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Hitzewelle: Ungarn schaltet AKW wegen niedrigen Donaupegels früher als geplant ab

Welt

Ungarn hat das Atomkraftwerk Paks wegen sinkender Pegelstände der Donau durch die ​anhaltende Trockenheit vollständig heruntergefahren. Dies ‌teilte ⁠Ministerpräsident Péter ​Magyar mit. Aufgrund des »weiteren Rückgangs des Wasserstands der Donau« werde die Anlage am Sonntag zum ersten Mal seit fast einem halben Jahrhundert nicht funktionieren. Noch am Vortag hatte Magyar eine Abschaltung für die kommende Woche angekündigt. Hohe Temperaturen und ausbleibender Regen haben die Pegelstände der Donau an mehreren Stellen auf historisch niedrige Werte sinken lassen. Der Betreiber hatte eine Abschaltung deswegen zuletzt als »unvermeidlich« bezeichnet. Die Leistung der Anlage, die fast ​die Hälfte ‌des Stroms des ‌Landes erzeugt, war bereits gedrosselt worden. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bot Ungarn Hilfe bei der Bewältigung der Energiekrise an. Die ungarische Regierung will große Stromverbraucher zu freiwilligen Einsparungen auffordern und ​bei Bedarf auch verbindliche Begrenzungen anordnen. »Die Haushalte werden als Letzte von den Beschränkungen betroffen sein«, sagte Magyar. Zudem soll der Güterverkehr auf ‌der Schiene zu Spitzenzeiten eingestellt und die Beleuchtung öffentlicher ​Gebäude abgeschaltet werden. Der ​Wassermangel durch die ​anhaltende Trockenheit hat auch die Schifffahrt behindert und ‌den Tourismus in Ungarn belastet. Rumänien und Frankreich ebenfalls betroffen Auch in anderen europäischen Ländern waren Reaktoren wegen der hohen Temperaturen im Sommer bereits abgeschaltet worden. In Frankreich wurde am Mittwoch einer der zwei Reaktoren des Kernkraftwerks Golfech aufgrund der hohen Temperaturen abgeschaltet. Wegen der Hitzewelle im Juni war zudem das Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz vorübergehend abgeschaltet worden. Rumänien schaltete diese Woche ebenfalls zum ersten Mal beide Reaktoren des Kernkraftwerks Cernavodă wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau ab. Dies ist »im Fall schwerer Dürre« vorgesehen, wie der Betreiber Nuclearelectrica mitteilte.

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