Hochgeschwindigkeitszug bricht Weltrekord
Startseite Panorama Von 0 auf 800 km/h in 5 Sekunden: Chinesischer Hochgeschwindigkeitszug bricht Beschleunigungsweltrekord Von: Tobias Utz Uns auf Google folgen Einem chinesischen Forscherteam gelingt ein neuer Weltrekord in der Beschleunigung von Zügen: Von 0 auf 800 km/h in fünf Sekunden, das gelang einem Hochgeschwindigkeitszug. Wuhan – Was nach Science-Fiction klingt, ist in China technische Realität: Forscherinnen und Forscher haben ein rund 1,1 Tonnen schweres Maglev-Testfahrzeug in gerade einmal 5,3 Sekunden von null auf 800 km/h gebracht. Damit ist den Forschern ein neuer Geschwindigkeitsrekord bei der Kurzstreckenbeschleunigung eines Magnetschwebezugs gelungen – und das Interesse weltweit ist enorm. Der Rekord dürfte bereits im Dezember aufgestellt worden sein, erfährt nun aber breitere öffentliche Aufmerksamkeit. Das chinesische Portal CGTN dokumentierte den Versuch in einem Video (siehe unten), das auf X veröffentlicht wurde. Verantwortlich ist das Donghu Laboratory, das mit diesem Versuch primär seine wachsende Kompetenz auf dem Gebiet der Magnetschwebe-Technologie belegen will. Die erreichte Beschleunigung von null auf 800 km/h in 5,3 Sekunden entspricht rechnerisch einem Durchschnittswert von rund 4,3 g: Konkret bedeutet das, dass die Beschleunigung 4,3 Mal so groß wie die generelle Erdbeschleunigung ist. Zum Vergleich: Die normale Gewichtskraft eines Menschen entspricht auf der Erde einer Belastung von 1 g. Das Experiment der chinesischen Forscherinnen und Forscher bedeutet für Passagiere vor allem eines: Eine Fahrt in dem Fahrzeug wäre schlicht nicht zumutbar, technologisch handelt es sich aber um einen beeindruckenden Meilenstein. Rasante Entwicklung: Von 650 km/h auf 800 km/h in wenigen Monaten Der aktuelle Rekord ist das Ergebnis einer bemerkenswert schnellen Entwicklungskurve. Im Juni 2025 hatte das Team zunächst eine Spitzengeschwindigkeit von 650 km/h in 7,1 Sekunden erreicht. Bereits im Juli 2025 gelang die Steigerung auf 700 km/h. Ende 2025 folgte dann der nächste Sprung auf die genannten 800 km/h in 5,3 Sekunden. Das berichtet unter anderem The Independent aus Großbritannien. Wie der nationale chinesische Fernsehsender CCTV beschrieb, trieben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei jedem der Testläufe mehrere kritische Technologien an ihre Grenzen, darunter die Energieübertragung mit hoher Leistung, den elektromagnetischen Antrieb, die Hochgeschwindigkeits-Levitationskontrolle und die Notbremsung. Hinter diesen Leistungen stecken ein hochleistungsfähiger Linearmotor sowie eine präzise Magnetschwebetechnik. Das Fahrzeug wird dabei berührungslos über der Strecke gehalten. Klassischer Rollwiderstand entfällt, einzig der Luftwiderstand bleibt als physikalische Hürde bestehen. Auch die schnelle und kontrollierte Verzögerung nach dem Versuch gehört zu den technischen Herausforderungen, die das Labor erfolgreich gemeistert hat. Mit derartigen Entwicklungen will China sein technologisches Profil im globalen Wettbewerb stärken. Kein regulärer Passagierzug, aber wichtige Technologie für die Zukunft Die extreme Beschleunigung ist wie bereits erwähnt nicht für den Personenverkehr gedacht. Die Teststrecke dient der Weiterentwicklung zukünftiger Hochgeschwindigkeits-Maglev-Systeme sowie der Erforschung elektromagnetischer Startsysteme für die Luft- und Raumfahrt. Auch andere Hochgeschwindigkeitsanwendungen werden auf der Anlage erprobt. Das ist die Maglev-Technologie Maglev steht für „magnetic levitation“ und bezeichnet eine Magnetschwebetechnologie, bei der Züge berührungslos über die Schiene schweben, indem sie durch starke Magnetfelder angehoben und angetrieben werden. Dadurch erreichen Maglev-Züge laut Wikipedia besonders hohe Geschwindigkeiten, fahren vibrationsarm und verursachen weniger Verschleiß als herkömmliche Rad-Schiene-Systeme. Chinas Schieneninfrastruktur ist ohnehin schon beeindruckend: Die Fuxing-Züge des Landes fahren im regulären Betrieb mit bis zu 350 km/h, wobei es sich dabei um konventionelle Hochgeschwindigkeitszüge handelt und nicht um Magnetschwebebahnen. Maglev-Züge aus China und Japan zählen zu den schnellsten der Welt und können Strecken von 30 Kilometern in weniger als acht Minuten zurücklegen. Im Passagierbetrieb ist in China vor allem der Shanghai Maglev im Einsatz, der den Flughafen Shanghai-Pudong mit dem Stadtgebiet verbindet. Daneben existiert mit dem CF600 eine weitere Magnetschwebebahn, die auf der in Deutschland entwickelten Transrapid-Technologie basiert. Ihr Prototyp wurde erstmals im Jahr 2019 vorgestellt.