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Hochautomatisiertes Fahren: Mercedes und Nvidia wollen Level 4 im nächsten Jahrzehnt

Wirtschaft

Mercedes und Nvidia wollen die nächste Generation von Fahrer­assistenz­systemen ge­mein­sam entwickeln. Dafür sollen Mercedes' MB.OS und Fahrzeugkompetenz mit Nvidias Hyperion-Plattform, dem Alpamayo-Stack und dem Sicherheitssystem Halos zusammen­arbeiten. Das soll neue Funktionen ermöglichen und den Weg zum SAE-Level 4 ebnen.

In der Ankündigung lassen sich Parallelen zur Kooperation von Volvo und Nvidia erkennen. Bei Mercedes soll MB.OS neue Fahrfunktionen unterstützen und Over-the-Air-Updates ermöglichen. Dafür wird auf Nvidias Hyperion-Plattform gesetzt, die die Rechen- und Sensorarchitektur im Fahrzeug liefert. Der Alpamayo-Stack ergänzt sie um Fahrsoftware mit KI-gestützten Reasoning-Fähigkeiten, die unter anderem urbane Point-to-Point-Assistenz, aktive Sicherheit und automatisiertes Parken unterstützen soll. Halos soll die Sicherheitsarchitektur von Mercedes durch einen zweiten Sicherheits-Stack ergänzen, der zusätzliche Redundanz und Schutzmechanismen bietet.

Hochautomatisiertes Fahren im nächsten Jahrzehnt

Die Partner ordnen die gemeinsame Entwicklung sowohl heutigen Assistenzsystemen als auch künftigen Anwendungen nach SAE-Level 4 zu. Dazu zählen laut Mitteilung auch Robolimousinen. Level 4 bedeutet, dass ein Fahrzeug unter festgelegten Bedingungen alle Fahraufgaben übernehmen kann. Das Ziel sei „sicheres hochautomatisiertes Fahren im kommenden Jahrzehnt“. Nvidia-Technik soll Mercedes außerdem bei Simulationen in der Fahrzeug­entwicklung und im Produktions­ökosystem MO360 unterstützen. Die Unternehmen wollen damit Effizienz, Flexibilität und Qualität im weltweiten Produktions­netzwerk steigern.

Den Drive Pilot gibt es nicht mehr

Mercedes’ Weg zum automatisierten Fahren umfasst neben der Partnerschaft mit Nvidia auch den nach Level 3 agierenden Drive Pilot (Test), der zwischenzeitlich nicht mehr angeboten wird. Im Dezember 2021 erhielt der Hersteller als erster weltweit eine international gültige System­genehmigung für ein Level‑3-System. Ab Mai 2022 war der Drive Pilot in Deutschland für die S‑Klasse und den EQS erhältlich: Unter bestimmten Bedingungen auf geeigneten Autobahnabschnitten übernahm er zunächst bis 60 km/h die Fahraufgabe. Ende 2024 genehmigte das Kraftfahrt-Bundesamt eine Version bis 95 km/h; Mercedes plante deren Verkaufsstart für das Frühjahr 2025. Bei der Modellpflege der S‑Klasse 2026 verschwand der Drive Pilot jedoch aus dem Angebot.

Kooperation begann 2020

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