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Hohes Bußgeld fürs Blumengießen

Nation

In einer Sondersitzung hat der Kreisausschuss des Kreises Siegen-Wittgenstein strenge Regeln für das Verwenden von Trinkwasser beschlossen. Das Verbot schränkt die Trinkwassernutzung drastisch ein. So dürfen ab Montag zum Beispiel keine Blumen gegossen, Pools befüllt und Autos gewaschen werden.

Nur wenige Ausnahmen möglich

Die Regeln gelten für alle, die im Kreis Siegen-Wittgenstein leben. Das sind fast 280.000 Menschen. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Zum Beispiel können Übungen der Feuerwehr weiter stattfinden. Auch neu gepflanzte Bäume dürfen weiter gegossen werden. Darüber hinaus können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.

Das Verbot tritt am Montag, den 24.08.2026, in Kraft und gilt bis zum 02.10.2026.

1.000 Euro Bußgeld für alle, die sich nicht an Verbot halten

Wer sich nicht an die Regeln hält, muss laut dem Kreis Siegen-Wittgenstein mit einem Bußgeld rechnen. Verstöße können mit bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Appell zum Wassersparen hat nichts gebracht

Grund für das Trinkwasserentnahme-Verbot ist die anhaltende Trockenheit im Kreis Siegen-Wittgenstein. Bereits letzten Winter hatte es zu wenig geregnet. Dadurch sind die Pegel der Trinkwassertalsperren stark gesunken.

Die Obernautalsperre ist nur noch zu 47,6 Prozent gefüllt, die Breitenbachtalsperre nur noch zu 57 Prozent.

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein hat deshalb schon vor Monaten gewarnt und zuletzt zum Wassersparen aufgerufen. Das hat aber nicht den gewünschten Effekt gebracht. Auch wegen der extremen Temperaturen diesen Sommer. Der Regen in den letzten Tagen hat die Situation nicht verbessert.

Trinkwasserversorgung auch 2027 sicherstellen

Mit den neuen Regeln soll die Trinkwasserversorgung langfristig gesichert werden. "Unsere Talsperren kommen langsam in die Situation, dass sie das Wasser für nächstes Jahr nicht mehr vorhalten können", sagt Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler. Man müsse dafür sorgen, dass auch 2027 noch Trinkwasser aus dem Hahn kommt.

Ähnlich argumentiert auch Landrat Andreas Müller. Das Verbot sei eine starke Einschränkung jedes Einzelnen, aber es gebe eine konkrete Gefahr. "Das Tiefenwasser, aus dem wir das Trinkwasser gewinnen, wird Anfang Oktober wahrscheinlich zu Ende gehen", sagt Müller.

Temperatur des Trinkwassers könnte steigen

Für die Trinkwasser-Aufbereitung wird normalerweise kaltes Wasser genutzt. Das könnte laut dem Wasserverband Siegen-Wittgenstein aber bald aufgebraucht sein. Heißt: Aus dem Wasserhahn würde dann deutlich wärmeres Wasser kommen.

Um einen starken Temperatursprung zu verhindern, mischt der Wasserverband schon jetzt kaltes Wasser mit wärmerem Wasser.

Auch in Ostwestfalen ist Trinkwasser-Lage angespannt

Auch in anderen Teilen von NRW ist die Trinkwasser-Lage angespannt. In Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne galt ab Juni eine ordnungsbehördliche Verordnung, die die Wasserversorgung vor dem Kollaps schützen sollte. Die Verbote wurden dort nach einem Monat aufgehoben.

Die Lage bleibt jedoch angespannt: Die Wasserampel steht weiter auf Rot. Statt auf Verbote setzt der Wasserbeschaffungsverband nun auf freiwilliges Sparen und die Verantwortung aller. Und auch in Minden werden Menschen dazu aufgerufen, Trinkwasser nicht zu verschwenden.

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