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Hornisse-Nachfolge: Knifefish-Störpanzer für die Bundeswehr kommt auf Piranha 5 und nicht auf Boxer

Welt

Das niederländische Verteidigungsministerium hatte bereits Anfang Juni den deutschen Sensorspezialisten Hensoldt mit der Lieferung von Systemen für den elektronischen Kampf (EloKa) beauftragt, mit denen der gegnerische Funkverkehr getäuscht und gestört werden kann. Darüber informierte seinerzeit der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Derk Boswijk. Im Rahmen des sogenannten Projektes Knifefish soll demnach der Radpanzer Piranha 5 als Trägerplattform der EloKa-Systeme genutzt werden. Das ist auch für die Bundeswehr von Relevanz, denn die deutschen Streitkräfte beschaffen gemeinsam mit den Niederländern die gleichen EloKa-Systeme, wobei die Federführung im Nachbarland liegt. Damit wird auch die Bundeswehr die EloKa-Variante des Piranha 5 von General Dynamics European Land Systems (GDELS) einführen. Er wird voraussichtlich die Nachfolge des Störsenders Hornisse auf Fuchs-Plattform antreten. Weitere mögliche Partner bei dem Projekt sind Dänemark und die Schweiz, die beide ein Memorandum of Understanding für die Beteiligung an Knifefish abgeschlossen haben. Im jüngsten Unternehmensbericht von Ende Juli führt Hensoldt auf, dass für das Projekt Knifefish bereits ein Auftragseingang von etwa 100 Millionen Euro gebucht wurde und ein Potenzial für rund 300 Millionen Euro für das Vorhaben mit den Niederlanden und weiteren europäischen Partnern bestehe. Dem Vernehmen nach soll Hensoldt als Generalauftragnehmer auch bereits fünf Piranha 5 für die Umrüstung beschafft haben. Gut informierten Kreisen zufolge könnte ein erstes Los 32 EloKa-Piranhas umfassen, das unter den deutschen und niederländischen Streitkräften aufgeteilt würde. Wie es heißt, besteht perspektivisch sogar ein Bedarf von rund 190 Fahrzeugen, von denen 108 auf die Bundeswehr entfallen und der Rest zwischen den Niederlanden und Dänemark aufgeteilt würde. Noch im September 2024 hatte das niederländische Verteidigungsministerium angekündigt, neben 72 Boxer-Radschützenpanzern zehn weitere EloKa-Boxer im Rahmen des Vorhabens „Joint Electronic Attack“ in die niederländischen Streitkräfte einführen zu wollen. Wie es damals hieß, sollten zwei Varianten des Störpanzers beschafft werden: eine Version für das Jammen im UHF/VHF-Frequenzband, sowie eine Version für Störmaßnahmen im HF-Frequenzband. Warum vom Boxer als Trägerfahrzeug auf den Piranha 5 umgeschwenkt wurde, ist bislang nicht kommuniziert worden. Der Wechsel der Plattform könnte allerdings dazu beigetragen haben, dass sowohl Dänemark als auch die Schweiz, die Piranha-Radpanzer bereits eingeführt haben, Interesse an dem Vorhaben zeigen. Beobachter gehen zudem davon aus, dass auch das neu aufgesetzte Vorhaben „Mobiles Aufklärungsunterstützungssystem“ (MAUS) auf der Piranha-Plattform von GDELS realisiert wird. Lars Hoffmann

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