Huthis im Jemen: Huthi-Miliz meldet weiteren Angriff auf Saudi-Arabien
Die jemenitische Huthi-Miliz hat ihre Angriffe auf das Nachbarland Saudi-Arabien verstärkt. Man habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen, teilte Jahja Saree, Sprecher der mit dem Iran verbündeten Miliz, auf X mit. Der Angriff auf den Stützpunkt Scharurah habe »Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren« gegolten. Wann der Angriff genau erfolgte, teilte er nicht mit.
Nach Angaben des saudiarabischen Zivilschutzes wurde am Samstag Luftalarm ausgelöst. Es wurden jedoch keine Opfer oder Schäden gemeldet. Der Zivilschutz teilte zudem mit, in der Nacht sei ein Geschoss im Gouvernement Al-Tawwal nahe der jemenitischen Grenze am Roten Meer eingeschlagen. Dabei seien zwei Menschen verletzt sowie eine Moschee und mehrere andere Gebäude beschädigt worden. In der Mitteilung wurden die Huthis für den Vorfall verantwortlich gemacht.
Saudi-Arabien reagiert mit Luftangriffen
Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Huthis.
Auf die Angriffe aus dem Jemen reagierte Saudi-Arabien unterdessen mit zahlreichen Luftangriffen, wobei nach Huthi-Angaben auch der Flughafen der Hafenstadt Mokka getroffen wurde. Die Huthis hatten zuvor auch Mokka unter ihre Kontrolle gebracht.
Saudische Ölexporte drohen einzubrechen
Am Freitag hatte es einen Drohnenangriff auf eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien gegeben, weshalb der Betrieb eingestellt werden musste. Insidern zufolge droht dem Land ein drastischer Einbruch seiner Ölexporte, falls die wichtige Leitung nicht binnen weniger Tage wieder in Betrieb geht.
In den Häfen am Roten Meer würden die Lagerbestände noch für fünf bis sieben Tage reichen, sagten Ölkäufer und -händler. Der Zwischenfall könne zu einem Ausfall von bis zu vier Prozent des weltweiten Angebots führen. Ein weiterer Rückgang der saudiarabischen Lieferungen würde die weltweite Angebotsverknappung verschärfen, die bereits zu rekordhohen Kraftstoffpreisen und steigender Inflation geführt hat.