Hybride Angriffe aus Russland: Polen und Lettland besonders betroffen
Hybride Angriffe
Die meisten russischen Attacken gibt es in deutschem Nachbarland
Von t-online, jaf
27.10.2026 - 10:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Auswertung in ganz Europa zeigt, wo es die meisten hybriden Vorfälle gibt. Mehrere Staaten sind deutlich stärker betroffen als Deutschland.
Polen, Lettland und das Schwarze Meer sind aktuell besonders von russischen hybriden Angriffen betroffen. Eine Auswertung des schwedischen öffentlich-rechtlichen Senders SVT und der Europäischen Rundfunkunion (EBU) mit 16 anderen Sendern zeigt, dass es im vergangenen halben Jahr mindestens 54 solcher Attacken in ganz Europa gab.
Ein Großteil der Vorfälle ereignete sich dabei in direkten Nachbarstaaten von Russland und Belarus. Deutschland lag mit vier registrierten Vorfällen dabei weniger im Fokus. Konkret verweist die Untersuchung auf den Fund einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen, die Entdeckung von Drohnenteilen und Sprengstoff nahe der Militärbasis Wunstorf, die Festnahme eines mutmaßlichen Agenten in Bayern sowie der Angriff auf die Gebäude von Rüstungsunternehmen in München.
Betrachtet wurde dabei der Zeitraum vom 1. April bis zum 15. Oktober dieses Jahres. In Polen gab es in dieser Zeit mindestens zehn hybride Angriffe, in Lettland sechs. Auch im Schwarzen Meer ereigneten sich sechs registrierte russische Störaktionen, davon fünf allein innerhalb des letzten Monats der Erfassung.
Die Vorfälle gliedern sich dabei in verschiedene Kategorien wie Sabotage, Luftraumverletzung, Spionage, Militärübungen, Angriffe auf einzelne Personen und illegale Grenzübertritte.
"Die Lage ist sehr ernst", sagte Mikael Frisell, Generaldirektor der schwedischen Zivilschutzbehörde, gegenüber Reportern des staatlichen Fernsehsenders SVT. "Russland verfolgt die Strategie, unsere Gesellschaften zu destabilisieren und die westliche Unterstützung für die Ukraine zu gefährden. Wir müssen dem mit proaktiven Maßnahmen begegnen und auf das Schlimmste vorbereitet sein."