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Hymne auf der Bühne – „Extrem befremdlich“, sagt Frei

Nation

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AfD-Co-Chef Tino Chrupalla und der sachsen-anhaltische Spitzenkandidat Ulrich Siegmund haben bei einer Veranstaltung in Dessau-Roßlau mit mehreren Hundert Menschen gemeinsam die DDR-Hymne gesungen. Zum Ende der Podiumsdiskussion sollte eigentlich die deutsche Nationalhymne gesungen werden, der Kabarettist Uwe Steimle stimmte stattdessen jedoch das Lied „Auferstanden aus Ruinen“ an.

Chrupalla und Siegmund lächelten und sangen teilweise gemeinsam mit den Besuchern die DDR-Hymne. Im Anschluss daran wurde auch noch die deutsche Nationalhymne gesungen.

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Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) reagierte im Interview mit WELT TV irritiert auf die Szenen in Dessau: „Ich finde das extrem befremdlich. Und es gilt insbesondere dann, wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden möchten.“

Zuvor hatte Chrupalla den sachsen-anhaltischen Spitzenkandidaten in die Pflicht genommen. Wenn er Ministerpräsident werde, komme auf Siegmund eine „Riesenverantwortung“ zu, sagte Chrupalla. „Er wird liefern müssen.“ Chrupalla betonte, man müsse gemachte Versprechen einhalten.

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In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen lag die AfD mit Werten von etwa 40 Prozent zuletzt deutlich vor der CDU. Die AfD zieht mit dem 35-jährigen Siegmund als Spitzenkandidat in die Wahl.

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Weltplus ArtikelAfD-Parteitag Sachsen-Anhalt

Am Wochenende hatte Siegmund in Erfurt ein 100-Tage-Programm vorgestellt. Zehn zentrale Punkte möchte die AfD unmittelbar nach der Landtagswahl umsetzen, etwa mehr Abschiebehaftplätze, eine flächendeckende Arbeitspflicht für Asylbewerber und die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags. Siegmund sagte: „Die Leute möchten den politischen Wandel. Aber diese Wahl ist noch nicht gewonnen. Diese Demut sollten wir in uns tragen.“

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Siegmund kündigte nun in Dessau-Roßlau an, er wolle transparent regieren. „Das heißt, da gibt es halt direkt das Video von mir aus der Staatskanzlei, damit jeder in diesem Land weiß, was passiert auch hinter den Kulissen“, sagte er.

Alice Weidel unterstützt am Wochenende

Am kommenden Wochenende kommt Parteichefin Alice Weidel zum AfD-Wahlkampfauftakt nach Magdeburg. Gleichzeitig gibt es Aktionen, die sich gegen die AfD wenden – der Verein Campact etwa hat vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mehr als 2,5 Millionen Euro gesammelt, um mit einem sogenannten „NoAfD-Fonds“ lokale Initiativen und Vereine sowie Kampagnen gegen die AfD zu unterstützen.

„Die AfD mag Millionen in ihren Wahlkampf stecken, doch ihr steht eine starke demokratische Zivilgesellschaft gegenüber“, sagte die Leiterin Politik und Kampagnen von Campact, Luise Neumann-Cosel. Doch während es in Erfurt im Zuge des AfD-Bundesparteitags zuletzt umfangreiche Proteste gab, fand im Magdeburger Stadtzentrum laut Polizei lediglich eine Kundgebung mit rund 230 Teilnehmern statt.

dpa/nw/luwi

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