Hof brennt lichterloh: Hunderte Tiere sterben in den Flammen
Zu einem Großbrand eines Aussiedlerhofs in der Straße Hinter dem Weiher bei Grosselfingen wurde am Samstag gegen 15.45 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Laut Mitteilung der Polizei haben mehrere Anrufer, teilweise auch aus angrenzenden Gemeinden,
aufsteigenden Rauch gemeldet. Dieser war auch auf der Anfahrt der Feuerwehr weithin sichtbar, wie Einsatzleiter Rainer Knoll, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Grosselfingen, im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete.
Umgehend wurde die Freiwillige Feuerwehr Weilheim nachalarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand der Hof bereits zu etwa zwei Dritteln in Vollbrand.
Wasserversorgung gestaltet sich schwierig
Da die Versorgung mit Löschwasser in diesem Bereich nicht ausreichend war, wurden weitere Einsatzkräfte und Fahrzeuge hinzugezogen: Unter anderem kamen der Löschzug Hechingen mit einem Abrollbehälter Wasser sowie ein Abrollbehälter der Freiwilligen Feuerwehr Balingen zum Einsatz. Auch die Drehleitern aus Hechingen und Bisingen waren vor Ort.
Für die Löschwasserversorgung wurde über den Löschzug Wasser Hechingen eine Wasserförderstrecke von Weilheim bis zur Einsatzstelle aufgebaut. Eine zweite Wasserförderstrecke wurde von Grosselfingen aus über einen benachbarten Hof zur Brandstelle gelegt. Auch Landwirte von den umliegenden Höfen lieferten Wasser an und unterstützten bei der Bereitstellung der Wasserversorgung.
Die Einsatzkräfte sicherten zudem die umliegenden Nachbargebäude. Zwei Angehörige der Feuerwehr zogen sich leichte Verletzungen zu und wurden vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.
Drei Gebäude des Hofes - zwei Ställe und ein Geräteschuppen brannten vollständig nieder. Nach ersten Schätzungen der Polizei dürfte der entstandene Sachschaden in Millionenhöhe liegen.
Auch Tiere befanden sich auf dem Anwesen. Auf den angrenzenden Weiden standen Schafe, in den Ställen waren zudem Gänse und Hühner untergebracht. Gemeinsam mit der Polizei leiteten die Einsatzkräfte die Rettung der Tiere auf der benachbarten Weide ein. Allerdings konnten nicht alle Tiere gerettet werden.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei vom Samstagabend verendeten rund 600 Gänse und Hühner in einem Stall. Auch in einer weiteren Halle entstand ein erheblicher Sachschaden: Dort standen hochwertige landwirtschaftliche Maschinen.
Insgesamt waren rund 100 Feuerwehrleute verschiedener Feuerwehren im Einsatz. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützte die Einsatzmaßnahmen.
Laut Polizei konnte die Feuerwehr den Brand gegen 17.15 Uhr unter Kontrolle bringen. Die Löscharbeiten zogen sich die gesamte Nacht hindurch. Erst kurz vor 10 Uhr am Sonntagmorgen wurden die Nachlöscharbeiten beendet.
Die Brandursache steht derweil noch nicht fest. Ein Sprecher der Polizei erklärte am Sonntagmorgen, dass die Spurensicherung zunächst abwarten müsse, bis die hohe Hitze am Brandort zurückgegangen und die Dämpfe abgezogen seien.