Hohe Ausgaben trüben Teslas Bilanz: Aktie fällt heftig
Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Tesla-Aktien sind am Donnerstag mehr als ein Siebtel abgestürzt. Grund ist, dass Tesla ein Vielfaches dessen ausgibt, was der Betrieb einspielt. Zudem sind die Allgemeinkosten um fast die Hälfte gestiegen. Da kann auch der Umsatzzuwachs von gut einem Viertel nicht vermeiden, dass der Betriebsgewinn fällt. Weiterlesen nach der Anzeige Tesla hat in den drei Monaten April, Mai und Juni 2026 mehr Elektroautos ausgeliefert. Der Umsatz dieser Sparte ist im Vergleich zu Teslas zweitem Quartal 2025 um 23 Prozent auf 20,5 Milliarden US-Dollar gestiegen. Mit Akkus und Solarzellen hat das Unternehmen 3,1 Milliarden US-Dollar umgesetzt (+13%). Besonders stark gestiegen ist der Umsatz mit Autoreparaturen und Sonstigem, nämlich um gleich 50 Prozent auf 4,8 Milliarden US-Dollar. Zusammengerechnet ergibt das ein Umsatzplus von 25,5 Prozent auf 28,2 Milliarden US-Dollar. Davon entfällt eine halbe Milliarde US-Dollar auf günstige Wechselkursschwankungen. Aktienboni belasten Betriebsgewinn Obwohl Tesla weniger Einfuhrzölle tragen musste, sind die direkten Kosten etwas stärker gewachsen als der Umsatz, nämlich 26,1 Prozent auf 23,5 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen aber noch Ausgaben für Forschung und Entwicklung (+49%) sowie Vertrieb und Verwaltung (+45%). In Summe ist der Betriebsgewinn um 57 Prozent auf nur noch 398 Millionen US-Dollar eingebrochen; ohne Wechselkursvorteile wären es rund 100 Millionen US-Dollar weniger. Tesla musste Garantieleistungen aufgrund schlechter Akkuzellen erbringen, gibt viel Geld für Künstliche Intelligenz aus, und konnte weniger aus dem Verkauf von Steuergutschriften für seine Elektroautos lukrieren. Zudem hat Tesla seinem Firmenchef Elon Musk Aktien im Wert von 267 Millionen US-Dollar als Bonus für das Jahr 2025 zugeteilt. Weitere Aktien im Gesamtwert von 884 Millionen US-Dollar gingen im zweiten Quartal an die Belegschaft. In Summe sind die Aktienzuteilungen um 81 Prozent gestiegen. Diese Aktienzuteilungen, Abschreibungen, Veränderungen beim Inventar und der auf fast zwei Milliarden US-Dollar verdreifachte Posten unbezahlter Rechnungen belasten zwar die Gewinnrechnung, nicht aber den Cashflow. Somit kann Tesla fast 85 Prozent mehr Cashflow ausweisen als vor einem Jahr, nämlich 4,7 Milliarden US-Dollar. Das zeigen die am Donnerstag veröffentlichen Quartalszahlen. SpaceX-Kurs beeinflusst Teslas Vorsteuergewinn Zinsen und sonstige Einnahmen außerhalb des eigentlichen Betriebes heben den Vorsteuergewinn auf 1,3 Milliarden US-Dollar, was immer noch ein Minus von gut 14,2 Prozent ist. Der Großteil dieses Vorsteuergewinns, nämlich gut eine Milliarde US-Dollar, beruht auf nicht realisierten Gewinnen aus Teslas Beteiligung in SpaceX. Beide Unternehmen werden von Elon Musk geleitet und kontrolliert. Weiterlesen nach der Anzeige Anfang des Jahres hat Tesla zwei Milliarden US-Dollar in SpaceX investiert. Mit dem Börsengang SpaceX' gibt es nun einen Marktpreis, der zum für die Quartalszahlen relevanten Stichtag 30. Juni um die Hälfte über dem von Tesla bezahlten Preis lag. Umgekehrt muss Tesla nicht realisierte Verluste in Höhe von 112 Millionen US-Dollar aus seiner Spekulationen mit Bitcoins verbuchen. Inzwischen ist der SpaceX-Kurs so stark gefallen, dass die Milliarde Dollar Buchgewinn wieder verflogen ist. Wie sich das auf Teslas Zahlen für das laufende Quartal auswirkt, wird vom SpaceX-Kurs zum Quartalsende abhängen. Freier Cashflow ist negativ Kaufen kann sich Tesla mit nicht realisierten Gewinnen ohnehin nichts, wohl aber mit dem Cashflow aus dem Betrieb sowie mit Mitteln aus dem Sparstrumpf. Dort hat Tesla hineingreifen müssen: Die Investitionsausgaben (CAPEX) sind um 142 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar gesprungen. Dieses Geld fließt insbesondere in KI-Server sowie neue Fabriken für KI-Prozessoren, Solarzellen und Roboter. Zu Beginn des Quartals hatte Tesla 17,7 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante, am Ende noch 16,4 Milliarden US-Dollar. Zum ersten Mal seit zwei Jahren ist Teslas freier Cashflow wieder negativ (-1,1 Milliarden US-Dollar).