Hohe Ölpreise: Shell verdreifacht durch Iran-Krieg den Quartalsgewinn
Bei dem britischen Energiekonzern Shell sprudeln die Gewinne. Das zweite Quartal beschert Shell den höchsten Gewinn seit 2022. Die Lage in der Straße von Hormus spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesichts stark gestiegener Ölpreise ist der Quartalsgewinn des britischen Energiekonzerns Shell nach oben geschossen. Im zweiten Quartal summierte sich der den Anteilseignern zuzurechnende Nettoertrag auf 10,8 Milliarden Dollar (rund 9,4 Milliarden Euro), wie Shell in London mitteilte. Verglichen mit den 3,6 Milliarden Dollar des Vorjahresquartals entspricht dies einer Verdreifachung des Gewinns. Auch der Umsatz legte kräftig zu: Er stieg im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 96,4 Milliarden Dollar. Das Unternehmen profitierte von hohen Ölpreisen infolge des Iran-Krieges. Das zweite Quartal sei von "massiven Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten geprägt" gewesen, erklärte Konzernchef Wael Sawan. Die operative Leistung von Shell habe "sehr starke Ergebnisse" ermöglicht. Es bescherte dem Konzern den höchsten Quartalsgewinn und operativen Cashflow seit dem Jahr 2022. Shell wies darauf hin, dass "höhere realisierte Preise" jedoch teils durch geringere Absatzmengen ausgeglichen worden seien. So sank etwa die Gasproduktion infolge von Beeinträchtigungen durch den Krieg am Golf gegenüber dem ersten Quartal deutlich. Der Betrieb der Gasverflüssigungsanlage Pearl in Katar ruht seit März, nachdem ein Angriff einen der beiden Produktionsstränge beschädigt hatte. Die Reparaturarbeiten dürften Shell zufolge etwa ein Jahr dauern. Der Nahe Osten macht rund 20 Prozent der Öl- und Gasproduktion des Konzerns aus.