Hot Yoga gegen Depressionen: Je öfter, desto besser die Wirkung
Bei Hot Yoga praktizieren die Teilnehmenden verschiedene Yoga-Techniken in einem run 40 Grad warmen Raum. Ein Team des Massachusetts General Hospital untersuchte nun bei 80 Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Depression, wie gut die Yoga-Praxis gegen depressive Beschwerden wirkt. Je mehr Yoga, desto weniger Beschwerden Die Hälfte der Teilnehmenden begann sofort mit einem achtwöchigen Programm aus Hot Yoga, mindestens zwei Einheiten pro Woche, je 90 Minuten. Die andere Hälfte startete dasselbe Programm erst acht Wochen später und diente als Vergleichsgruppe. Eine erneute Auswertung der Studiendaten hat nun geprüft, ob auch die Menge des Trainings eine Rolle spielt. Das Ergebnis: Je mehr Kurse jemand besuchte, desto stärker gingen die depressiven Beschwerden zurück. Jede zusätzliche Einheit brachte einen weiteren Rückgang auf der Depressionsskala, und zwar auch dann noch, wenn jemand über die acht Wochen bis zu 30 Kurse besuchte. Eine Grenze, ab der mehr Kurse nichts mehr brachten, fand sich also nicht. Wirkung auch bei medikamentöser Therapie Unter den 65 Teilnehmenden, die die Nachuntersuchung abschlossen, sanken die Depressionswerte im Schnitt um etwa 13 Punkte. Der Nutzen zeigte sich quer durch die Gruppe, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Bildung. Bemerkenswert ist ein weiterer Befund: Wer bereits Antidepressiva einnahm, profitierte genauso stark wie alle anderen. Das heiße Yoga wirkte also zusätzlich zur medikamentösen Behandlung. Was die Ergebnisse noch offenlassen So ermutigend die Zahlen wirken, ihre Aussagekraft hat Grenzen. Die Gruppe war klein, verglichen wurde das Hot Yoga zudem nur mit Menschen, die keine Maßnahme wahrnahmen – nicht mit gewöhnlichem Yoga oder anderem Sport. Damit lässt sich nicht sagen, ob die Hitze den Ausschlag gab oder ob die Bewegung allein denselben Effekt gehabt hätte. Für wen ist Hot Yoga eventuell nicht geeignet? Hinzu kommt: Yoga bei rund 40 Grad fordert den Kreislauf. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen ist diese Form nicht ohne Weiteres geeignet, sinnvoll ist eine vorherige ärztliche Abklärung. Wer unter Depressionen leidet, sollte die Behandlung außerdem immer ärztlich begleiten lassen und Hot Yoga als Ergänzung verstehen, nicht als Ersatz für etablierte Therapien.