DAX +0,27 % 26.391,42 Pkt 18:00:00 MDAX -0,56 % 32.224,89 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,24 % 6.551,22 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,04 % 66.996,16 Pkt 02:44:25 Gold +1,82 % 4.441,00 USD 02:49:20 Silber -0,06 % 65,07 USD 02:48:03 Brent +2,03 % 89,50 USD 02:47:48 WTI +2,01 % 83,78 USD 02:49:18 Bitcoin +0,22 % 63.685,06 USD 02:59:18 EUR/USD -0,03 % 1,15430 USD 02:59:21 EUR/GBP -0,02 % 0,85430 GBP 02:59:25 EUR/CHF +0,16 % 0,93650 CHF 02:59:25 EUR/JPY +0,07 % 183,886 JPY 02:59:25

Hoffnung gegen resistente Bakterien

Gesundheit

Das geht im Alltag vielleicht schnell unter, aber generative KI wird natürlich nicht nur für Text-Coaching, Avatar-Bilder, Katzenvideos oder Programmcode verwendet, sondern vor allem wissenschaftlich. Forscher von Stanford und dem Arc Institute haben mithilfe der Genommodelle Evo 1 und Evo 2 gänzlich neue Virengenome erzeugt. Nach der physischen Synthese erwiesen sich 16 der KI-Entwürfe als tatsächlich funktionsfähig. Die entsprechende Studie erschien im August 2026 in Science. Zur Einordnung: Die KI entwarf explizit keine Viren, die Menschen infizieren können. Untersucht wurden Varianten des Bakteriophagen (Bedeutung: Viren, die gezielt Bakterien infizieren) ΦX174, der E.-coli-Bakterien befällt. Ziel wäre unter anderem, per KI gezielt Phagen zu entwickeln, die sonst resistente Bakterien erfolgreich abtöten (etwa als Mittel gegen kritische Antibiotikaresistenzen). Das Genom des Phagen ΦX174 ist laut Arc Institute mit 5.386 Nukleotiden und elf Genen aber vergleichsweise klein. Trotzdem ist das Ergebnis ein deutlicher Schritt gegenüber bisherigen KI-Experimenten in der Biologie. Nach Angaben des Arc Institute wurden 285 ausgewählte KI-Designs synthetisiert und getestet. 16 davon konnten sich tatsächlich als Viren vermehren. Einige Varianten unterschieden sich durch Hunderte Mutationen von ihren nächsten bekannten natürlichen Verwandten. Drei schnitten unter bestimmten Laborbedingungen sogar besser als der Ausgangsphage ab. Evo 2 ist ein LLM für DNA Technisch funktioniert Evo ähnlich wie ein Sprachmodell. Statt vorherzusagen, welches Wort oder Wortstück als Nächstes folgt, arbeitet die KI mit den einzelnen Nukleotiden einer DNA-Sequenz. Die größte Version von Evo 2 weist 40 Milliarden Parameter und ein Kontextfenster von bis zu 1.048.576 Nukleotiden auf. Trainiert wurden die Modelle laut der zugehörigen Nature-Veröffentlichung mit rund 9,3 Billionen Nukleotiden aus mehr als 128.000 Genomen und weiteren metagenomischen Daten. Beim Hardwarebedarf bewegt sich Evo 2 naheliegend außerhalb normaler Verbraucher-PC-Dimensionen. Das Training lief mehrere Monate über Nvidias DGX Cloud auf Amazon Web Services (AWS) und verwendete laut Arc Institute mehr als 2.000 H100-Beschleuniger (Evo 2 setzt offiziell auf Nvidias CUDA). Die 16 erfolgreichen Viren einfach dem 40B-Modell zuzuschreiben, wäre allerdings zu einfach und nicht ganz richtig. Für die Experimente kamen Evo 1 und Evo 2 sowie speziell trainierte Varianten zum Einsatz. Sicherheitsfragen rund um die KI Das Forschungsergebnis wirft trotzdem neue Sicherheitsfragen auf. Evo 2 ist kein geschlossenes Modell hinter einer API. Modelle, Code und weitere Bestandteile des Projekts sind öffentlich verfügbar. Viren, die Menschen und andere Lebewesen (genauer gesagt Eukaryoten, mit echtem Zellkern) infizieren, wurden zwar bewusst aus den Trainingsdaten des Basismodells entfernt; bei einem offenen Modell ist das aber theoretisch keine technisch erzwungene Grenze für späteres Fine-Tuning. Das medizinische Fachjournal BMJ (British Medical Journal) griff deshalb jüngst die Biosecurity-Fragen rund um die Arbeit auf. Ein Nachweis, dass KI gefährliche menschliche Krankheitserreger oder gar einsatzfähige Biowaffen erzeugen kann, ist die Studie explizit nicht, wirft aber dennoch wichtige Fragen auf. Der belegte Fortschritt ist schon ohne solche Zuspitzungen aber erheblich und lässt gespannt in die Zukunft blicken: Ein generatives Modell hat komplett neue Virengenome geschrieben, die anschließend real synthetisiert wurden und im Labor tatsächlich als Viren funktionierten – damit ist aus plausibel aussehender DNA erstmals ein komplettes funktionsfähiges biologisches System geworden. Mitmachen und kommentieren Gute Nachrichten, drohende Gefahr, beides? Was halten Sie von derlei Wissenschafts-Fortschritten auf Hardware-/KI-Basis? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

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