Hitzewelle in Deutschland: Wetter-Experte spricht von 38 Grad
Fast 50 Grad in Italien Dann zieht der "Hitzepool" aus Südeuropa nach Deutschland Von t-online, KON Aktualisiert am 23.07.2026 - 07:52 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Weite Teile von Deutschland starten mit durchwachsenem Wetter in die Woche. Ein Hoch, das derzeit Südeuropa zu schaffen macht, könnte das bald ändern. Im Süden von Europa fallen reihenweise Temperaturrekorde. Die staatlichen Stellen in Frankreich, Italien und Spanien warnen vor einer neuen Hitzewelle und melden vielerorts Temperaturen von über 40 Grad. Auf Mallorca etwa gab es am Montag die heißeste Nacht seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, auf der italienischen Insel Sardinien wurden am Sonntag 47 Grad erreicht. Dieser Wert ist nur knapp vom europäischen Allzeitrekord entfernt: Im Sommer 2021 zeigte das Thermometer auf Sizilien 48,8 Grad an. Die Großwetterlage stellt sich um: So geht der Sommer in Deutschland weiter Touristen kommen auf Flucht um: Inferno in Andalusien fordert Tote Eine Entspannung für den Mittelmeerraum ist nach aktuellen Prognosen nicht in Sicht: Auch wenn sich die Wetterlage zwischenzeitlich lokal entspannt, dürfte sie sich im Großen und Ganzen noch lange halten. Diplom-Meteorologe Dominik Jung erläutert auf Anfrage von t-online, dass Hitze und Trockenheit in den kommenden Wochen in Südeuropa immer wieder Thema werden dürften. Das für die Jahreszeit ungewöhnlich heiße Mittelmeer verstärke die Lage weiter. Wird sich das Hitzewetter aus Südeuropa mit Verzögerung auch in Deutschland breitmachen? Dominik Jung erklärt: "Die Signale für eine dritte Hitzewelle sind deutlich." Experte mit Prognose: "Hochsommer dreht wieder auf" Südeuropa sei immer wieder ein Reservoir für das kommende Wetter in Deutschland. Sobald die Luftströmung von Süd auf Südwest drehe, werde die heiße Luft aus dem Mittelmeerraum nach Norden gedrückt. Dann breite sich der südeuropäische "Hitzepool" auch in Deutschland aus. Im Video | So wird das Wetter in Ihrer Region Laut Jung wird es dazu noch in dieser Woche kommen. Der Wetterexperte erklärt, dass sich das Hoch in der Wochenmitte in Richtung Skandinavien verlagern und zwischen Skandinavien und Deutschland positionieren werde. Für Deutschland bedeute das, dass "der Hochsommer wieder aufdreht". Deutschland könne sich im Westen und Südwesten sogar auf einzelne Wüstentage und tropische Nächte einstellen – also Tage, an denen die Temperatur 35 Grad erreicht oder übersteigt, beziehungsweise Nächte, in denen es nicht kälter als 20 Grad wird. Bis zur Wochenmitte lasse sich in Deutschland dabei eine Teilung beobachten: Während es im Süden und Südwesten des Landes heiß sei, bleibe es im Norden Deutschlands zunächst frisch und wechselhaft. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) sind im Nordosten bis zum Mittwoch noch Gewitter möglich. Wie Jung prognostiziert, kippt hier das Wetter in der zweiten Wochenhälfte. In der Folge dürfte sich die Wetterlage in Deutschland vereinheitlichen. Dabei seien Wechsel zwischen Hitze und unwetterartigen Phasen durchaus wahrscheinlich. Gerade dieses Auf und Ab sei "typisch für den Sommer 2026". Mindestens eine weitere Hitzewelle in Deutschland So extrem wie in Spanien, Frankreich und Italien werden die Temperaturen dabei aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht: In den meisten Regionen Deutschlands würden die Temperaturen zwischen 32 und maximal 36 Grad liegen – allenfalls im Südwesten des Landes seien 38 Grad möglich. Wie Jung betont, sind diese Angaben immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Auch zu der Dauer der Hitzetage könnten nur sehr ungefähre Prognosen gemacht werden: Es sei möglich, dass sich die Hitzewelle stabil über Deutschland festsetzt – genau so sei aber auch nicht auszuschließen, dass Gewitter die Hitzewelle jäh beenden. Der Wetterexperte Karsten Brandt rechnet mit einem solchen Szenario. Wie er auf Anfrage von t-online erklärt, ist davon auszugehen, dass die Temperaturen am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen. Für den kommenden Montag und Dienstag zeichne sich bereits eine Kaltfront ab. Dass es in diesem Sommer noch mindestens eine weitere Hitzewoche in Deutschland geben werde, ist laut Dominik Jung aber sehr wahrscheinlich. Wann es so weit ist, lasse sich aber nicht mit Sicherheit voraussagen: "Prognosen jenseits von sieben bis zehn Tagen sind Trends, keine Punktlandungen."