehen, während sich nicht einheimische Arten ausbreiteten. Zudem nähmen schädliche Algenblüten und Sauerstoffmangel zu.

Warmes Wasser dehne sich weiter aus, was zu einem höheren Meeresspiegel beitrage, teilte das BSH mit. Damit komme es auch zu höheren Wasserständen bei Sturmfluten. Warmes Meerwasser könne außerdem weniger Kohlenstoffdioxid speichern, was den Klimawandel weiter verstärke.

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