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Hygiene-Check auf dem "Traumschiff" - Behörde deckt Mängel auf

Wirtschaft

Unangekündigte Kontrollen der US-Gesundheitsbehörde CDC offenbaren teils gravierende Hygienemängel auf Kreuzfahrtschiffen. Auch das ZDF-"Traumschiff" Amadea erhält nur mäßige Bewertungen – ein anderes Schiff fällt komplett durch.

Bei den jüngsten Inspektionen der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben mehrere Kreuzfahrtschiffe, die auch auf dem deutschen Markt buchbar sind, schlecht abgeschnitten.

Die US-Behörde überprüft in regelmäßigen Abständen unangekündigt die hygienischen und gesundheitlichen Bedingungen an Bord von Schiffen, die US-Häfen anlaufen.

Dabei können maximal 100 Punkte erreicht werden. Als bestanden gilt eine Kontrolle ab 86 Punkten. Sieben der zuletzt geprüften Schiffe blieben unter der Marke von 90 Punkten, wie das Reiseportal "Travelbook" berichtet. Eines davon verfehlte sogar die Mindestgrenze.

"Traumschiff" mit durchwachsenem Ergebnis

Besondere Aufmerksamkeit dürfte hierzulande das Abschneiden der Amadea erregen – jenes Schiffs, das Fernsehzuschauern als "Traumschiff" aus der gleichnamigen ZDF-Reihe bekannt ist. Die von Phoenix Reisen betriebene Amadea kam bei ihrer Inspektion im Februar 2026 auf 89 von 100 möglichen Punkten. Die Kontrolle war damit zwar bestanden, doch der Abstand zur Höchstwertung fiel beträchtlich aus.

Laut "Travelbook" dokumentierten die Prüfer unter anderem folgenden Vorfall: Beim Frühstück hätten zwei Besatzungsmitglieder beim Braten von Eiern ihre Daumen in Schalen mit rohen aufgeschlagenen Eiern gehalten. Anschließend hätten sie mit ungewaschenen Händen hart gekochte Eier sowie Servierutensilien für Passagiere angefasst. Ein Mitarbeiter habe danach Eigelb von seinem Daumen an der Schürze abgewischt und seine Arbeit an der Warmtheke fortgesetzt.

Darüber hinaus stellten die Kontrolleure Verschmutzungen und Rückstände an Saftmaschinen sowie in Küchenbereichen fest. Auch der Chlorgehalt im Swimmingpool sei zu niedrig gewesen. Phoenix Reisen habe sich auf Anfrage von "Travelbook" bislang nicht zu den Mängeln geäußert.

Norwegian Dawn fällt durch

Noch deutlich schlechter erging es der Norwegian Dawn der Reederei Norwegian Cruise Line. Mit nur 84 Punkten bildete das Schiff das Schlusslicht der diesjährigen Überprüfungen und fiel damit offiziell durch. Die Inspektoren notierten insgesamt 48 Beanstandungen, darunter Fruchtfliegen im Buffetbereich, verschmutzte Eismaschinen, schimmelartige Ablagerungen sowie zu warm gelagerte Lebensmittel.

Auch die auf dem deutschen Markt relevante MSC Meraviglia kam nicht ohne Kritik davon: Bei zahlreichen Steaks maßen die Tester beim Auftauen eine deutlich zu hohe Temperatur, was eine Entsorgung der Ware unumgänglich machte. An einer Handwaschstation bei den Eismaschinen fehlte zudem fließendes Wasser. Das Schiff erhielt insgesamt 89 Punkte.

Volle Punktzahl ist durchaus erreichbar

Dass die Höchstwertung keineswegs unerreichbar ist, zeigten andere Schiffe: Die Icon of the Seas, die Carnival Celebration, die Celebrity Apex, die Disney Dream, die Norwegian Viva und die Queen Elizabeth erzielten bei den diesjährigen Kontrollen jeweils die vollen 100 Punkte. Laut dem "Seereisenportal" kamen zudem die Carnival Jubilee und die MSC Seascape bei ihren Kontrollen im März auf jeweils 100 Punkte.

Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse den Momentaufnahme-Charakter der Inspektionen. Die Carnival Breeze etwa erreichte im Januar noch die volle Punktzahl, rutschte bei der Kontrolle im Mai jedoch auf gerade einmal 86 Punkte ab.

Was bei einem schlechten Ergebnis passiert

Reedereien sind verpflichtet, auf ein mangelhaftes Abschneiden zu reagieren. Festgestellte Mängel müssen beseitigt werden, bei kritischen Verstößen sogar unverzüglich. Unterschreitet ein Schiff die Grenze von 86 Punkten, folgt eine erneute Überprüfung. Ein automatisches Auslaufverbot geht damit allerdings nicht einher. Die US-Behörde weist auch darauf hin, dass ein niedriger Wert nicht automatisch bedeutet, dass der Aufenthalt an Bord für Passagiere gefährlich ist.

Für Passagiere bleibt aber eine gewisse Ungewissheit bestehen: Die CDC-Berichte legen zwar konkrete Mängel offen – ob und wann diese vollständig beseitigt werden, geht daraus jedoch nicht hervor.

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Wie das CDC-Kontrollprogramm funktioniert

Hinter den Inspektionen steht das sogenannte Vessel Sanitation Program (VSP) der CDC, der wichtigsten Gesundheitsbehörde der Vereinigten Staaten. Das Programm ist kein freiwilliges Gütesiegel der Kreuzfahrtbranche, sondern eine verbindliche Vorgabe: Internationale Kreuzfahrtschiffe mit mindestens 13 Passagieren an Bord, die US-Häfen anlaufen, unterliegen den Bestimmungen des VSP, wie das "Seereisenportal" erläutert.

Grundsätzlich finden pro Schiff zwei unangekündigte Kontrollen im Jahr statt. Die Inspektoren überprüfen dabei unter anderem Küchen und Restaurants, Trinkwassersysteme, Pools und Whirlpools, medizinische Einrichtungen, Kabinen, Lüftungsanlagen sowie öffentliche Bereiche. Finanziert wird das Programm über Gebühren der Reedereien – die Ergebnisse sind anschließend in einer öffentlichen Datenbank der CDC einsehbar. (red)

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