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IBM-Aktie crasht um ein Fünftel

Wirtschaft

IBM wollte beweisen, dass KI das Geschäft stärkt statt ersetzt. Doch schwächere Softwareumsätze und verpasste Großaufträge treffen die Aktie brutal.

Für Sie zusammengefasst

IBM verfehlt Erwartungen, Aktie verliert deutlich

Kunden verlagern Ausgaben auf Hardware, Software leidet

Umbau zu KI und Software steht vor Bewährungsprobe

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IBM hat Anleger am Dienstag mit schwächer als erwarteten vorläufigen Quartalszahlen enttäuscht. Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 17,2 Milliarden US-Dollar und damit unter den Analystenschätzungen von rund 17,9 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie blieb mit 2,93 US-Dollar hinter den Erwartungen von 3,01 US-Dollar zurück. Die Aktie gerät vorbörslich massiv unter Druck und verliert mehr als 10 Prozent.

CEO Arvind Krishna machte vor allem eine kurzfristige Verschiebung der Kundenausgaben verantwortlich. Viele Kunden hätten ihre Investitionen zum Quartalsende auf Server, Speichersysteme und Speicherchips verlagert, um sich vor erwarteten Preiserhöhungen und knappen Infrastrukturkomponenten abzusichern. Das belastete ausgerechnet das Software- und Infrastrukturgeschäft, auf das IBM bei seinem Umbau stärker setzt. "Zwar hatten wir in unseren Erwartungen gewisse Auswirkungen durch die Lieferkette einkalkuliert, doch das Ausmaß dieser Neuausrichtung der Investitionsausgaben hatten wir nicht vorhergesehen" schrieb Krishna in einem Brief an die Investoren.

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Noch deutlicher wurde der IBM-Chef bei der eigenen Umsetzung. "Diese Bedingungen erfordern von unseren Teams eine perfekte Umsetzung, und in diesem Quartal haben wir versagt. Wir haben uns nicht schnell genug angepasst und gehandelt, und zahlreiche Großaufträge konnten nicht innerhalb der von uns erwarteten Zeitrahmen abgeschlossen werden, was den Großteil unseres Rückgangs ausmachte", fügte Krishna hinzu.

Der Rückschlag trifft IBM in einer sensiblen Phase. Der Konzern versucht seit Jahren, sich durch Übernahmen wie Red Hat, HashiCorp und Confluent stärker als wachstumsorientierter Softwareanbieter zu positionieren. Gleichzeitig wächst unter Investoren die Sorge, dass künstliche Intelligenz Teile klassischer Softwareprodukte ersetzen könnte. IBM argumentiert dagegen, dass KI die Nachfrage nach seiner Infrastruktur-Software stärken werde, weil Kunden Werkzeuge benötigen, um mit führenden KI-Modellen zu arbeiten.

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Die vorläufigen Zahlen zeigen nun jedoch, wie verletzlich dieser Umbau bleibt. Während Unternehmen wegen knapper Komponenten kurzfristig mehr Geld in Hardware stecken, verschieben sich Softwareabschlüsse nach hinten. Für IBM ist das doppelt schmerzhaft: Der Konzern will Investoren von seiner neuen Wachstumsstory überzeugen, muss nun aber erklären, warum wichtige Großaufträge nicht rechtzeitig abgeschlossen wurden. Die vollständigen Quartalszahlen dürften deshalb vor allem an einer Frage gemessen werden: War das ein einmaliger Ausrutscher – oder ein Warnsignal für den Software-Umbau?

Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

Die IBM Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -21,58 % und einem Kurs von 200,1EUR auf Tradegate (14. Juli 2026, 13:39 Uhr) gehandelt.

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