Hunderte „Spaziergänger“ gegen rechte Plakat-Aktion
Die selbsternannte „erste patriotische europäische Bürgerinitiative“ wollte auf ihrer Foto-Tour durch Europa am Sonntag Halt in Hamburg machen. Das Ziel von „Save Europe Act“, ein eindrucksvolles Foto ihres Riesen-Transparents vor dem Planetarium zu machen, haben rund 1000 „antifaschistische Spaziergänger“ verhindert. Da der Protest nicht angemeldet war, wollte die Polizei die Teilnehmer zunächst von der Fläche vertreiben. Inzwischen haben die Rechten das Feld geräumt.
Nach Beobachtung eines Reporters vor Ort sind die wenigen „Patrioten“ inzwischen mit Polizeischutz vom Stadtpark weg eskortiert worden, weil ein sicherer Zugang zu der von ihnen angemeldeten Fläche vor dem Planetarium nicht gewährleistet werden kann: Nach Polizeiangaben hatten sich rund 1000 „Spaziergänger“ trotz des Regens eingefunden und rund um die Fläche aufgestellt. Die Banneraktion im Stadtpark war daraufhin abgeblasen worden.
Rechte ziehen ab: Banner-Aktion in Hamburg zunächst gescheitert
Zu dem „antifaschistischen Spaziergang“ hatte das Hamburger Bündnis gegen Rechts via Social Media aufgerufen. Der Spaziergang ist keine angemeldete Demonstration, weswegen die Polizei zunächst versucht hatte, die Teilnehmer von der Fläche zu vertreiben. Die Menschen hatten sich daraufhin in Bewegung gesetzt und sind singend um die Absperrung gezogen.
Kurz darauf zogen die wenigen Rechten mit Polizeieskorte ab. Es sei zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen gekommen, heißt es aus der Leitstelle der Polizei zunächst. Später meldete die Polizei eine körperliche Auseinandersetzung. Es habe auch eine Sachbeschädigung an einem Fahrzeug gegeben.
Gegründet wurde die Initiative „Save Europe Act“ unter anderem von dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner. Das Ziel der Initiative steht auf einem gigantischen Transparent, das für Social Media in möglichst vielen Städten fotografiert werden soll: „Remigration saves Europe“.
EU hat die Initiative „Save Europe Act“ abgeleht
Die Eliten, so der Gedanke dahinter, sollen die „Ersetzungsmigration“ stoppen, also den angeblichen Austausch der heimischen europäischen Bevölkerung durch Migranten. Die EU-Kommission hat die Zulassung der Bürgerinitiative „Save Europe Act“ (SEA) im Juli 2026 abgelehnt, weil sie fundamentale Werte der EU verletze. In den französischen Städten Lille und Lyon haben die örtlichen Behörden den Auftritt der „Save-Europe-Act“-Aktivisten verboten.
„Save Europe Act“ tingelt durch Europa
Trotzdem tingeln die SEA-Leute weiter mit ihrem Transparent durch europäische Großstädte und haben nach eigenen Angaben bereits 700.000 Unterschriften gesammelt.
In Hamburg sollte das Planetarium den Hintergrund für das Riesenplakat der Rechtsextremen bilden. Das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ rief per Social Media zu einem „antifaschistischen Spaziergang“ durch den Stadtpark auf – und hat die Banneraktion offenbar erfolgreich verhindert.
Nach MOPO-Informationen ist die kleine SEA-Truppe später zum menschenleeren Langenhorner Markt ausgewichen und hat dort für die eigenen Social-Media-Kanäle eine Erklärung verlesen. Das Banner bleibt dabei eingerollt.