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Hubschrauber-Plage in Südtirol: Villnößtal kämpft gegen Touristen-Flüge

Welt

Bis zu 20 Touristen-Hubschrauber am Tag

Südtiroler wüten gegen Hubschrauber-Plage

Von t-online, ivi

06.09.2026 - 17:19 UhrLesedauer: 3 Min.

Bis zu 20 Hubschrauber am Tag fliegen über einen Naturpark in Südtirol. Im Villnößtal wächst der Widerstand. Mittlerweile beschäftigt der Streit auch die Landesregierung.

Auf der Koflalm im Südtiroler Villnößtal gehört für Hirte Simon Niederwolfsgruber inzwischen ein Geräusch zum Sommer: das Dröhnen von Hubschraubern. Im Juli und August zählte er laut dem Nachrichtenportal "stol.it" bis zu 20 Maschinen am Tag. Manche seien in einer Höhe von nur rund 100 Meter über den Boden geflogen. Besonders eine Veränderung fällt Niederwolfsgruber auf. "Den Adler, der vorher immer hier unterwegs war, haben sie aus seinem Revier wohl verscheucht. Er ist nirgends mehr zu sehen", sagt er.

An Bord der Hubschrauber sitzen Touristen, die bei Panoramaflügen die Dolomiten aus der Luft sehen wollen. Zwar dürfen Maschinen über den Naturparkgebieten nicht beliebig tief fliegen. Das Gesetz schreibt eine Mindestflughöhe von 500 Metern vor. Die von Niederwolfsgruber beobachteten Hubschrauber seien aber teilweise deutlich darunter geflogen.

Damit geht es im Villnößtal längst nicht mehr nur um die Frage, wie viel Lärm die Bewohner hinnehmen müssen. Auch der Schutz des Naturparks Puez-Geisler und seiner Tierwelt rückt in den Mittelpunkt.

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Widerstand im Villnößtal in Südtirol wächst

Im Tal formiert sich Widerstand. Vor rund drei Wochen gründete sich eine Initiativgruppe, die gemeinsam mit der AVS-Sektion Villnöß ein Schreiben an die Landesbehörden schickte. "Es hat jetzt schon bedenkliche Ausmaße angenommen", sagt der Aktivist Roland Gafriller aus Teis laut "stol.it".

Dabei richtet sich der Blick der Kritiker auch auf die weitere touristische Entwicklung des Tals. Neue Hotelprojekte, darunter hochpreisige Häuser, könnten nach Ansicht Gafrillers dazu führen, dass die Zahl der Hubschrauberflüge weiter steigt. Der Konflikt berührt damit eine grundsätzliche Frage für die Urlaubsregion: wie sich zusätzlicher Tourismus mit dem Schutz der Dolomiten und der Ruhe im Naturpark vereinbaren lässt.

Hubschrauberflüge aus Österreich verschärfen das Problem

Mittlerweile beschäftigt der Hubschrauberverkehr auch die Verantwortlichen des Naturparks Puez-Geisler. Dessen Führungsausschuss unter Präsident Robert Messner wandte sich nach Angaben von "stol.it" ebenfalls an Umweltlandesrat Peter Brunner und Amtsdirektor Leo Hilpold. Messner sieht touristische Panoramaflüge im Widerspruch zum Kernziel des Naturparkkonzepts: Natur- und Kulturlandschaft sollen in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten werden.

Auch Bürgermeister Peter Pernthaler brachte das Thema in den Gemeinderat. Dort ist die Haltung nach seinen Angaben eindeutig. "Derartige Flüge sind störend für das Tal", sagt Pernthaler laut "stol.it". Die Gemeinde will sich deshalb ebenfalls an die Landesregierung wenden und eine Reduzierung der Flüge sowie stärkere Kontrollen fordern.

Eine zusätzliche Schwierigkeit sieht Pernthaler darin, dass Rundflüge inzwischen auch von Österreich aus über die Dolomiten führen. Die Möglichkeiten der Südtiroler Behörden allein reichen aus seiner Sicht deshalb nicht aus. "Das Land muss Druck auf den Staat machen", fordert der Bürgermeister.

Hubschrauber-Streit weitet sich in Südtirol aus

Villnöß ist mit dem Konflikt nicht allein. Nach Angaben des Nachrichtenportals "salto.bz" beschäftigen unkontrollierte Freizeitflüge und neue Hubschrauberlandeplätze auch die Gemeinden St. Christina und Toblach sowie Anwohner am Ritten.

Die Beschwerden haben inzwischen die Südtiroler Landesregierung erreicht. Umweltlandesrat Peter Brunner erklärte auf Nachfrage von "stol.it", dass sich mehrere Ressorts mit dem Problem befassen. "Aktuell arbeitet eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe an der Thematik. Das Thema ist sehr komplex. Ziel ist es, klarere Regelungen zu finden", sagte Brunner. Wann diese Regeln kommen und welche Maßnahmen die Landesregierung ergreifen könnte, ließ er offen.

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