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Hohe Cholesterinwerte: Welche Lebensmittel sind schädlich? Arzt klärt auf

Gesundheit

KI-Stimme. Info Für die Gefäß- und Herzgesundheit stellt hohes LDL-Cholesterin ein Risiko dar. Das Blutfett kann im Körper durch falsche Ernährung steigen. Einer der größten Cholesterintreiber ist Fett, aber auch Kohlenhydrate können schädlich sein. Hohe Cholesterinwerte erfordern schnelles Handeln, denn sie zählen zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einen großen Einfluss auf die Blutfette übt die Ernährung aus, da sie das sogenannte schlechte Cholesterin im Körper erhöhen kann. Die gute Nachricht: Kein Lebensmittel ist bei hohem Cholesterin verboten – Betroffene müssen sich nicht in strengem Verzicht üben. Dennoch sollten sie den Konsum bestimmter Lebensmittel reduzieren. Welche das sind, erklärt der Kardiologe Dr. Jens von Beckerath. Cholesterin-Überschuss im Körper ist schlecht für Gefäße und Herz Cholesterin hat einen schlechten Ruf, dabei ist das Blutfett wichtig für einen funktionierenden Organismus. Es macht den Hauptbestandteil der Zellhülle aus und ist unter anderem an der Bildung von Gallensäure beteiligt. Diese braucht unser Körper für die Fettverdauung. Wenn es um die schädlichen Auswirkungen des Cholesterins geht, ist das sogenannte Low-Density-Lipoprotein (LDL) gemeint. Lipoproteine bestehen aus Fetten (Lipide) und Eiweißen (Proteine). LDL hat die Aufgabe, das Cholesterin vom Blut in die Körperzellen zu transportieren. Die Zellen haben allerdings nur eine begrenzte Aufnahmekapazität, sodass bei einem Cholesterinüberschuss Fette in den Blutgefäßen verbleiben. Dort bilden sie Ablagerungen, sogenannte Plaques. Diese Fettablagerungen können aufreißen und Gefäße verstopfen. Die Folge: Herzinfarkte oder Schlaganfälle. LDL wird daher umgangssprachlich als schlechtes Cholesterin bezeichnet. Im Gegensatz dazu gilt das High-Density-Lipoprotein (HDL) als gesundheitsförderlich: Es transportiert Cholesterin zur Leber, wo es verstoffwechselt und ausgeschieden wird. Bei hohem Cholesterin zu viel Fett und Zucker meiden Rund 90 Prozent des benötigten Cholesterins stellt der Körper selbst her, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf. Ernähren wir uns über längere Zeiträume ungesund, kann das den LDL-Spiegel ansteigen lassen. Mediziner bezeichnen erhöhte Cholesterinwerte als Hypercholesterinämie. Die Fettstoffwechselstörung kann auch durch andere Lebensstilfaktoren begünstigt werden, etwa Bewegungsmangel oder starken Alkohol- und Tabakkonsum. Der Cholesterinspiegel lässt sich über das Blutbild beim Arzt bestimmen. Ob auch Cholesterin-Schnelltests für zu Hause sinnvoll sind, haben wir einen Experten gefragt. Da eine unbehandelte Hypercholesterinämie in Herz-Kreislauf-Erkrankungen münden kann, ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern – mit einem gesunden Lebensstil und einer ausgewogenen Ernährung. Diese sollte aus vielen ballaststoffreichen Vollkornprodukten und möglichst unverarbeitetem Obst und Gemüse bestehen, erklärt der Kardiologe Jens von Beckerath. Lesen Sie auch Stark verarbeitete oder gezuckerte Produkte gilt es dagegen zu meiden, ebenso wie Lebensmittel mit ungesunden Fetten. Vor allem vom regelmäßigen Verzehr von „Wurstprodukten und anderen tierischen Fetten, sowie überwiegend gesättigten Fettsäuren, wie Transfetten“ rät von Beckerath ab. Gesättigte Fettsäuren erhöhen das LDL und senken zugleich den HDL-Spiegel. Sie sind sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Ölen enthalten. Einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren haben zum Beispiel Margarine und Butter, Transfette kommen von Natur aus in Milchfett und Fleisch vor. Sie entstehen auch, wenn pflanzliche Öle industriell gehärtet werden, um sie streichfest zu machen. Gehärtete Öle werden unter anderem in Fertigprodukten, Süßigkeiten und Backwaren eingesetzt. Einfache Kohlenhydrate gehören zu Cholesterintreibern Süßigkeiten und Gebäck stellen aber nicht nur wegen ihrer ungesunden Fette ein Problem für den Cholesterinspiegel dar, sondern auch aufgrund des enthaltenen Zuckers: „Der Zuckerstoffwechsel liefert sowohl einen wichtigen Baustein als auch die hormonelle Steuerung (etwa durch Insulin) für die Cholesterinbildung in der Leber“, erklärt von Beckerath. Wenn dem Körper über längere Zeit zu viel Zucker zugeführt werde, könne das dazu führen, dass die Leber zu viel Cholesterin bildet und dieses langsamer abbaut: „Das verschlechtert das Gleichgewicht der Blutfette und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Neben Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker sollten dem Kardiologen zufolge auch schnell verfügbare Kohlenhydrate wie Weißmehlprodukte, Pommes und Eiernudeln weitestgehend aus dem Speiseplan gestrichen werden. Denn auch sie treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Lesen Sie auch Diese Lebensmittel können LDL-Cholesterin erhöhen Ernährung bei hohem Cholesterin: Kein strenger Verzicht nötig Wer seine Cholesterinwerte senken möchte, sollte also vor allem ungesunde Fette und Zucker einsparen. Dabei ist es wichtig, Mogelpackungen zu identifizieren: Lebensmittel, die als gesund gelten, es aber gar nicht sind. Dazu zählen Obstkonserven, Säfte und Pflanzenöle mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren. Zudem sollte möglichst fettarm gekocht werden: Statt Butter, Schmalz und Sahne ist es ratsam, zu gesunden Pflanzenölen wie Oliven-, Lein- oder Rapsöl zu greifen. Diese haben einen höheren Anteil an cholesterinfreundlichen, ungesättigten Fettsäuren. Hier lesen Sie, woran Sie hochwertiges und gesundes Olivenöl erkennen. Fett lässt sich auch einsparen, wenn Gemüse, Fisch und Co. im Ofen gegart oder gedämpft anstatt gebraten werden. Allerdings müssen Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten einzelne Lebensmittel nicht rigoros aus dem Speiseplan streichen. Fleisch, Gebäck und Eis sind bei hohem Cholesterin nicht verboten, solange sie nicht regelmäßig auf den Teller kommen und nur einen kleinen Teil der Ernährung ausmachen. Das sieht auch von Beckerath so: „Wer es schafft, sich im Alltag möglichst gut an diese einfachen Empfehlungen zu halten, der kann beispielsweise an Feiertagen oder anderen besonderen Anlässen bedenkenlos Ausnahmen machen.“

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