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Horner rechnet nach Rauswurf mit Red Bull ab - und erhebt schwere Vorwürfe

Sport

Im Juli 2025 musste Christian Horner nach zwei Jahrzehnten als Teamchef bei Red Bull gehen. Nun hat er erstmals offen über die Umstände seiner Entlassung gesprochen – und erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber.

Christian Horner gehörte über zwei Jahrzehnte zu den prägendsten Figuren der Formel 1. Unter seiner Führung entwickelte sich Red Bull vom Außenseiter zum Seriensieger – 124 Grand-Prix-Siege, 14 Meisterschaften, darunter die Titeljahre von Sebastian Vettel und Max Verstappen, tragen seine Handschrift. Doch im Juli 2025 endete diese Ära abrupt. In einem Interview mit dem "Guardian" blickt Horner nun auf seinen Abgang zurück – und spart dabei nicht an deutlichen Worten.

"Es fühlte sich besonders brutal und traurig an, auf diese Weise aufzuhören", sagte der Brite. Einen konkreten Grund für seine Entlassung habe man ihm nie genannt. "Ich glaube, man empfand, dass zu viel Kontrolle in meinen Händen lag", so Horner. Der Abschied von der Belegschaft sei für ihn emotional gewesen: "Diese Gruppe war meine erweiterte Familie geworden. Die Tränen auf den Gesichtern gestandener Männer waren zutiefst bewegend."

"Man sieht diese Brutalität nicht bei anderen Teams"

Horner zog eine bittere Parallele zu seinem eigenen Amtsantritt im Jahr 2005, als er seinen Vorgänger Tony Purnell mit Kartons voller persönlicher Gegenstände aus dem Gebäude gehen sah. "Die Geschichte wiederholt sich", konstatierte er. "Nicht alle Teams handeln so. Viele Teams haben über die Jahre nicht geliefert, aber man sieht nicht dieselbe Brutalität wie bei meinem Abgang. Wir hatten beim vorherigen Rennen die Pole Position."

Aktualisiert am 08.10.2026, 14:40 Uhr

2025 endete die lange Ära von Christian Horner beim Formel-1-Rennstall Red Bull. Zuvor war dem Briten von einer Mitarbeiterin vorgeworfen worden, sich dieser gegenüber unangemessen verhalten zu haben. Jetzt ist klar, wie viel Abfindung Horner von Red Bull bekommen hat.

Als entscheidenden Wendepunkt identifizierte Horner den Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz im Jahr 2022. Der Milliardär hatte den Teamchef stets gestützt. "Nach Dietrichs Tod veränderte sich die Führung", erklärte Horner den "Guardian". Besonders enttäuscht zeigte er sich von Berater Helmut Marko: "Helmut konnte sehr direkt sein. Ich war enttäuscht, dass er zwei Tage zuvor noch als Gast bei unserer Familie gewesen war – ohne irgendeinen Hinweis darauf, was kommen würde."

Panikattacken und die Frage nach dem eigenen Zweck

Offen sprach Horner auch über die psychischen Folgen seines Rauswurfs. Er habe die Entlassung erst einen Monat später wirklich verarbeitet, da er sich zunächst ganz auf seine Tochter Olivia konzentriert habe. Deren Mutter Beverley Allen war nur eine Woche vor Horners Entlassung an Augenkrebs verstorben. "Ich hatte ein elfjähriges Kind, das um seine Mutter trauerte. Nichts war wichtiger als das", betonte er.

Die Identität vieler Männer seines Alters definiere sich über ihre Arbeit, räumte Horner ein. "Plötzlich wird dir das genommen. Wer bist du? Was bist du? Was ist dein Zweck?" Er habe zudem Panikattacken erlitten – Schwindelgefühle und flache Atmung, die er zunächst auf zu viel Kaffee zurückgeführt habe. Ärzte diagnostizierten schließlich Angstzustände. "Mein Körper signalisierte mir, dass ich ziemlich hart an meinen Grenzen war", so Horner.

"Beraubt um meinen größten Triumph"

Im Jahr 2024 hatten Vorwürfe wegen angeblich unangemessener Nachrichten an eine Mitarbeiterin für Schlagzeilen gesorgt. Horner betonte, zwei unabhängige Untersuchungen hätten ihn freigesprochen. Einen direkten Zusammenhang mit seiner späteren Entlassung sehe er nicht: "Ich hatte das hinter mir, die Vorwürfe waren abgewiesen. Es ging eher um Leistung und die Zukunft." Seine Ehefrau Geri Halliwell-Horner bezeichnete er als "Stütze" in jener Phase.

Aktualisiert am 30.09.2026, 15:17 Uhr

Mit seinen Aussagen über Ferrari sorgt Christian Horner für Diskussionen in der Formel 1. Ralf Schumacher hält das öffentliche Interesse des Ex-Red-Bull-Teamchefs am Ferrari-Posten für einen Fehler.

Besonders schmerzte Horner, dass er den Erfolg des von ihm angestoßenen Red-Bull-Eigenmotors nicht mehr als Teamchef erleben durfte. Das Powertrains-Projekt hatte er 2021 ins Leben gerufen. Beim Grand Prix von Bahrain in Malaysia feierte Max Verstappen damit kürzlich den ersten Sieg – Horner verfolgte das Rennen am Fernseher. "Ich fühlte mich sehr stolz", sagte er dem "Guardian". "Es bestätigte mir: Wenn man die richtigen Leute mit der richtigen Kultur und den nötigen Werkzeugen zusammenbringt, ist alles möglich." Dennoch empfinde er sich um die Chance betrogen, diesen Moment an der Boxenmauer mitzuerleben.

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Rückkehr nur zu seinen Bedingungen

Eine Rückkehr in die Formel 1 schließt Horner nicht aus – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. "Ich würde nur mit einem Eigentumsanteil zurückkehren, mit gleichgesinnten Menschen, die gewinnen wollen. Ich würde nie zurückkommen, nur um dabei zu sein", stellte er klar. Ferrari bezeichnete er zwar als "die größte Marke in der Formel 1", schloss einen Wechsel dorthin aber aus, da der Rennstall keine Anteile veräußere.

Ob er in zehn Jahren auf einem Renngelände oder auf einem Traktor sitze, wisse er nicht, scherzte Horner. Dann wurde er wieder ernst: "Formel 1 ist im Moment das Einzige, was mich wirklich motiviert und begeistert." (red)

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