Huthis erobern alle Inseln in der Meerenge Bab al-Mandab
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Nahost-Eskalation: Huthis erobern alle Inseln in der Meerenge Bab al-Mandab – Oman-Treffen geplatzt
Von: Bedrettin Bölükbasi
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Die Huthis bauen ihre Kontrolle im Roten Meer aus und besetzen weitere Inseln bei Bab al-Mandab. Zugleich platzt ein geplantes Oman-Treffen.
Riad – Die Huthi-Rebellen im Jemen bauen ihre Kontrolle über eine der wichtigsten Seerouten der Welt weiter aus. Die mit dem Iran verbündete Miliz hat nach Angaben jemenitischer Regierungsvertreter und eines Huthi-Vertreters weitere strategisch wichtige Inseln im südlichen Roten Meer besetzt. Damit stehen offenbar sämtliche wichtigen Inseln vor der Meerenge Bab al-Mandab unter ihrer Kontrolle.
Spannungen im Nahen Osten: Pro-iranische Huthis auf Vormarsch
Die pro-iranischen Huthis stationierten demnach Kämpfer auf Groß-Hanisch und Klein-Hanisch, rund 160 Kilometer nördlich der Meerenge. Zuvor hatten sich Hunderte mit der jemenitischen Regierung verbündete Soldaten aus dem Archipel zurückgezogen. Auch die strategisch gelegene Insel Majun, international als Perim bekannt, wurde nach Angaben aus jemenitischen Regierungskreisen von den Huthis eingenommen.
Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist eine zentrale Route für den internationalen Schiffs- und Öltransport. Die Kontrolle der Inseln verschafft den Huthis damit zusätzliche strategische Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe einer der wichtigsten Handelsrouten der Region.
Gleichzeitig verschärft die Miliz den Konflikt mit Saudi-Arabien. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte, die Rebellen hätten den saudischen Luftwaffenstützpunkt Chamis Muschait mit Raketen und Drohnen angegriffen. Ziel seien unter anderem Waffenlager, Startbahnen und Hangars gewesen. Der Angriff sei eine Reaktion auf mehr als 300 saudische Luftangriffe im Jemen in den vergangenen Tagen. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht zu den Angaben.
Spannungen im Nahen Osten: Jemenitische Regierung sieht „gefährliche Eskalation“
Der jemenitische Außenminister und Premierminister Schai Muhsin al-Zindani warnt unterdessen vor einer weiteren Eskalation. Die Entwicklung sei nicht lediglich eine vorübergehende neue Runde des Konflikts, sondern eine „gefährliche Eskalation“ mit Auswirkungen weit über den Jemen hinaus. Dahinter stehe eine iranische Strategie, den Jemen und seine strategische Lage zur Bedrohung der regionalen Sicherheit und des internationalen Seeverkehrs zu nutzen. Zugleich betonte er, die jüngsten Entwicklungen dürften nicht als endgültige Wende oder als feststehendes Ende des Krieges verstanden werden.
Auch die Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung in der Region erhalten einen Dämpfer. Ein für Sonntag beziehungsweise Montag geplantes Treffen der Außenminister der Golfstaaten im omanischen Salalah wurde kurzfristig verschoben. Omans Außenminister Badr al-Busaidi erklärte, die Verschiebung erfolge „im Interesse des Konsenses“. Berichten zufolge sollten bei dem Treffen mögliche Vereinbarungen des Iran und des Oman im festgefahrenen Konflikt um die Straße von Hormus vorgestellt werden.
Die Märkte reagierten entsprechend nervös. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl stieg am Montag zeitweise um knapp drei Prozent auf rund 107,60 Dollar und näherte sich damit wieder der Marke von 110 Dollar. Neben den abgesagten Gesprächen sorgt die Abschaltung einer wichtigen saudischen Ölpipeline für zusätzlichen Druck.
Die Ost-West-Pipeline transportiert Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer und bietet Saudi-Arabien damit eine wichtige Alternative zur Straße von Hormus. Nach Angriffen auf Anlagen in den Regionen Riad und Medina wurde die Leitung vorsorglich stillgelegt. Nach Angaben aus der Ölbranche könnten die Reparaturen fünf bis sechs Wochen dauern. Über die Pipeline flossen zuletzt täglich rund vier bis fünf Millionen Barrel Rohöl. Damit wächst die Gefahr, dass die Eskalation an beiden strategischen Meerengen – Hormus und Bab al-Mandab – zunehmend auch den globalen Öl- und Schiffsverkehr trifft. (Quellen: Bild, Focus, AP, Spiegel, jemenitische Medien, eigene Recherche) (bb)