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IBM-Aktie fällt an der NYSE nach eigentlich starken Quartalszahlen ins Minus

Wirtschaft

IBM hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und bereinigten Gewinn gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Vor allem das Softwaregeschäft und die Infrastruktursparte trugen zum Wachstum bei. Für das Gesamtjahr hält der US-Technologiekonzern an seiner Umsatzprognose fest, hebt aber die Erwartungen für den freien Zahlungsmittelfluss an. An der Börse konnte IBM mit den Zahlen zunächst punkten, geriet im nachbörslichen Handel zuletzt jedoch deutlich unter Druck.

IBM übertrifft Gewinnerwartungen im dritten Quartal

Beim bereinigten Gewinn je Aktie hatten Analysten im Schnitt mit 2,85 US-Dollar gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte IBM noch ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,65 US-Dollar erzielt. Tatsächlich lag der bereinigte Gewinn je Aktie im dritten Quartal 2026 bei 2,95 US-Dollar. Damit übertraf IBM die Markterwartungen. Nach US-Rechnungslegungsstandards (GAAP) betrug der Gewinn je Aktie 2,30 US-Dollar nach 1,84 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen belief sich auf rund 2,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit rund 1,7 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge nach GAAP lag bei 56,8 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die bereinigte operative Vorsteuer-Marge verbesserte sich dagegen um 0,7 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent.

IBM-Umsatz liegt über den Analystenschätzungen

Auch beim Umsatz übertraf IBM die Erwartungen. Analysten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit 16,84 Milliarden US-Dollar gerechnet, nach 16,33 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Tatsächlich erwirtschaftete der Konzern 17,10 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum beziehungsweise sechs Prozent bei konstanten Wechselkursen.

Das Softwaregeschäft entwickelte sich besonders dynamisch: Die Erlöse stiegen um acht Prozent auf 7,80 Milliarden US-Dollar. Die Infrastruktursparte legte um vier Prozent auf 3,71 Milliarden US-Dollar zu. Im Beratungsgeschäft blieb der Umsatz mit 5,34 Milliarden US-Dollar nahezu unverändert.

IBM hält Jahresprognose aufrecht und hebt Cashflow-Ziel an

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet IBM weiterhin mit einem Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent bei konstanten Wechselkursen. Die Prognose für den freien Zahlungsmittelfluss wurde dagegen angehoben: Dieser soll im Jahresvergleich um mehr als eine Milliarde US-Dollar steigen. Zuvor hatte das Management einen Zuwachs von rund einer Milliarde US-Dollar in Aussicht gestellt.

Auch beim Softwaregeschäft zeigt sich IBM zuversichtlicher. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr nun ein Umsatzwachstum von etwa sieben bis acht Prozent. Zuvor hatte die Prognosespanne bei sechs bis acht Prozent gelegen.

Dass IBM den Jahresausblick insgesamt nicht weiter angehoben hat, dürfte die Anleger enttäuscht haben. Nach dem schwachen zweiten Quartal, in dem sich das Management mit Blick auf die Kundenbedürfnisse verschätzt und seine Prognose angepasst hatte, waren die Erwartungen an eine weitere Stabilisierung offenbar hoch.

Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies wertete die neuen Zahlen dennoch als Beleg dafür, dass die schwachen Erlöse mit Mainframe-Software im zweiten Quartal vor allem auf zeitliche Verzögerungen zurückzuführen waren und nicht auf einen dauerhaften Nachfrageverlust. Um wieder ein zweistelliges Umsatzwachstum zu erreichen, müsse IBM seine Pläne insbesondere im Bereich Automatisierung allerdings breiter umsetzen.

IBM-Aktie fällt nach Quartalszahlen

An der Börse reagiert die IBM-Aktie vorbörslich an der NYSE auf die veröffentlichten Quartalszahlen mit einem Abschlag von 5,48 Prozent auf 237,69 US-Dollar.

Die Aktie hatte bereits im Jahresverlauf stark geschwankt. Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen war der Kurs um rund ein Viertel eingebrochen – der bislang größte Tagesverlust des Papiers. Bis zum Börsenschluss am Mittwoch hatte die Aktie seit Ende 2025 rund 15 Prozent auf etwas mehr als 251 US-Dollar verloren. Mit dem aktuellen Kursrückgang setzt sich die Schwäche fort.

Der Börsenwert des 1911 gegründeten Unternehmens liegt bei knapp 240 Milliarden Euro. Im Vergleich zu zahlreichen großen US-Technologiekonzernen ist IBM damit deutlich geringer bewertet.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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