DAX +1,62 % 25.590,77 Pkt 18:00:00 MDAX +2,07 % 30.495,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.164,69 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,31 % 52.377,57 Pkt 21:48:23 S&P 500 +1,30 % 7.722,60 Pkt 21:48:15 Nasdaq +2,01 % 26.477,81 Pkt 22:15:59 Nikkei +0,99 % 63.896,25 Pkt 05:44:50 Gold -0,53 % 4.053,00 USD 05:49:29 Silber -0,53 % 54,01 USD 05:49:43 Brent -2,56 % 110,97 USD 05:47:29 WTI +1,55 % 101,45 USD 05:49:40 Bitcoin +0,09 % 80.873,63 USD 05:59:40 EUR/USD -0,44 % 1,11250 USD 05:59:42 EUR/GBP -0,10 % 0,83650 GBP 05:59:52 EUR/CHF -0,21 % 0,92290 CHF 05:59:51 EUR/JPY -0,27 % 175,546 JPY 05:59:51

Hygiene: Was Sie alles einatmen, wenn Sie die Toilette abspülen

Wissenschaft

Audioplayer wird geladen

Google

Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.

Anzeige

Beim Spülen verschwindet nicht alles im Abfluss. Ein Teil wird als feiner Sprühnebel in die Luft geschleudert. Eine neue Übersichtsstudie zeigt, dass es die Bakterien aus der Toilette bis in Atemhöhe schaffen können – und der Toilettendeckel weniger schützt, als viele denken.

Forscher der Flinders University in Australien werteten dafür 22 Studien über Toiletten-Aerosole aus. Die Arbeit erschien im Fachmagazin „Science of the Total Environment“. Untersucht wurden neben gewöhnlichen Schwebteilchen auch Bioaerosole, also solche, die Bakterien, Viren oder anderes biologisches Material enthalten.

Anzeige

Doch wie weit spritzen die Partikel? In einigen Untersuchungen wurden die Aerosole noch 1,5 Meter entfernt von der Toilette gefunden. Auch nach oben erreichten die Bakterien eine Höhe von 1,63 Metern. Sie gelangen also nicht nur genau in die Bereiche, in denen in vielen Haushalten Zahnbürsten, Haarkämme oder andere Hygieneprodukte liegen – sie gelangen auch in die typische Atemhöhe von Erwachsenen.

Lesen Sie auch

„Einige Studien wiesen diese Aerosole in Atemhöhe von Erwachsenen nach, was auf einen möglichen Aufnahmeweg durch Einatmen hinweist“, wird Studienautorin Lira Adiyani in einer Mitteilung der Universität zitiert.

Anzeige

Es zeigte sich ein besonderer Zusammenhang mit der Wassermenge: Mit jedem zusätzlichen Liter pro Spülung stieg die gemessene Aerosol- und Bioaerosolkonzentration den Berechnungen zufolge um etwa das 1,3‑Fache. Auch die Anzahl der Mikroorganismen im Toilettenwasser entscheidet darüber, was anschließend in der Luft landet.

Lesen Sie auch

Viele mögen nun denken, dass sie sich vor den Keimen schützen, weil sie ihren Toilettendeckel zuklappen. Doch so leicht ist es nicht, legen die Daten nahe. Denn ein geschlossener Deckel hält die Aerosole offenbar nicht vollständig zurück. Die bisherige Datenlage reicht nicht aus, um zu belegen, dass dadurch insgesamt deutlich weniger Partikel in die Raumluft gelangen. Dafür gab es in den ausgewerteten Studien zu wenige vergleichbare Versuche.

Der Deckel kann aber beeinflussen, wohin die Aerosole gelangen. Ist er geschlossen, können Partikel durch die Spalten zwischen Schüssel, Sitz und Deckel seitlich entweichen. Wie viel dabei nach außen gelangt, hängt unter anderem von der Bauweise der Toilette und der Größe dieser Öffnungen ab.

Ganz nutzlos ist der Deckel trotzdem nicht. „Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse würde ich empfehlen, den Toilettendeckel vor dem Spülen zu schließen, sofern ein Deckel vorhanden ist, um die potenzielle Exposition durch Einatmen zu minimieren – wohl wissend, dass dies das Entweichen von Aerosolen nicht vollständig verhindert“, sagt Adiyani.

Dass Bioaerosole Bakterien oder Viren enthalten können, bedeutet allerdings nicht automatisch eine Ansteckungsgefahr. Die Studie zeigt, wie sich die Partikel verbreiten, nicht, wie häufig diese Partikel tatsächlich krank machen.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren