Hürtgenwald-Gey: Kampf um Großhau - Löscharbeiten ziehen sich bis Montag
Newsblog zu Waldbränden Löscharbeiten ziehen sich noch Tage hin Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! In mehreren Gemeinden Deutschlands sind Waldbrände ausgebrochen. Unter anderem brennt es seit Donnerstag in Hürtgenwald in NRW, wo ein Ortsteil mit 1.800 Anwohnern evakuiert wurde. Alle Entwicklungen im Newsblog. Samstag, 15. August Löscharbeiten werden laut Feuerwehr mindestens bis Montag dauern 6.32 Uhr: Die Löscharbeiten rund um Hürtgenwald-Gey werden noch bis mindestens Montag andauern. Das teilte die Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Nachdem in der Nacht die Löscharbeiten mit Hubschraubern wegen der Dunkelheit ausgesetzt worden waren, sollten am Morgen auch die Unterstützungsarbeiten aus der Luft wieder aufgenommen werden. Die gute Nachricht: Das Feuer habe sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet. "Unsere Strategie für die Nacht ist aufgegangen", sagte Kreisbrandmeister Karlheinz Eisnar nach Angaben der Rheinischen Post am Morgen. "Wir konnten die Flanken halten." Wald- und Wiesenfläche in Sonsbeck in Brand geraten 5.50 Uhr: In Sonsbeck (Kreis Wesel, NRW) ist eine Wald- und Wiesenfläche in der Größe von rund 16 Fußballfeldern in Brand geraten. Wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle sagte, war eine Fläche von etwa 115.000 Quadratmeter betroffen. Das Feuer sei gegen 18 Uhr ausgebrochen und bis zum frühen Morgen noch nicht gelöscht, aber unter Kontrolle. Noch seien die meisten Einsatzkräfte vor Ort, hieß es. Der Brandort befand sich demnach im Ortsteil Labbeck. Weiter Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Waldbrand in Leverkusen gelöscht 4.20 Uhr: Auch in Leverkusen hat ein Waldstück gebrannt: Das Feuer im Stadtteil Rheindorf habe sich am Abend auf eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern ausgebreitet, teilte die Feuerwehr mit. Es sei auf den Boden und den unteren Bereich der Bäume und Sträucher begrenzt geblieben. Nach weniger als vier Stunden war der Einsatz den Angaben zufolge beendet. Besonderes Risiko durch Böen 2.30 Uhr: Das Wetter am Samstag sehen die Einsatzkräfte teils mit Hoffnung, teils mit Befürchtungen. in der bis in den Morgen hinein sollte der Wind schwach aus Süden wehen – also eher weg von den gefährdeten Ortschaften, sagte Dennis Weyel t-online. Weyel arbeitet für die auf Waldbrände spezialisierte Organisation Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V. und als Fachberater in der Einsatzleitung eingesetzt. Im Laufe des Morgens könnte der Wind jedoch drehen, von Norden kommen und deutlich auffrischen. Mögliche Böen stellen ein besonderes Risiko dar, weil sie Feuer über Schneise und abgebranntes Gelände tragen können. Feuerwehrzentrale verlegt 1.20 Uhr: Im Kampf gegen den großen Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel hat die Feuerwehr ihre Einsatzzentrale verlegt. Der Wind habe sich gedreht und den ganzen Qualm des Waldbrandes zu den Einsatzkräften getragen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Zentrale sei nun an der Schule aufgebaut worden. Feuerwehr rechnet mit "ruhiger Nacht" 22.09 Uhr: "Wir rechnen mit einer ruhigeren Nacht, für Ortslagen sehen wir keine akute Gefahr", sagt Peter Berndgen, Sprecher der Feuerwehr Düren, t-online. Bei Gey würden Bergepanzer der Bundeswehr weitere Schneisen schlagen, so Berndgen. Die Schneisen durch die Gegenfeuer in Großhau haben nach seinen Worten die Lage dort entspannt. Landrat Ralf Nolten (CDU) will jetzt auch mal schlafen gehen: "Ich bin seit gestern 5 Uhr auf den Beinen." Bis Montag stehen bereits die Pläne, im Zwölf-Stunden-Takt die Einsatzkräfte der Feuerwehren durch andere Einheiten auszutauschen – jeweils 500 Feuerwehrleute. t-online-Reporter vor Ort: Waldbrand bedroht deutsche Städte – Augenzeugin berichtet Ohne Unterlass kämpfen die Einsatzkräfte gegen den Waldbrand. Die Flammen rücken an mehrere Orte heran. Und es droht im Brandgebiet eine weitere Gefahr. Sehen Sie die Aufnahmen unseres Reporters Lars Wienand hier im Video. Kampf um Großhau läuft – Hubschrauber im Einsatz 20.48 Uhr: Der Kampf um Großhau läuft, wie t-online-Reporter Lars Wienand vom Waldrand rund 500 Meter vom Ortsrand entfernt berichtet. Mit Gegenfeuer und Umpflügen des Bodens kämpfen die Einsatzkräfte gegen die nahenden Flammen des Waldbrands, die zwischenzeitlich in der Nähe sichtbar waren. Auch Hubschrauber sind im Einsatz und kippen aus sogenannten Bambi Buckets, faltbaren Löschwasser-Außenlastbehältern, Wasser auf die Flammen. 900 Menschen in Langenfeld und Arft können aufatmen 20.12 Uhr: Die Orte Langenfeld und Arft in Rheinland-Pfalz müssen wegen des großen Wald- und Flächenbrandes nicht evakuiert werden. Das sagte Landrat Marko Boos bei einer Pressekonferenz. Allerdings wurden bei dem Einsatz sieben Feuerwehrleute leicht verletzt. Die rund 900 Bewohner von Langenfeld und Arft können nun aufatmen. "Gott sei Dank mussten wir diese Maßnahmen nicht umsetzen", sagte Rainer Nell, Brand und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises. In den etwas abgelegeneren Ortsteil Netterhöfe dagegen mussten 20 bis 25 Häuser evakuiert werden, wie Nell sagte, "weil doch das Feuer sehr nah an die Häuser rangekommen ist und uns die Lage zwischenzeitlich dazu gezwungen" habe. Der leitende Notarzt des Landkreises Mayen-Koblenz, Mario Klingbeil sagte, von den sieben Verletzten seien vier in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Feuerwehrkräfte litten unter leichten Brandverletzungen, einer Verletzung durch Umknicken und Hitzeerschöpfungen. Loading... Loading... Loading... Dobrindt: Bilder von Waldbränden in NRW "verheerend" 19.24 Uhr: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Bilder der Waldbrände in Nordrhein-Westfalen als "verheerend" bezeichnet und den Einsatz der Helfer gewürdigt. "Alle Einsatzkräfte leisten unter schwierigsten Bedingungen Herausragendes, um die Flammen zu bekämpfen, Menschen zu schützen, Schäden zu begrenzen. Zusätzlich zu Feuerwehren, Landespolizei und Bundeswehr ist die Bundespolizei mit ihrer Fliegerstaffel im Einsatz, das THW hilft bei Logistik und Einsatzkoordinierung." Dobrindt dankte allen Einsatzkräften für ihren "großen und engagierten Einsatz." Fünf Verletzte bei Waldbrand im Hürtgenwald 19.13 Uhr: Beim Waldbrand im Hürtgenwald hat es fünf Verletzte gegeben. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte Landrat Ralf Nolten (CDU). Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme. Nach der Evakuierung des Ortsteils Gey könnten die betroffenen Menschen noch nicht zurück in ihre Häuser. Die Gebäude seien derzeit zwar nicht akut bedroht. Doch könnte der Wind gefährlich wechseln, erläuterte der Landrat. Die Betroffenen seien meist bei Verwandten und Freunden untergekommen. Auch sei eine Schule als Notunterkunft hergerichtet worden.